Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - BUCHHANDLUNG 05 2019

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JULI - Öffnungszeiten: MO-FR 10:00 - 12:30 | 15:00 - 18:30 | SA 09:00 - 13:00 | FON 06258 4242 | FAX 06258 51777 | MESSENGER 0170 234 2006Wieder lieferbar: Die Neuauflage von Ralf Schwobs ganz besonderer Erzählung "Der stillste Tag im Jahr" ist verfügbar!Der Veranstaltungsreigen macht Winterpause - Freuen Sie sich aber schon mal mit uns auf Unser Archiv wird gerade aktualisiert - nach 15 Jahren und hunderten Terminen und weit über tausend Rezensionen wird es mal Zeit -vielen Dank für Ihre Geduld!  

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Lieblinge des Monats Juni.
Science Fiction trifft Geschichte …

Fernando Colon weiß sich nicht anders zu helfen: Er entführt in einer spektakulären Aktion den Bürgermeister von Nürnberg. Colon ist sich sicher, dass in dessen Archiv seine Urkunde aus dem 16. Jahrhundert ist – und man weiß ja, dass Archivare nichts freiwillig einsehen lassen, geschweige denn hergeben. Ohne die Urkunde wird er aber seinen Anspruch nicht geltend machen können (auf was, sei hier nicht verraten, nur so viel: Es geht um extrem viel Geld!). Zeitgleich sucht Gilead nach einer Möglichkeit, endlich auf seinen Heimatplaneten Siron zurückzukommen; er wurde für ein paar Jahre auf die Erde verbannt und daraus sind schon viele hundert Jahre geworden, man hat ihn offensichtlich vergessen. Zum Glück kommen neben den Freunden Christoph und Bébé auch ein paar aztekische Erfinder ins Spiel …

Ewald Arenz Posse, in der Langlebigkeit ein durchgehendes Thema ist, ist witzig, anarchisch, politisch leicht daneben und genial konstruiert. Da sitzt jedes Detail, und alles findet zum fulminanten Ende hin seinen Platz in der Reihenfolge des Geschehens. Falls Sie mich die letzten Tage laut haben lachen hören – vermutlich saß ich da gerade mit diesem Buch auf meiner Couch.

Ewald Arenz: „Don Fernando erbt Amerika“, Verlag Ars Vivendi, 978-3-8691-3177-1, € 17,90
Wiedersehensfreude

Es ist ein kalter Abend im März, an dem Veronika das kleine Haus am Ende des Feldwegs bezieht. Sie hat nur die nötigsten Sachen mitgenommen, sehr spontan hat sie entschieden, dass sie Stille und Einsamkeit benötigt, um das Buch zu schreiben, das ihr Verleger schon erwartet. Doch eigentlich ist es eher eine Flucht vor der Trauer und dem Alltag als Witwe, gepaart mit der zarten Hoffnung, sich hier alles in Erinnerung rufen zu können, was ihr Leben schön machte. Im Nachbarhaus lebt, auch wenn es völlig unbewohnt zu sein scheint, Astrid, eine alte Dame, von ihren Mitdörflern nur die Dorfhexe genannt. Auch wenn beide die Einsamkeit mögen und bevorzugen, irgendwie kommen sie sich allein über die täglichen Routinen näher. Und als sich dann zwei Tage lang nichts im kleinen Haus von Veronika rührt, nimmt Astrid ihren ganzen Mut zusammen und schaut nach dem Rechten. Es entspinnt sich ein zartes Miteinander, in dem jede der beiden so unterschiedlichen Frauen sein kann, wie sie ist – und sie doch hineinwachsen kann in ein schöneres Leben.

Viele Jahre gab es dieses herzerwärmende Buch nicht, die Taschenbuchausgabe war restlos vergriffen. Umso mehr freue ich mich, dass es seit April in der kleinen, leinengebundenen Ausgabe vorliegt, die in jede (Jacken-)Tasche passt. Die Autorin Linda Olsson setzt das Erleben der beiden Frauen einander gegenüber, und sie beschreibt das Tun der beiden mit solchem Wohlwollen, dass die beiden uns LeserInnen sehr ans Herz wachsen. Auch wenn eigentlich keine der beiden wirkliche Lieblingsfiguren sind …

Linda Olsson: „Die Dorfhexe“, btb, 978-3-442-71844-3, € 10,00
Auf dem Weg nach Spanien

