Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - BUCHHANDLUNG 04 2019

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Lieblinge des Monats April.
Besprechung von Ralf Schwob: Vom Lieben und Sehnen

So unterschiedlich die Menschen in Terézia Moras Erzählungen auch sind, sie alle sind erfüllt von einer ungestillten und manchmal auch unstillbaren Sehnsucht. Das junge Paar in der titelgebenden Geschichte „Die Liebe unter Aliens“ weiß im Grunde schon, dass es keine Zukunft haben wird. Die Austauschstudentin, die ihre Zeit in London mit stundenlangen Spaziergängen verbringt statt zu studieren, weil sie nur so den Schmerz über den Verlust ihres Freundes in schab halten kann. Der alternde Marathonläufer, der bei der Verfolgung eines Diebs merkt, wie sinnentleert sein Leben eigentlich ist. Das alles erzählt die Autorin mit leichter Hand und großer Sympathie für ihre Figuren, die das Leben ins Straucheln und manche auch zu Fall bringt. Trotz der existentiellen Themen sind diese Erzählungen nicht schwermütig, sie berichten im Gegenteil von der Schönheit und Einzigartigkeit menschlichen Strebens, auch wenn es zuweilen vergeblich bleibt. Terézia Mora entwirft mit jeder Geschichte einen eigenen kleinen Erzähl-Kosmos, in dem die Figuren schnell für den Leser lebendig werden, weil die großen Themen und Gefühle immer im normalen, fast schon banalen Alltag der Protagonisten aufscheinen.

Terézia Mora: „Die Liebe unter Aliens“, BtB, 978-3-442-71758-3, € 10,00, eBook € 9,99

Beeindruckend

Alba ist im Krankenhaus, in einem Zweibettzimmer mit einem alten Herrn. Ihr einziger Freund ist Hugo, so nennt sie den Infusionsflaschenhalter. Und dann kommt Jack ins Spiel, Jack mit dem coolen Auto, den coolen Klamotten, Jack, der Aussteiger, Student und Sohn reicher Eltern. Dass er sich in sie verguckt, weil sie aussieht wie seine gerade verstorbene Schwester ist vielleicht kein allzu gutes Vorzeichen. Aber wenn man nichts zu verlieren hat, ist das auch egal. Und so erzählt uns Alba von ihrem Alltag als Jugendliche, später als erwachsene Frau – und sie erzählt von ihrem Absturz, von einem Fall aus der unteren Mittelschicht bis ganz nach unten ...

Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem der Titel so passend war wie bei diesem hier: Vor der Ich-Erzählerin hätte tatsächlich jede Mutter gewarnt, und nahezu jeder andere Erwachsene auch. Dabei ist Alba, trotz mieser Voraussetzungen in ihrem Leben, keine, die andere in den Abgrund ziehen will. Aber ein Opfer ist sie genauso wenig, auch nicht, als sie ganz unten ankommt und nur von Stunde zu Stunde lebt. Demian Lienhard gibt seiner Erzählerin einen trotzig-klugen Ton – und eine Geschichte, die unglaublich nachvollziehbar ist und unter die Haut geht. Absolute Leseempfehlung.

Demian Lienhard: „Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat“, Frankfurter Verlagsanstalt, 978-3-627-00260-2, € 24,00, eBook € 16,99
 
Man muss Frau Maier einfach mögen.

So endet der Klappentext zum ersten Kriminalroman, in dem besagte Frau Maier als Ermittlerin fungiert. Der Roman ist nicht neu und trotzdem sehr im Hier und Jetzt, obwohl Frau Maier einen alten Röhrenfernseher hat, kein Handy und noch nicht mal ein Telefon. Was Frau Maier stattdessen hat: Courage und Menschenkenntnis, Klugheit, eine Katze und ein kleines Haus am Chiemsee, das nicht mit dem Auto zu erreichen ist.

