Die Eulalia-Post im März 2026:
Eulalia-Post 02-03-2026
Liebe Büchermenschen,
vor kurzem habe ich eine abendliche Weiterbildung bezüglich Comics als Leseförderung gemacht. Das war superinteressant – und selbstverständlich auch hilfreich. (Unsere Comics werden demnächst umsortiert und ich werde sie auch beratungstechnisch nochmal anders in den Fokus stellen.)
Ein paar Tage später hat sich ein Museumstag für mich ergeben und, man sieht ja immer nur das, was man eh‘ im Kopf hat, ich habe eine Ausstellung im Museum Weltkulturen entdeckt: „Sheroes“ beschäftigt sich mit Comics vom afrikanischen Kontinent. Der Titel ist eine Kombination von „she“ und „heroes“, tatsächlich ist die Ausstellung weiblich geprägt, es sind überwiegend Comic-Autorinnen und auch viele Heldinnen. Man kann da problemlos mehrere Stunden verbringen, denn neben jeweils einigen Seiten und der Genese gibt es Interviews zum Anhören. Das alles ist wirklich interessant! Man erfährt nicht nur, warum dieses Genre dort überwiegend im Internet stattfindet (Bücher zu kaufen ist nicht überall einfach), sondern viele Titel greifen auch die Geschichte einzelner Länder auf. Ich hab‘ jedenfalls sehr viel gelernt und empfehle diese Ausstellung absolut! (Es gibt übrigens auch ein Computerspiel dort zu spielen – vielleicht ist das für jugendliche Nicht-Museums-Gänger:innen das wichtigste Argument …)
Da ich mir ein MuseumsUferTicket gekauft hatte, war ich anschließend um Museum für angewandte Kunst in „Wolle – Seide – Widerstand“. Und auch diese Ausstellung kann ich wärmstens empfehlen! Allerdings muss man sie, damit man viele Informationen mitnimmt, tatsächlich mit dem dort zur Verfügung stehenden Handout durchgehen. Mein Highlight war übrigens ein Teppich, den man begehen darf, er bildet ein Teil des Amazonas-Deltas ab, und ich habe die unterschiedlichen Strukturen unter den Füßen sehr genossen!
Mein Versuch, auch noch die Ausstellung „Die Nazis waren ja nicht einfach weg“ im Museum für Kommunikation zu besuchen, hat nur so halb funktioniert – da geh‘ ich sicher mit mehr Zeit noch einmal hin.
Das erwähnte MuseumsUferTicket ist im Übrigen grandios: es berechtigt dazu, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen 39 Frankfurter Museen zu besuchen und kostet nur 21 €! Sogar die hochpreisigen Museen wie Städel und Schirn sind enthalten und wenn man an einem Sonntag den ersten Tag hat, kann man den zweiten Tag am Dienstag nehmen, man wird also nicht so „museumssatt“. LINK
Als Gedicht gibt es in dieser Eulalia ein Bild: Da gibt es nämlich auch welche, bei denen Form und Text gemeinsam mehr sind als ein Ganzes – wie beim Comic … „Der Trichter“ ist aus der Feder von Christian Morgenstern.Die Termine als pdf kommen erst in der nächsten Eulalia, mir fehlt noch eine Info. Aber die vier im April und einen dazugehörigen im Mai kann ich hier schon aufgreifen:
Vom 20. April bis 25. April 2026 ist die Feministische Buchwoche. Wie in den letzten drei Jahren präsentieren wir auf unserem Mitteltisch eine Auswahl an wichtigen Titeln – und die Buchbesprechungen April passen auch alle zum Thema.
Am Donnerstag, 23. April 2026 ist um 19 Uhr hier in der Buchhandlung die Lesung mit Robert Focken. Sein Roman „Fangt den Washington“ bietet einen frischen Blick auf ein Stück Weltgeschichte: Vor 250 Jahren segelten hessische Söldner mit den Briten nach Amerika, um die Rebellen George Washingtons zu entwaffnen. Hier wird ihre abenteuerliche Expedition nacherzählt - und die lässt einen staunen, hoffen und mitbangen - denn nichts läuft wie geplant. Scharenweise verlieben sich deutsche Grenadiere vor Ort und desertieren, gleichzeitig strömen den Protagonisten Tausende von Sklaven entgegen, auf der Suche nach Freiheit - viele landen später in Kanada und auch in Kassel. Und wenn sie Washington doch noch gefangen hätten, dann wäre die Weltgeschichte ganz anders verlaufen.
Der Eintritt kostet 10 €, um Anmeldung wird gebeten.
Der Eintritt kostet 10 €, um Anmeldung wird gebeten.
An diesem Tag ist übrigens der Welttag des Buches – es gibt wie in jedem Jahr Rosen für alle, die kommen!
