Die besonderen Urlaubs Empfehlungen (Juli) - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Die Urlaubslieblinge des Monats Juli 2020.
Ursula Fuchs empfiehlt:

Ursula Fuchs war viele Jahrzehnte Buchhändlerin in Calw und Bad Wildbad. Sie war in 2018 schon einmal Gast beim traditionellen Urlaubsbuchabend.
Lost in Fuseta

Ein europäisches Austauschprogramm bei der Polizei soll für eine bessere Zusammenarbeit und generell für mehr Verständnis gegenüber landestypischen Eigenheiten führen. So kommt es, dass die Dienststelle in Faro ihren schönsten Kommissar nach Hamburg verliert und sie selbst mit Leander Lost einen etwas merkwürdigen „Fang“ macht. Nicht nur, dass er bleich ist wie ein Fisch – er hat auch einen merkwürdig analytischen Blick auf die Welt. Kaum ist er auf der Insel, gibt es einen Toten und statt ins Ferienhaus fahren Graciana Rosado und Carlos Esteves mit ihrem neuen Kollegen direkt zum Tatort. O Olho, „das Auge“, wurde mit Genickbruch und Kopfverletzung in einem Boot gefunden – war der Privatdetektiv auf einer Fährte? Womit war er wohl beauftragt?

Gil Ribeiro ist ein Pseudonym. Holger Karsten Schmidt schreibt eigentlich Drehbücher für Kriminalfilme und hat schon einige Preise eingeheimst … Seine Reihe rund um Leander Lost, den Hamburger Kommissar mit Asperger-Syndrom, spielt in einer Ecke Portugals, die er sehr mag – auch wenn Schmidt alias Ribeiro sich durchaus in der Klischeekiste bedient: Die spannenden Fälle sind ausgesprochen gut erzählt und von großer innerer Logik. Ein Muss für Portugalfans und alle, die es werden wollen.

Gil Ribeiro: „Lost in Fuseta“, Verlag Kiepenheuer und Witsch, 978-3-462-05162-9, € 11,00   
Gott sei ihrer Seele gnädig

Inspector Morse ist alles andere als ein Ausbund von Fröhlichkeit und Gesundheit – seine ständige schlechte Laune sorgt nicht gerade für viele Freunde und sein Hang zu Bier, Whisky und Zigaretten hat ihm jetzt auch noch einen Krankenhausaufenthalt beschert. Liegen und Nichtstun entspricht gar nicht seiner Mentalität und so nutzt er die erste Gelegenheit, sich irgendwie abzulenken: Er studiert das schmale Büchlein, dass die Gattin seines gerade verstorbenen Krankenhauszimmernachbarn ihm in die Hand drückt. Es geht um den Mord an Joanna Franks, zwei der Mitreisenden auf dem kleinen Boot, mit dem sie unterwegs waren, wurden dafür gehenkt. Aber: Warum war die junge Frau überhaupt im Boot unterwegs? Mit dem Pferdefuhrwerk wäre sie genauso vorangekommen und es wäre weit weniger gefährlich gewesen! Und das ist nicht die einzige Unklarheit - ehe er sich versieht, studiert er die alten Akten und ist mitten dabei, einen Mordfall aus dem Jahr 1859 neu aufzurollen …

Inspektor Morse ist kein Neuling in der Krimiwelt: Colin Dexter hat seinen ersten Fall bereits im Jahr 1973 geschrieben, ab Mitte der 1980er Jahre lagen die Krimis dann in deutscher Übersetzung vor. Nun hat der Unionsverlag alle Titel überarbeiten lassen – und wir Leser*innen dürfen uns freuen über klassische Kriminalliteratur mit hohem Anteil „Britishness“!