An einem Montag beim Spaziergang entdeckt Frau Maier eine nackte Frauenleiche im Schilf am Ufer des Sees. Aber bis sie die Polizei alarmieren kann und die dann kommt, ist nichts mehr zu finden. Für Kommissar Brandner ist klar, dass Frau Maier aus lauter Einsamkeit und Geltungsbewusstsein einen Kriminalfall erfunden hat. Für Frau Maier ist klar, dass jemand die Leiche weggeschafft hat – und dass dieser jemand sie beobachtet hatte, sie hat es genau gespürt. Und vorsichtige, leise Schritte, die hat sie auch gehört und Rascheln im Gebüsch. Natürlich lässt ihr das keine Ruhe, irgendjemand muss ja dafür sorgen, dass der Mord an Anita Graf aufgeklärt wird. Bald hat sie den Eindruck, dass auch sie selbst auf der Liste des Mörders steht. Aber man kann ja die Angst nicht das Kommando übernehmen lassen, oder?

Jessica Kremser: „Frau Maier fischt im Trüben“, Pendragon Verlag, 978-3-8653-2340-8, € 12,99, eBook € 10,99

Weinselig

Jon Bonné sagt über sich, dass er gar nicht so viel über Wein weiß. Dabei ist er seit Jahren journalistisch mit diesem Thema unterwegs, wurde mehrfach für seine Beiträge und sein Wissen ausgezeichnet, mittlerweile ist er Herausgeber des amerikanischen Weinmagazins „PUNCH“ – sicher weiß er also ziemlich viel über Wein. Allerdings ist es gerade das Sammeln von neuen Erkenntnissen, das Probieren unbekannter Weine, das Hinterfragen gängigen Wissens, das ihn ausmacht: Und das ist ein Segen, denn so hat er einen Weinführer geschrieben, der ganz anders als die üblichen Weinführer ist, sondern ein Buch, das Grundlagen vermittelt, Hintergründe aufzeigt, vor allem aber Lust macht, selbst auszuprobieren und sich nicht einlullen zu lassen von großen Namen und starken Beschreibungen.

Die „Regeln“ die Bonné aufstellt sind ausgesprochen griffig: Von Nr. 1 (Trinken Sie den Regenbogen) über Nr. 16 (Wein ist ein Naturprodukt. Aber nicht jeder Wein ist ein Naturwein) und Regel 70 (Wenn alles andere nicht funktioniert, helfen Bläschen) bis zum letzten Eintrag Regel 89 (Heben Sie eine richtig gute Flasche nicht zu lange auf) ist alles sehr nachvollziehbar, locker geschrieben und oft auch unterhaltsam. „Endlich Schluss mit Brombeere im Abgang“ ist ein Buch für Weinliebhaber und -kenner sowie alle, die es werden wollen.

Jon Bonné „Endlich Schluss mit Brombeere im Abgang“, Verlag BusseSeewald, 978-3-7724-7481-1, € 14,95
 
Eine Empfehlung von Praktikantin Louisa Wetzel:
Ein Abenteuer für Herz und Seele

Maxon, einer der Hauptfiguren, ist der Prinz von Illéa, der eine Frau sucht. Wegen ihm wird ein Casting gestartet. Er soll sich zwischen 35 Mädchen, die im Laufe der Zeit immer weniger werden, seine perfekte Frau aussuchen, bis am Ende die eine übrigbleibt. In Illéa ist die politische Lage sehr angespannt, weshalb Maxon auch eine Frau finden soll. America Singer, die bei dem Casting mit macht, lebt in einer der niedrigsten Kasten von Illéa. Sie ist sich am Anfang sehr unsicher und möchte sich erst nicht anmelden, doch dann sieht sie auch eine Chance, ihre Familie eine Kaste aufsteigen zu lassen, wenn sie gewinnt. America hat aber schon einen Freund, den sie liebt, den sie nicht verlassen möchte und den sie eigentlich auch schon bald heiraten will. Doch dann meldet sie sich bei dem Casting an und macht bei dem Wettbewerb um Maxon mit. Für wen wird sie sich entscheiden?

Das Buch ist aus der Sicht von America geschrieben. Es ist aufregend, an manchen Stellen traurig aber auch sehr liebevoll. Die Spannung in dem Buch und auch in den zwei weiteren Büchern wird sehr hochgehalten. Man wird also am Weiterlesen nicht gehindert, sondern bestärkt.

Kiera Cass: „Selection“ (Band 1 von 5), Verlag Fischer-Sauerländer, 978-3-7335-0030-6, € 9,99
 
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