Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - BUCHHANDLUNG

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Lieblinge des Monats Januar.
Eine Reise in die Vergangenheit

PJ Collins Alltag besteht aus Kontrollfahrten im Dorf, nahrhaften Mahlzeiten der Haushälterin Mrs. Meany und den mitleidigen Blicken der Dorfbewohner. Als bei Erdarbeiten auf der ehemaligen Burke-Farm Knochen gefunden werden, sieht er seine Chance gekommen – endlich wird er der Welt beweisen können, dass auf dem dicken Körper in Polizeiuniform ein kluger Kopf sitzt. Und tatsächlich findet er so einiges über seine Mitbewohner heraus und oft ist er dem Polizeischnösel aus der Großstadt einen guten Schritt voraus. Aber stammen die Knochen wirklich von Tom Burke, der vor 20 Jahren verschwunden ist? Und was ist mit den beiden Frauen, die sich damals um Tom sogar geprügelt hatten? Nicht immer ist das, was PJ herausfindet, etwas, was er auch wissen will …

Man hat die Straßen des kleinen irischen Dorfes Duneen bildlich vor Augen in diesem Kriminalroman des britischen Talkmasters Graham Norton, und sie sind bevölkert von Menschen aus Fleisch und Blut mit verständlichen Sehnsüchten und Beweggründen. Das macht einen Reiz dieses Buches aus. Darüber hinaus ist die Krimhandlung selbst schlüssig und nachvollziehbar – und gewürzt mit leiser Komik ist das alles auch. „Ein irischer Dorfpolizist“ ist wie geschaffen für einen Wintertag auf der Couch!

Graham Norton: „Ein irischer Dorfpolizist“, Rowohlt Verlag, € 12,00, 978-3-499-29148-7

Ein neues Gesicht.

Fumihiro Kuki ist elf, als sein Vater ihn zu sich ruft; nahezu regungslos, angetrunken und dabei ziemlich einschüchternd entwirft der Vater ein Zukunftsszenario, das Fumihiro nur ansatzweise begreift - er wäre nur geboren, um ein "Geschwür" zu werden, ein Mensch, der nichts als Gewalt und Mordlust über die Welt bringt. Knapp drei Jahre später, Jahre, in denen Fumihiro eine tiefe Liebe zur Adoptivschwester Kaori entwickelt hat, steht er vor der Entscheidung: Lässt er den Vater am Leben, wird er zusehen müssen, wie dieser Kaori zerstört. Bringt er ihn um, erfüllt er des Vaters Forderung, ein böser Mensch zu werden. Auch Jahre später hadert Fumihiro mit seiner damaligen Entscheidung, er nimmt eine neue Identität an, ein neues Aussehen gleich mit dazu. Und doch lässt der Kuki-Clan mit seinem gnadenlosen Gewinnstreben ihn nicht los. Einmal Geschwür, immer Geschwür?

Fuminori Nakamura legt mit "Die Maske" einen grandiosen Roman vor, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet: Ist das Böse Erziehungssache? Eine Frage der Gene? Kann man mit einer großen Schuld ein halbwegs gutes Leben führen? Gibt es wichtigere Dinge als Macht und Geld? Dabei fasziniert Nakamuras Ich-Erzähler in jeder Zeile, sein hin- und hergerissen-Sein ist nie überzeichnet, die Szenen stimmig - auch wenn selbst die Bettszenen sehr genau beschrieben sind. Letztendlich steht immer die Frage im Raum, welche Verantwortung übernehmen wir für uns und andere. Eine Frage, die im ganzen Leben wichtig ist.

Fuminori Nakamura: "Die Maske", Diogenes Verlag, € 24,00, 978-3-257-07021-7

"Zum Heulen gut!"

So hat die Kollegin Karin Schmidt ihre Kurzinfo zu diesem Buch überschrieben. "Ich fand’s unglaublich beeindruckend: Gewalt gegen Frauen, Missbrauch, Naturkatastrophen, Rassismus, Wirtschaftskrise. Aber auch viele Lichtblicke: die liebevolle Ehe, die Oretta und Odell führen, ihre tiefe Gläubigkeit und das glaubhafte Happy End nach diesem langen Kampf der drei so unterschiedlichen Frauen, die sich auch sehr unterschiedlich wehren. Super!"