Am Samstag, 25. April 2026 ist von 14.30 bis 17 Uhr das Bücherfest auf dem Schöfferplatz in Kooperation mit dem Kinderschutzbund. Ein Termin, auf den ich mich immer sehr freue: Es gibt viel zu erleben und in diesem Jahr auch einen Themenschwerpunkt auf Kinderrechte. Außerdem gibt’s um 15.30 und 16.30 Uhr Bilderbuchkino für 3 bis 7-Jährige und während der ganzen Zeit eine Schnitzeljagd durch Gernsheim für Grundschulkinder – mit schönen Gewinnen und natürlich auch Trostpreisen.Am Donnerstag, 30. April 2026, habe ich für 16 Uhr eine Führung im Hessischen Staatsarchiv gebucht: Dort gibt es derzeit eine Ausstellung über Fake News aus der hessischen Geschichte. Das passt thematisch perfekt zwischen die Lesung von Robert Focken und die Woche der Meinungsfreiheit (03.05. bis 10.05.26), die in diesem Jahr den Untertitel „Was ist wahr?“ trägt. Die Führung dauert 1,5 Stunden und ist kostenfrei, für Hin- und Rückfahrt können wir aus Haftpflichtgründen leider nicht eintreten. Aber wir können gerne Mitfahrgelegenheiten vermitteln.
Falls Sie das interessiert: Wir bitten um Anmeldung. Und vielleicht hat ja jemand Lust, danach entspannt einzukehren?
Falls Sie das interessiert: Wir bitten um Anmeldung. Und vielleicht hat ja jemand Lust, danach entspannt einzukehren?
Am Samstag, 9. Mai 2026, gibt’s in der Buchhandlung ein Kneipenquiz zum Thema Grundgesetz. Hierfür können sich Gruppen bis vier Personen anmelden, die sich fit genug fühlen, Fragen zu diesem Thema zu beantworten (ein Grundgesetz zum Nachschlagen gibt’s für jede Gruppe dazu). Diese Gruppen treten gegeneinander an, und wer am meisten weiß, ist Sieger:in! Dazu gibt’s kostenlose Getränke und Knabbereien. Einen Gewinn gibt’s nicht, es geht „nur“ um Ruhm und Ehre - und natürlich Spaß!
Zwei Buchempfehlungen gibt’s wie immer in diesem Newsletter.
Ralf Schwob empfiehlt - Thomas Knüwer: Giftiger Grund
Joran hat mit seinen Kumpels eine Tankstelle überfallen und dabei einen alten Mann schwer verletzt. Nach acht Jahren im Gefängnis kommt er in seinen Heimatort zurück und muss feststellen, dass er trotz bester Vorsätze immer wieder scheitert: bei der Jobsuche, beim Finden einer Wohnung, bei der Aussöhnung mit seinem Vater.
Die Tankstelle ist mittlerweile geschlossen und ein „Lost Place“ und Joran weiß, dass dort irgendwo auf dem Gelände noch das Geld aus dem Überfall versteckt sein muss. Als er sich eines Nachts dorthin begibt, kommt ihm die die Influencerin Charu in die Quere, die Fotos für ihren Blog von „Lost Places“ machen will. Und damit nicht genug: In der stillgelegten Waschanlage campiert jede Nacht ein kleines Mädchen, das wie ein scheues Waldtier sofort flieht, sobald sich ihr jemand nähert …
Thomas Knüwer erzählt in seinem ungewöhnlichen Krimi von drei Menschen, die nichts miteinander verbindet, außer der Suche nach einem besseren Leben. Dass alle drei dabei in Ereignisse hineingezogen werden, die bald mehrere Todesopfer fordern, ist nach ihrem Zusammentreffen in der Waschanlage so überraschend wie unausweichlich. Mit klarem Blick für soziale Milieus und einem feinen Gespür für Spannungsbögen, zieht einen der Autor immer tiefer ins Geschehen. Man fiebert mit den drei unterschiedlichen Charakteren bis zum Schluss und wünscht ihnen das Beste. Ob die Geschichte aber für alle drei auch gut ausgeht?
Droemer Verlag, 978-3-42656-846-0, € 18,00
Thomas Knüwer erzählt in seinem ungewöhnlichen Krimi von drei Menschen, die nichts miteinander verbindet, außer der Suche nach einem besseren Leben. Dass alle drei dabei in Ereignisse hineingezogen werden, die bald mehrere Todesopfer fordern, ist nach ihrem Zusammentreffen in der Waschanlage so überraschend wie unausweichlich. Mit klarem Blick für soziale Milieus und einem feinen Gespür für Spannungsbögen, zieht einen der Autor immer tiefer ins Geschehen. Man fiebert mit den drei unterschiedlichen Charakteren bis zum Schluss und wünscht ihnen das Beste. Ob die Geschichte aber für alle drei auch gut ausgeht?
