Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - BUCHHANDLUNG

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Lieblinge
Lieblinge des Monats September.
Kein klassisches Kochbuch …

… aber eigentlich absolut unverzichtbar ist „Salz Fett Säure Hitze“ aus dem Kunstmann-Verlag. Gerade erst ist es in deutscher Übersetzung erschienen und ist völlig zu Recht in aller Munde – es vermittelt, hervorragend recherchiert und sehr fundiert, locker zu lesen und durchaus unterhaltsam, alles, was wichtig ist beim Kochen. Samin Nosrat, die Autorin, ist eine begnadete Köchin, sie ist darüber hinaus in der Lage, Wissen leicht und gleichzeitig sachlich zu vermitteln. Und die Illustratorin Wendy MacNaughton versteht es mit wenigen Pinselstrichen sehr deutliche und faszinierende Bilder danebenzustellen. Auf rund 250 Seiten werden die Grundlagen des Kochens so erklärt, dass man das am Stück lesen kann, aber auch in vielen Etappen ist dieses Buch ein Genuss.

Den Rezepten ist erst einmal Grundsätzliches vorangestellt: Eine Salat-Matrix zeigt verschiedene Bestandteile klassischer Salate, der Salat-Kompass zeigt die besten Kombinationen mit Soßen und dazwischen finden sich viele, sehr gut erklärte Rezepte, die dann auch noch eingeteilt sind in verschiedene Kategorien. Und das ist nur der Beitrag für den Salat! Es folgen noch 10 andere Kapitel. Und es folgen natürlich auch Buchhinweise, Sachregister, Rezeptverzeichnis, Platz für Notizen, sprich: „Salz Fett Säure Hitze“ ist unverzichtbar. Auch in Haushalten, die gut mit Kochbüchern bestückt sind!

Samin Nosrat: „Salz Fett Säure Hitze“, Kunstmann Verlag, 978-3-956142-62-8 € 36,00

„Eigentlich wollte ich Ihnen einige Ratschläge erteilen,

aber dann fiel mir ein, wie sehr es mich als Jugendlicher genervt hat, dass die Erwachsenen mir unbedingt Ratschläge erteilen wollten, bloß weil sie älter waren.“ So beginnt Illja Trojanows Rede an die saarländischen Abiturienten aus dem Juni 2018. Diese Abiturreden sind seit 1999 Kult im Saarland, an unterschiedlichen Orten versammeln sich Schüler, Lehrer, Eltern, Studierende, um sie gemeinsam zu hören. Das Besondere an diesen Reden ist, dass sie jeweils von einer interessanten, wichtigen öffentlichen Person gehalten werden, aber es sonst keine Vorgaben gibt. Ilija Trojanow nutzte in diesem Jahr die Gelegenheit, verschiedene Texte ineinander zu verweben und dadurch den Fokus immer wieder anders zu setzen. Ein Großteil des Textes wendet sich tatsächlich direkt an die Zuhörer, er resümiert, wie Schule funktioniert und welche Fertigkeiten sie derzeit nicht oder nur in kleinem Maße vermittelt. Und er wirft einen Blick in die Zukunft: „Es braucht einige Anstrengung, die nächsten Jahre so zu leben, dass Sie am Ende nicht mit leeren Händen dastehen. Nicht materiell gemeint, sondern existentiell.“ Dazwischen streut Trojanow Aktienkurse und Dialoge, die einem Science-Fiction-Roman entsprungen sein könnten. So erstaunlich das klingt – diese Rede ist eine wirklich gelungene Mischung aus Unterstützung, Weckruf und Blick in die Zukunft. Nicht nur für Abiturienten.

Ilija Trojanow: „Freie Fahrt voraus“, Conte Verlag, 978-3-956021-37-4 € 9,00

Vielfältig

Wissen Sie noch, was Sie mit Ihrer besten Freundin gemacht haben, damals, in Grundschulzeiten? Oder auch, was ein anderes Ich für Ideen gehabt hätte mit einer erträumten Freundin? Könnten Sie sich vorstellen, im Alter ein Zimmer mit einer Freundin zu teilen, die nicht nur hilfsbereit sondern manchmal auch richtig boshaft ist? Was würden Sie machen, wenn Ihre Freundin einem Mann hinterherweint, der sich gerade in Sie verliebt hat – und Sie sich in ihn?