Colin Dexter: „Gott sei ihrer Seele gnädig“, Unionsverlag, Übersetzung Christiane Friedrike Bamberg, Neubearbeitung Eva Berié, 978-3-293-20839-1, € 12,95

 
Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Anthony Peardew sammelt seit 40 Jahren – genauer gesagt seit dem Tag, an dem er ein wichtiges Geschenk für seine Verlobte verlor. Was besonders tragisch war, weil seine große Liebe am gleichen Tag verstarb. Nun hebt er Dinge auf, katalogisiert sie, schreibt Geschichten dazu, er möchte möglichst viel „in Ordnung bringen“. Doch seit ein paar Tagen verliert er Halt und Übersicht, genauer gesagt seit dem Tag, als er eine Keksdose mit Asche fand. Laura, seine Haushälterin fürchtet das Schlimmste. Für ihn und für sich, denn ohne Anthony und Padua, sein Haus, in dem er all die gefundenen Schätze aufhebt, weiß sie nicht weiter. Eunice und Bomber hingegen finden sich einige Jahrzehnte vorher: Er ist Verleger und sie seine neue Assistentin. Die Geschichte um die beiden bildet den zweiten Handlungsstrang. Und wir Leser*innen wissen lange nicht, was die vier (und das faszinierende Personal drumherum) miteinander zu tun haben.

Ruth Hogans Roman ist bittersüß, die Autorin erzählt von ganz unterschiedlichen Lebensmodellen, von Glück und Unglück – und das so herzenswarm, dass man das Buch in einem Rutsch durchlesen mag. Um am Ende tatsächlich noch überrascht zu werden.

Ruth Hogan: „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“, Ullstein Verlag, Übersetzung: Marion Balkenhol, 978-3-548-29086-7, € 10,00

Seeluft macht glücklich

Eine Hand wäscht die andere – für Thore ist es eine Selbstverständlichkeit, die Familienparty für Herrn Kohlfahl auszurichten, immerhin durfte seine Mutter in dessen Haus ihren 60sten feiern. Dass es sich um die Verlobungsfeier von Kohlfahls Neffen handelt, das hatte dieser nicht erzählt. Und mit wem er sich verloben will schon gar nicht; und so sieht sich Thore seiner Ex gegenüber, die einen dicken Verlobungsring trägt. Jasmin Höffgen hingegen wird von ihrem Chef für acht Wochen vom Dienst freigestellt: Eine schrecklich lange Zeit ohne Arbeit, die sie wohl alleine in ihrer Wohnung verbringen wird. Nur, dass sie das nicht kann, denn da gibt es einen Wasserrohrbruch … Kurz entschlossen macht sie sich auf den Weg auf ihre Trauminsel Föhr. Erstaunt stellt sie fest, dass sie sich dort so wohl fühlt, dass die Idee, mit Thore die Wohnung zu tauschen – er nach Köln, weit weg von der Ex, sie auf Föhr, weit weg von der Einsamkeit – ihr alles andere als abwegig vorkommt …

Was man alles erleben kann, wenn man die ausgetretenen Bahnen verlässt, davon handelt Janne Mommsens Roman „Seeluft macht glücklich“, Liebesgeschichte inklusive. In leichtem Ton erzählt Mommsen von interessanten Lebensentwürfen und großen Gefühlen und nimmt uns Leser*innen dabei mit an die Nordsee und in den spannenden Alltag eines Krankenhausclowns: Das Buch ist vielfältiger und anregender Lesegenuss.

Janne Mommsen: „Seeluft macht glücklich“, Rowohlt Verlag, 978-3-499-29019-0, € 9,99

Ralf Schwob empfiehlt:
Sehnsucht nach dem perfekten Leben

Agatha hat es nicht leicht: Verkorkste Kindheit und Jugend, keine Ausbildung, keine familiären Strukturen, die sie stützen. Nun ist sie Ende dreißig, arbeitet in einem Supermarkt und ist schwanger. Der Vater des Kindes ist Marinesoldat, er befindet sich auf hoher See und ahnt noch nicht, dass er bald Vater wird. Agatha ist verzweifelt, aber sie weiß genau, wie ein perfektes Leben aussehen würde, nämlich so wie das von Megan, der erfolgreichen Frau eines Fernsehmoderators. Durch einen Zufall lernen sich die beiden Frauen kennen und Agatha findet heraus, dass es auch im Leben Megans dunkle Geheimnisse gibt …

