Unser Newsletter im Mai 2024 - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Die Eulalia-Post im Mai 2024:
Eulalia-Post 01-05-2024

Liebe Büchermenschen,

der April ist immer dicht gepackt mit Veranstaltungen, Schulbesuchen und Buchhandlungsaktionen. Rosen für alle, Lose für Unicef, Verschenkbücher für die vierten und fünften Klassen – da kommt das Newsletter-Schreiben zu kurz. Aber im Mai werden es wieder zwei, ich verspreche es!
Bei unserer Los-Aktion für Unicef sind übrigens 173 € zusammengekommen, ich stocke auf 200 € auf. Großen Dank an Sie alle!
 
Außerdem habe ich mich ins Lesen gestürzt (ich hab‘ übrigens den tollsten Beruf der Welt!), weil ich mir für die Feministische Buchwoche vorgenommen hatte, gezielt Bücher von Frauen zu lesen. Es ist nicht so, dass es davon wenige gäbe, und es ist auch nicht so, dass sie besser oder schlechter als Männer schreiben. Aber irgendwie bremste mich die Vorgabe „nur Frauen“ durchaus ein wenig aus bei der Suche.
 
Nun sind also sechs Bücher im Schaufenster und auf der Homepage zu finden. Auch wenn ich gar nicht nach feministischen Themen geguckt hatte – Gleichberechtigung ist irgendwie der rote Faden …

Ella Theiss: Das Darmstädter Mörderliebchen
Im Juni 1847 kommt Gräfin Emily von Görlitz in ihren Gemächern in der Neckarstraße in Darmstadt zu Tode – eine Selbstentzündung, wie die zuständigen Behörden zuerst festhalten. Im Laufe der Wochen und nach einer sehr verspäteten Obduktion gehen sie allerdings von einem Mord aus: Kammerdiener Johann Stauf soll die Gräfin erst aus Habgier getötet und dann Feuer gelegt haben, um den Mord zu verschleiern.
Autorin Ella Theiss erzählt diese Geschichte aus der Sicht von Johann Staufs Verlobter Christina. Den Kriminalfall gab es tatsächlich, das Verfahren und die Verurteilung von Stauf auch - und Christina, die gemeinsam mit ihm ein uneheliches Kind hatte, hatte sicherlich einen schweren Stand im alles andere als weltmännischen Darmstadt. Theiss stellt ihr die Geschwister Büchner an die Seite, allen voran die Frauenrechtlerin Luise Büchner. Außerdem setzt sie diese wahre Geschichte in den historischen Zusammenhang, in den sie gehört: auch in Darmstadt brodelte es und die revolutionären Aktivitäten im nahen Frankfurt sowie die Paulskirche samt Parlament spielen eine wichtige Rolle in diesem Buch.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen. Ella Theiss‘ Schreibstil ist süffig, der Inhalt spannend und relevant. Selbst die Zitate aus Gerichtsakten und historischen Unterlagen sind weder trocken noch langweilig, sondern einfach wirklich passend gewählt und hineinverwoben. „Das Darmstädter Mörderliebchen“ ist eine kleine, feine Geschichtsstunde und rundum empfehlenswert. (Dass ich die Autorin für den Herbst zur Lesung eingeladen habe, ist nur naheliegend, oder?)
Gmeiner Verlag, 978-3-8392-0567-9, € 14,00

Mareike Fallwickl: Die Wut, die bleibt
Das fehlende Salz ist der letzte Tropfen … Helene steht vom Tisch auf, geht auf den Balkon und dort einen Schritt zu weit. So beginnt Mareike Fallwickls Buch, das hauptsächlich von zwei Stimmen erzählt wird – der von Helenes fast erwachsener Tochter Lola und der von Helenes bester Freundin Sarah. Beide hätten gedacht, dass sie Helene sehr gut kennen, beide trifft ihr Tod vollkommen unvorhergesehen. Und beide reagieren vollkommen unterschiedlich: Lola kannte Helenes Alltag und die Fallstricke der mütterlichen Zuständigkeit. Sie findet Kameradinnen, Freundinnen, und macht sich mit ihnen auf, dort aktiv zu werden, wo es gegen Frauen geht. Die vier werden zu einer Art solidarischer Kampftruppe. Sarah hingegen sucht nach einem Verständnis des Geschehenen, indem sie Johannes, Helenes Witwer, bei der Versorgung der beiden kleinen Jungs hilft. Denn Johannes scheint das nicht stemmen zu können und das ist ja durchaus verständlich, findet sie. Gerade auch jetzt, wo in der Pandemie das öffentliche Leben sowie die Kindergärten und Schulen nur sehr eingeschränkt funktionieren …
Dieses Buch hat eine wahnsinnige Wucht. Und das, obwohl Mareike Fallwickl nicht ins Detail ausbuchstabiert, was vor sich geht. Jeder Satz, jede Drehung „sitzt“ – wer Verantwortung in der Familie hat (und die muss gar nicht für Kinder sein …) kann nachvollziehen, was Helene fühlte. Und auch, was in Lola und Sarah vorgeht, wie sie reagieren, wie sich die Prioritäten des Lebens verschieben, all das erzählt Fallwickl kompromisslos. Auch wenn Lola und Sarah am Ende des Buches ihre Wege selbstbestimmt und gegen Konventionen wählen – die Wut bleibt.
Das ist keine leichte Kost und sicherlich nichts, was man so nebenbei lesen kann: „Die Wut, die bleibt“ erzählt Frauenleben fast exemplarisch. Das wird mich noch lange beschäftigen.
Rowohlt Verlag, 978-3-499-00912-9, € 14,00
 