Ein Leben in New York, fernab der Familie, ist für Nours Mutter nach dem Krebstod des Vaters nicht vorstellbar – und so übersiedelt sie mit den drei Töchtern in die alte Heimat Homs. Der Familienverband ist hier dicht und hilfreich, doch das ist das einzig Gute im Syrien des Jahres 2011. Und für Nour ist es nur bedingt gut, denn sie findet sich nur schwer zu recht innerhalb der Regeln, die der Islam und die Familie setzen. Als im bisher ruhigen Viertel von Homs Bomben fallen und Lebensmittel immer schwieriger zu besorgen sind, entschließt sich die Mutter zur Flucht nach Spanien; dort lebt ein Onkel, bei dem sie alle unterzukommen hoffen. Es beginnt eine alptraumhafte Reise durch Jordanien, Ägypten, Libyen, Algerien und Marokko, eine Reise die Nour nur mithilfe der Geschichte übersteht, die ihr Vater immer erzählt hat: Im 12. Jahrhundert schließt sich Rawiya als Junge verkleidet dem Kartografen al-Idrisi an, der Weg dieser beiden entspricht genau der Route, die im jetzigen Leben Nour mit ihrer Familie nimmt …

Jennifer Zeynab Joukhadars Debutroman ist eine gelungene Mischung aus Realität und Märchen, geschrieben in einer sehr passenden Sprache. Einerseits findet Joukhadar für alle schrecklichen Geschehnisse die richtigen Worte, sie rüttelt auf und beschreibt bildhaft ohne reißerisch zu werden. Andererseits ist die Geschichte von Rawiya märchenhaft und schön geschrieben, tatsächlich Mut machend im Hier und Jetzt. Ein sehr lesenswertes Buch!

Jennifer Zeynab Joukhadar: „Die Karte der zerbrochenen Träume“, Heyne Verlag, 978-3-453-27151-7; € 20,00, e-Book € 17,99   
Kosmos Kleingartenverein

Weil die Schwarzwurzeln im letzten Jahr gerade mal für ein halbes Essen ausgereicht haben, pflanzen Stefan Schwarz und seine Frau in diesem Jahr Zucchini. Fünf Pflanzen. Ohne zu wissen, dass fünf Pflanzen eine ganze Kleinstadt ernähren – allerdings lernt er, dass ausgewachsene Zucchini das beste Wurfgeschoss überhaupt sind (man darf ja auch bei zu vielen Zucchini das Gute sehen). Die „Jungfer im Grünen“ hingegen zählt er nach den gemachten Erfahrungen zu den Flashmobpflanzen, genau wie Giersch oder Margeriten. Außerdem gibt es überhaupt keinen Grund, den Lavendel zu vereinzeln, auch wenn er, in Reihe gepflanzt ein undurchdringliches, bienenumsummtes Gestrüppt bildet: damit würde man ja seinen Stand beim Schwiegervater schwächen. Wobei Lavendel vom VauVau (Vereinsvorsitzenden) immerhin geduldet wird, anders als die vermaledeite kleingartensortenfremde Blautanne!

Stefan Schwarz hat 18 Miniaturen über das Leben im, die Liebe zum und die Arbeit am Kleingarten verfasst, Miniaturen, die man sich gegenseitig ständig vorlesen will, das aber gar nicht richtig kann, weil Lachen und Vorlesen nicht so gut zusammenpassen. Lachen und Garten aber sehr wohl! Der Untertitel dieses feinen Büchleins (das im Übrigen auch reichlich Wissen enthält) bringt es sehr schön auf den Punkt: Vom Glück und Scheitern im Grünen. Stefan Schwarz‘ Buch jedenfalls ist sehr viel Glück.

Stefan Schwarz: „Der kleine Gartenversager“, Aufbau Taschenbuch, 978-3-351-03770-3, € 18,00, eBook € 13,99
Herzlichen Glückwunsch!

Am 23. Mai 1949 hatte der Parlamentarische Rat in öffentlicher Sitzung festgestellt, dass das vom ihm beschlossene Grundgesetz von den Volksvertretungen zu mehr als Zweidritteln angenommen worden war. Damit war es gültig für alle westlichen Bundesländer (ab 1990 dann auch für die Bundesländer auf dem Gebiet der ehemaligen DDR). Entstanden war es in monatelangen Beratungen und Diskussionen, schließlich haben 61 Männer und 4 Frauen darüber entschieden, was es beinhalten soll – und genau das ist in diesem Magazin abgedruckt. Übersichtlich, interessant gestaltet, ergänzt durch ein wenig Entstehungsgeschichte und Wissenswertes über Deutschland. Außerdem wunderbar bebildert mit Aufnahmen aus dem All (besonders beeindruckend ist die Nachtaufnahme auf Seite 101!), die Alexander Gerst in 2017 bei seinem Flug mit der Sojus und dem Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation von Deutschland und Europa machte, und die er für das Projekt „Das Grundgesetz als Magazin“ zur Verfügung stellte.

Besser kann man sich kaum darüber informieren, was wir Wichtiges feiern! Denn genau dieses Grundgesetz mit seinen 146 Artikeln, die alles von der Würde des Menschen über die Grundlagen der Gesetzgebung und Steuergesetzgebung bis hin zur Gültigkeit in den Bundesländern regeln, genau dieses Grundgesetz ist die Basis unseres Zusammenlebens …

„GG – Das Grundgesetz als Magazin – Die Würde des Menschen ist unantastbar.“, Verlag Wurm & Volleritsch, ISBN 978-3-00-061785-0, € 10,00
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