Michael Robotham lässt abwechselnd Agatha und Megan erzählen, man befindet sich beim Lesen also immer zu 100% in der Perspektive der jeweiligen Frau. Was wie eine Beziehungsgeschichte zwischen Prekariat und Oberschicht beginnt, wandelt sich schnell zu einem Psychothriller, weil Agathas Absichten und ihre Vergangenheit als höchst undurchsichtig und abgründig geschildert werden. Etwa nach einem Viertel des Buchs stellt sich heraus, dass Agatha ihre Schwangerschaft nur vortäuscht, dafür aber einen Plan hat, wie sie am Ende doch ein Kind haben wird …

Robotham ist ein erfahrener Thriller-Autor und versteht es vorzüglich, die Spannungsschraube des Romans langsam aber stetig immer enger zu drehen. Zudem sind seine Charaktere so gut und glaubwürdig beschrieben, dass man selbst der verstörten Agatha bis zum Ende mit großer Empathie durch die Geschichte folgt.   

Michael Robotham: Die Rivalin. Thriller. Goldmann Verlag. Taschenbuch € 9,99. E-Book € 9,99.
Sehnsucht nach Leichtigkeit

Karl Löffelhans ist Anfang vierzig. Er hat eine Frau und einen kleinen Sohn. Er arbeitet als Lehrer im Gefängnis und besucht regelmäßig seinen dementen Vater im Altenheim. Leider funktioniert dieses Leben für ihn nicht mehr so, wie es soll: Mit seiner Frau Lydia streitet er nur noch und dem Nachbarsjungen Homer fühlt er sich näher als seinem eigenen Sohn. Im Unterricht mit seinen straffälligen Schülern tauchen immer wieder existentielle Fragen auf, die er nicht zu beantworten weiß, und was er noch dringend mit seinem Vater zu besprechen hätte, bleibt ungesagt, weil sein alter Herr zu einem solchen Gespräch nicht mehr in der Lage ist.

Was sich in der groben Zusammenfassung zunächst wie die simple Geschichte eines Mannes in der Midlife-Krise anhören mag, ist tatsächlich sehr viel mehr. Der Autor versteht es wunderbar, sämtliche Klischees, die auftauchen könnten, entweder zu umgehen oder sie auf derart witzige Weise gegen den Strich zu bürsten, dass es ein hoher Lesegenuss ist, in den Alltag des Karl Löffelhans einzutauchen. Die Geschichte bekommt eine Wendung, als Karl mit einer Verlagsvertreterin, die er nur ein einziges Mal getroffen hat, einen Nachrichtenaustausch per E-Mail beginnt, der ihn bald mit leichter Hand durchs Leben trägt …

Kai Weyand hat einen sprachwitzigen und lebensklugen Roman geschrieben, den man mit Freude und Genuss liest und dessen Protagonisten einen nach der Lektüre noch lange begleiten.

Kai Weyand: Die Entdeckung der Fliehkraft. Roman. Wallstein Verlag. Gebunden € 20. E-Book € 15,99    

 
Lucia Bornhofen empfiehlt:
Die Wurzel alles Guten

Pekka Kirnuvaara sitzt im Wartezimmer einer privaten Zahnarztpraxis. Er sitzt da, weil er Zahnschmerzen hat – aber diesen speziellen Zahnarzt hat er ausgesucht, weil er denselben Nachnamen trägt wie er und dieser Nachname eigentlich ziemlich ungewöhnlich ist. Pekka will also nicht nur vom Schmerz befreit werden, er will auch herausfinden, ob er außer seiner Mutter noch Verwandte hat. Bekannt ist ihm nämlich niemand, der Vater hat die Mutter verlassen, als Pekka noch nicht mal im Kindergarten war und außer an ein einziges Telefonat zu Weihnachten hat Pekka keine Erinnerungen.