Die zwölf Autorinnen der spannend-unterhaltsamen Anthologie „Freundinnen“ haben sich Geschichten ausgedacht, die vor allem durch ihre Wahrhaftigkeit bestechen. Genauso und nicht anders ist es oder könnte es sein mit der Freundin, genauso war das damals – zumindest erkennt man als Leserin das Gefühl, das in den Geschichten steckt. Dabei hat jede Erzählung einen anderen Ton, sie sind nicht nur stilistisch unterschiedlich, sondern auch die Ideen dahinter sehr vielfältig. Ein paar Romanauszüge ergänzen die Kurzgeschichten, hier sind Beginn und Ende so sorgfältig gewählt, dass auch diese Auszüge „rund“ sind. Und so liest man Text nach Text und freut sich über jede Frau im eigenen Leben.

„Freundinnen“, Diogenes Verlag, € 10,00, 978-3-257-24425-0

Eine Freundschaft

Ganz freiwillig ist diese Freundschaft nicht: Lazy wäre viel lieber mit Elsie zusammen, Elsie, die so gut duftet und so entspannt und lustig ist. Aber Elsie hat sich von Lazy getrennt – schwer zu verkraften für den 20-Jährigen, der noch dazu schwer erkrankt ist. In Vitas Leben hingegen ist es aus ganz anderen Gründen ruhig geworden, der Sohn lebt in Australien, der Mann ist verstorben und von den Nachbarn ist eigentlich auch keiner mehr da. Außer Lazy, den kennt sie schon als Kind und hat ihn damals überhaupt nicht gemocht. Auch jetzt hat sie eher das Gefühl, eine Hilfeleistung zu unterlassen, wenn sie ihn nicht durchfüttert – und darum füttert sie ihn durch. Auch wenn er isst wie ein Spatz. Irgendwann sind die beiden miteinander so vertraut, dass sie einander auch auf dem letzten Weg begleiten wollen …

Wie diese beiden so unterschiedlichen Charaktere sich annähern, wie sie langsam ihr Mitgefühl füreinander entdecken, ein Gefühl neben dem puren Verantwortungsbewusstsein, das beschreibt die Schweizerin Angelika Waldis ganz großartig, eher unterkühlt und mit wechselnden Erzählern. Wir finden, der Klappentext stimmt ganz genau: „Ein Roman, der mit Wucht und Herzensgüte vom Leben erzählt.“

Angelika Waldis: „Ich komme mit“, Verlag Wunderraum, 978-3-336-54797-5, HC €20,00; eBook € 14,99

Ralf Schwob empfiehlt: Ein anderes Deutschland

Max Annas Roman Finsterwalde spielt in der Zukunft. Einer Zukunft, in der die EU zerschlagen ist und alle europäischen Länder zum Nationalismus zurückgekehrt sind. In Deutschland läuft die Rückführung aller "Nicht-Deutschen", dunkelhäutige oder arabischstämmige Deutsche bekommen im Zuge der Terrorismusbekämpfung die Staatsbürgerschaft entzogen und werden interniert, um sie ins Ausland abzuschieben. Der Fachkräftemangel wird durch gesteuerte Einwanderung aus dem europäischen Ausland behoben, die Menschen bekommen Bleiberecht auf Probe und eine Fußfessel zur Überwachung. Eine Griechin übernimmt in Berlin die Praxis der Ärztin Maria, deren Vorfahren aus Afrika kamen. Der Ehemann der Griechin findet bald kleine fotografische Botschaften der Vormieterin und macht sich auf die Suche nach der Frau und ihren Kindern ...

Das Deutschland, das Annas in seinem dystopischen Roman beschreibt, ist so nahe an den aktuellen Forderungen einiger rechter Gruppen, das es einen beim Lesen schaudert. Das völkische Prinzip herrscht und zur Terrorabwehr dürfen jederzeit Grundrechte ausgehebelt werden. Max Annas erzählt das alles aus der Sicht seiner beiden Hauptpersonen Marie und Theo, die sich, ohne es zu wissen, aufeinander zubewegen. Ein Roman, der spannend zu lesen ist und gleichzeitig nachdenklich macht.

Max Annas: „Finsterwalde“, Rowohlt Verlag, 978-3-498-07401-2, HC € 22,00, eBook € 19,99

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