Das Buch heißt übrigens "Alligatoren" und ist der Debutroman der amerikanischen Filmemacherin Deb Spera - und jede Zeile entspringt den amerikanischen Südstaaten! Der Roman beginnt schon mit einer außergewöhnlichen - und außergewöhnlich prall geschilderten - Situation: Da sitzt eine verzweifelte Mutter einem Alligatorenweibchen gegenüber, sie weiß, dass sie nur einen Schuss hat, denn Alligatoren sind schlau ... Aber es geht nicht nur um Gertrude und ihre Töchter, es geht auch um Oretta und Miss Annie, eine ehemalige Sklavin und ihre Missus und das alles vor dem Hintergrund der sich stark verändernden Gesellschaft im Amerika des beginnenden 20sten Jahrhunderts. Ein ganz großer Roman!

Deb Spera: "Alligatoren", HarperCollins, € 22,00, 978-3-95967-220-7

Fakten?

Seit fast zwei Jahren ist Donald Trump im Amt - Monate, in denen wir uns daran gewöhnt zu haben scheinen, seine Aussagen hinterfragen zu müssen. Von 168 Aussagen, die Trump im Wahlkampf gemacht hatte, wurden rund 70 % als falsch, überwiegend falsch oder haarsträubend falsch eingestuft und doch wurde er gewählt. Und sorgt weiterhin für "alternative Fakten", die nichts anderes als Unwahrheiten sind.

Allerdings ist das "nur" der Aufhänger für Peter Köhler, ein ganzes Buch mit Unwahrheiten zusammenzustellen, bzw. mit der Richtigstellung derselben. Ob das Churchills angebliches Zitat über Statistiken ist, die "Rede des Häuptling Seattle", Luthers Aussage zu Worms: Köhler belegt die korrekten Aussagen, oft gelingt ihm sogar eine Erklärung, wie es zu den falschen Informationen kam. Das ist sehr spannend und unterhaltsam zu lesen, informativ sowieso. Und wir Leser sind nach der Lektüre mit einer gesunden Portion Skepsis ausgestattet, gerade den besonders laut geäußerten "Wahrheiten" gegenüber.

Peter Köhler: "Leonardos Fahrrad", C. H. Beck Verlag, € 12,95, 978-3-406-72814-3

Wahrhaftig abenteuerlich

Mr. Pinguin sitzt in seinem Büro und betrachtet die Pinnwand voller offener Rechnungen, als sein Telefon klingelt. Am anderen Ende ist Fräulein Knochen, die Leiterin des Museums für exklusive Seltsamkeiten - und sie ist ziemlich aufgelöst: Wenn nicht bald der Schatz gefunden wird, der im Museum versteckt sein soll, dann müssen sie das Museum wegen Geldmangel schließen! Sofort machen sich Mr. Pinguin und sein Freund Colin, die Kung-Fu-Spinne, auf den Weg ins Museum. Vom versprochenen Anteil des Schatzes, könnten sie alle Rechnungen zahlen! Und außerdem sind sie ja genau wegen eines Abenteuers Abenteurer geworden! Der Schatz ist besser versteckt als gedacht. Aber mit Mut, ein bisschen Glück und Fräulein Heckes Hilfe gelingt nicht nur die Schatzsuche, die Freunde können sogar gefährliche Juwelendiebe dingfest machen ...
Relativ große Schrift, viele Bilder, spannende Geschichte, unterhaltsamer Schreibstil - "Mr. Pinguin und der verlorene Schatz" ist ein herrliches Buch für abenteuerlustige Leser*innen ab 8 Jahren. Große Empfehlung!

Alex T. Smith: "Mr. Pinguin und der verlorene Schatz", Arena Verlag, € 14,00, 978-3-401-60450-3

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