Esko Kirnuvaara ist Zahnarzt aus Passion. Und er kann schlecht gepflegte Zähne absolut nicht leiden. Ausgerechnet der Mensch, der hier vor ihm sitzt, den gleichen Nachnamen hat und außerdem eine vererbbare Zahnfehlstellung, die auch Esko besitzt, hat die schlechtesten Zähne, die er seit langem gesehen hat. Selten geputzt, überall Karies, beginnende Parodontose und sicherlich sehen diese Zähne Zahnseide eigentlich nie! Aber irgendwie, irgendwie ist es doch außergewöhnlich, seinem Halbbruder die Zähne zu richten …

Man kann nicht sagen, dass sie sich anfreunden. Aber sie nähern sich an, und irgendwann machen sie sich auf die Suche nach ihrem Vater. Und treffen dabei noch ein paar Geschwister … „Die Wurzel alles Guten“ ist ein richtiger Familienroman. Mit reichlich Lebensweisheit, einigem Realismus, ziemlichem Witz, schnulzig und trotzdem nicht süßlich, er bereitet Lesevergnügen von Anfang bis Ende. Ganz im Gegensatz zu Zahnarztbesuchen!

Miika Nausiainen: „Die Wurzel alles Guten“, Übersetzung: Kritzokat, 978-3-442-48821-6, Goldmann Verlag, € 10,00

Das Salz der Friesen

„Das Salz der Friesen“ spielt im 16. Jahrhundert und erzählt eine klassische Kriminalgeschichte. Lübbert Rimberti wird nicht ganz freiwillig zum Ermittler in mehreren Todesfällen; vom ersten bekommt er erst im Nachhinein erzählt – denn was soll an einer toten Nonne schon interessant sein, ist doch eh‘ ein Raubüberfall gewesen -, zum zweiten gerät er durch Zufall: Graf Enno von Ostfriesland hat ihn wegen einer juristischen Stellungnahme kommen lassen und während die beiden die Grundlagen abklären, wird ein Toter vermeldet - Jakob Sanders war einflussreicher Kaufmann und Vertrauter des Grafen. Erstaunlich ist nicht nur, dass er ermordet wurde, sondern auch, dass jemand ihn danach mit Salz bestreute. Ob das etwas zu bedeuten hat? Zumal die tote Nonne, Schwester Frauke, auch mit Salz bestreut war! Rimberti übernimmt zusammen mit dem Häuptling Ulfert Fockena, den er aus früheren Abenteuern kennt und schätzt, die Ermittlungen. Und macht damit auch weiter, als Graf Enno schon eine einfache Erklärung für die Todesfälle gefunden hat …

Andreas Scheepker hat einige historische Kriminalromane verfasst, die von weniger bekannten Aspekten der friesischen Geschichte erzählen. In diesem Buch sind es vor allem die religiösen Umwälzungen, die er hineinverwoben hat. Das kann man natürlich besonders dann lesen, wenn man dort ist und vielleicht sogar die Ortschaften der Handlung anfahren kann, aber auch, wenn man noch nie im Norden war, sind die Bücher interessant und spannend erzählt.

Andreas Scheepker: „Das Salz der Friesen“, 978-3-8392-2678-0 Gmeiner Verlag, € 12,00