Ans Herz legen möchte ich Ihnen auch diese Ausstellung, die mittels KI-generierter Bilder Frauen in der Wissenschaft sichtbar macht. (Sie ist im Mai nicht zu besichtigen, aber im Juni gibt es noch einige Termine!). Dass Frauen für ihre Lebensleistung seltener belobigt werden, das ist eine Binse. Aber es zwingt uns ja niemand, damit einfach weiterzumachen, oder? LINK

 
Ich hatte mich gestern , quasi passend zum Hauptthema dieser Eulalia-Bücherpost, auf die Suche nach Gedichten über Frauen gemacht. Es ist immer nicht so leicht, weil ja eine freie Verwendung des Gedichtes erlaubt sein muss für den Abdruck hier, Gemeinfreiheit nennt sich das. Da ich diesmal keine meiner Anthologien zur Hand hatte, habe ich das Internet bemüht – und bei den ersten Einträgen ausschließlich misogyne Gedichte gefunden, sowohl alte als auch neue. Das hat mich ziemlich erschreckt, ich kann das gar nicht anders sagen. Zum Glück gab es im ausgehenden 14. Jahrhundert noch Geoffrey Chaucer … (Und nein, ich halte Frauen nicht für die besseren Menschen. Aber nach der geballten Ladung Misogynie war dieses Gedicht einfach wohltuend!)

Was ist besser als Gold?
Jaspis.
Was ist besser als Jaspis?
Weisheit.
Was ist besser als Weisheit?
Frauen.
Und was ist besser als eine gute Frau?
Nichts!

 
Hier noch ein letzter Hinweis zum Thema Frauen bzw. Feministische Buchwoche: Es gibt bei der musikalischen Veranstaltung „Zwei bemerkenswerte Frauen“ am Montag (06.05.24) um 19 Uhr, noch ein paar freie Plätze! Birgit Weinmann und ich schlüpfen in die Rollen von Charlotte Bronte und Virginia Woolf - ihr Gespräch dreht sich um die Rolle von Frauen in der Literatur, das Leben im Allgemeinen, aber auch Familie und die Liebe. Ina Burger begleitet den Abend mit Sequenzen auf dem Kontrabass.
Der Eintritt beträgt 10 €.

Womit wir bei den Terminen wären, da stehen in der nächsten Woche drei weitere an:
 
Am Mittwoch (08.05.24) kommt Dr. Matthias Kneip zur Lesung ins Schöfferhaus, „Polen in Augenblicken“, das Thema der Veranstaltung, ist eine poetische Hommage an unser Nachbarland, in der Kneip ebenso einfühlsam wie hintergründig unterschiedlichen Facetten nachspürt. Die Veranstaltung ist federführend vom Verein Städtepartnerschaft organisiert, Mitveranstalter sind wir, die Schöfferstadt Gernsheim und die Kreisvolkshochschule.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und kostet 7 € Eintritt.

 
Am Samstag (11.05.24) ist in der Buchhandlung so richtig „Highlife“:
Während der Öffnungszeiten (9 bis 13 Uhr) laden wir zum Gratis-Comic-Tag. Zehn Verlage haben tolle und interessante Comics ausgesucht, die sie kostenfrei zur Verfügung stellen. Einfach kommen und abholen 😊
Um 15 Uhr kommt dann Andrea Reitmeyer zur Kinder-Mitmach-Lesung aus „Kleine Biene Hermine, wo bist du zu Haus?“. Das wird toll! Eingeladen sind Kindergartenkinder mit Begleitung, und der Eintritt ist frei (wir bitten dringend um Anmeldung).
 
 
Was fehlt? Der Bilderbuchpfad: Dort sind derzeit wimmelige Bilder ohne Text spazierenzusehen. Sie sind als Erzählgrundlage bestens geeignet … Ich kann noch nicht genau sagen, ob ich sie am 22.05. oder 29.05. auswechsle, aber in der nächsten Eulalia-Post steht dann auch das.
 

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, mit schönen Erlebnissen, wenig Unbill (gerne auch keinem Unbill!) und freundlichen Menschen.

Und: Lesen Sie gut!

Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen

mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224

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