Leben auf dem Land

Sue Hubbell hat die Liebe zur Natur quasi mit in die Wiege gelegt bekommen. Ihr Vater war Botaniker, er hat die Sonntage mit seiner Tochter verbracht (in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit!) und ihr auf ausgedehnten Ausflügen die Natur gezeigt. Später studierte sie Biologie, arbeitete aber nach der Heirat mit Paul Hubbell und der Geburt des Sohnes als Bibliothekarin. Die beiden sind um die 50 als sie aussteigen, es sind die 1980er Jahre, das liegt quasi in der Luft. Über Jahre hinweg wohnen sie in einer Hütte in den Ozarks (das ist eine Hochplateau-Landschaft in Missouri ziemlich in der Mitte der USA) und versuchen sich im einfachen Leben. Irgendwann ist Sue alleine, das letzte, mit dem ihr Mann sie versorgt sind drei bodentiefe Fenster – dann ist er bei seiner neuen Frau. Sue Hubbell hadert nicht mit ihrem Leben, sie macht „einfach“ das beste draus: Als eine der wenigen Berufsimkerinnen führt sie ein Leben, dass sie sowohl dicht an die Natur führt als auch in die Großstadt zu Verkaufsgesprächen. Und das einerseits zutiefst arbeitsam sein kann – im Frühling, wenn die meiste Arbeit ansteht -, andererseits fließt es ruhig dahin, weil sich Wetter, Bienen, Pflanzen nun mal nicht antreiben lassen.

Die Autorin ist eine großartige Beobachterin und poetische Erzählerin! Und dabei ist es ganz egal, ob sie von den Jagdausflügen ihrer Hunde, Ohrmilben bei Fledermäusen oder der Reparatur eines Pickups berichtet. Ihr „Leben auf dem Land“ ist kein Roman, es sind Miniaturen von 5 bis 7 Seiten, die das Herz erfreuen und die man immer mal wieder lesen mag.

Sue Hubbell: „Leben auf dem Land“, Übersetzung: Barbara Heller, 978-3-257-24432-8 Diogenes Verlag, € 12,00


Das kleine Café in Kopenhagen

Die Geschichte beginnt mit einem Abschiedskuss, den Josh gerne zu einem Schäferstündchen ausbauen möchte. Kate hingegen will wie immer früh auf ihrem Arbeitsplatz in der Werbeagentur sein, sie arbeitet seit langem auf eine Beförderung hin und heute ist der Tag, von dem sie sich diese erhofft. Dass sie ausgerechnet diesmal zwei Stationen zu weit fährt und darum nicht zu früh sondern genau pünktlich im Büro ankommt, sollte sie eigentlich in Alarmbereitschaft versetzen! Das tut es jedoch nicht und so ist sie völlig unvorbereitet, als sie in der Konferenz erfährt, dass nicht sie befördert wird – sondern Josh! Mit einer Idee, die von ihr stammte, hat er Furore gemacht, ohne sie mit einem einzigen Wort zu erwähnen! Kate ist völlig fassungslos. Als „Trostpflaster“ bekommt sie ein Angebot ihrer Chefin: Sie soll in zwei Tagen Ideen für die Neueröffnung eines Kaufhauses entwickeln. Lars Wilders hat in Dänemark eine ganze Kette an Kaufhäusern, und dieses dänische Einkaufsgefühl, vielmehr das dänische Lebensgefühl, möchte er nach London transportieren. Kate überzeugt ihn mit ihren Ideen und er beauftragt die Agentur, sechs Journalisten in einer Woche Kopenhagen mit dem Lebensgefühl der „Hygge“ vertraut zu machen. Wilders ist übrigens nicht derjenige, der Kate im Laufe des Buches immer wieder den Kopf verdreht. Sondern Ben ist es, einer der sechs Journalisten, und natürlich genau der, der am wenigsten gerne mitfahren wollte …

Wir Leser*innen lernen Kopenhagen kennen und eine Truppe völlig unterschiedlicher, ziemlich chaotischer Menschen, Ben und Kate kommen sich näher und wieder nicht. Das Buch hat rund 400 Seiten auf denen ich mich bestens unterhalten fühlte, ist schnulzig aber nicht blöd, hat tatsächlich völlig unvorhersehbare Verwicklungen und liest sich im besten Sinne nett. Eine kleine Urlaubsreise für mehrere Abende, ab und an Erotik inklusive.

Julie Calpin: „Das kleine Café in Kopenhagen“, Übersetzung: Christiane Steen, 978-3-499-27553-1, Rowohlt Verlag, € 10,00

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