Droemer Verlag, 978-3-42656-846-0, € 18,00
Praktikantin Liv empfiehlt - Miguki: Frühlingssturm und Monster
Ranko Haruna, eine Oberschülerin, möchte am liebsten unsichtbar sein. An einem Tag, als sie nach Hause ging, begegnete sie einem Jungen, der jemanden verprügelte. Ranko Harunas Mutter möchte wieder heiraten und zusätzlich soll Ranko Haruna einen Stiefbruder bekommen. Doch ausgerechnet der Junge, dem sie begegnet ist, stellt sich als ihr neuer Stiefbruder, namens Kaya, heraus! Ranko Haruna ist am Anfang gar nicht begeistert, so ein Typ, der keine Gefühle hat, soll ihr Stiefbruder werden? Nicht verwunderlich, dass es wegen den Gegensätzen zum Streit zwischen den beiden kommt. Kaya verschwindet von Zuhause und Ranko Haruna erfährt zum allersten Mal, dass Kaya nie eine richtige Familie hatte. Von Schuldgefühlen geplagt, macht sie sich auf die Suche nach ihm. Doch kann sie diesem Monster eine gute Schwester sein und bleiben?
Ich finde, Frühlingssturm und Monster ist ein Manga, der tief in die Gefühle der Angst vom Verlassenwerden und dem Beginn des sozialen Kontaktes erzählt. Man versteht durch den Manga besser, dass solche Gefühle für jeden Menschen anders schwerliegend sind und jeder so damit umgeht, wie er es für richtig hält. Dieses Hauptthema im Manga wird abwechslungsreich mit schönen Illustrationen und witzigen Momenten so dargestellt, dass es sich leicht in den Manga reinfinden lässt. Es ist auch sehr interessant, wie die Beziehung zwischen Ranko und Kaya aufgebaut ist, da sie beide auf ihre unterschiedlichen Weisen nicht besonders gut mit anderen Menschen umgehen können und genau diese Art sie verbindet.
Loewe Manga, Übersetzung: Dorothea Überall, 978-3-7432-2023-2, € 7,50
Diese Hilfestellung bei den Buchempfehlungen führt mich noch zu einer ganz anderen Frage: Hat jemand von Ihnen Zeit und Lust, uns beim Urlaubsbuchabend zu unterstützen und ein oder zwei Bücher vorzustellen? Freie Titelwahl 😊 Der Urlaubsbuchabend ist wie immer am 21. Juni, weil das ein Sonntag ist, beginnen wir schon um 18 Uhr.
Die letzte Eulalia hatte ausschließlich das Thema Buchhandlungspreis, Sie erinnern sich vermutlich. Das möchte ich gerne noch um drei kurze Infos ergänzen:
- Es ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit, dass „The Golden Shop“ das Zitat „Deutschland verrecke bitte“ auf der Fassade hat. Wahr ist auch, dass das ein Zitat der Band Slime ist und es Gerichtsentscheidungen gibt, dass dieser Satz von der Kunstfreiheit gedeckt ist. (Mögen muss man ihn nicht.) Wahr ist außerdem, dass es befremdet, nur diese Fassade abgebildet zu sehen, wo die anderen beiden Buchhandlungen doch genauso bieder aussehen wie mein Laden. Halbwahrheiten sind eine billige Form der Meinungsmache. (Auch der Golden Shop steht natürlich mit „beiden Füßen“ auf dem Grundgesetz.)
- Das war, wie befürchtet, ein Anfang für angedrohte Streichungen bei der Kulturförderung – bereits jetzt überlegt man sich als Fördernehmer sehr genau, was man schreibt und anbietet, wenn man weiterhin Förderung bekommen will. Die „innere Zensur“ greift. Leider.
- Die Kultusminister von acht Bundesländern, darunter Hessen, haben sich gegen die Vorgehensweise, den Verfassungsschutz in die Kulturförderung einzubeziehen, ausgesprochen. Das finde ich sehr gut!
Damit gibt’s nur noch zwei Dinge zu sagen: Wir wünschen Ihnen ein herrliches Osterfest! Mit nettem Beieinander, schönen Gesprächen, Erholung und gutem Essen.
Und, Lesen Sie gut!
Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen
mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224
Eulalia-Post 01-03-2026
Liebe Büchermenschen,
sicherlich haben Sie es mitbekommen: Kultusminister Weimer hat drei Buchhandlungen vom Buchhandlungspreis ausschließen lassen. Zwei davon waren für die Kategorie 15.000 € aufgestellt. In Folge der allgemeinen Empörung hat Weimer die Preisverleihung (die eh zeitlich seltsam angesetzt war, eine einzige Stunde für Reden, Überreichung, Foto, Sekt und Vernetzen) abgesagt.
Die drei Buchhandlungen haben übrigens das gleiche Schreiben bekommen, das jede Buchhandlung, die teilgenommen, aber nicht gewonnen hat, bekommen hat – dass die Jury sie nicht ausgewählt hätte. (Die Jury wurde außerdem dazu aufgefordert, nachzunominieren, hat sie aber nicht gemacht. Sonst wäre der ganze Vorgang vielleicht gar nicht bekannt geworden.)
Grundlage für die Aberkennung ist die Anwendung des sogenannten „Haber-Verfahrens“: es fordert, bevor staatliche Gelder an Personen, Institutionen oder Vereine ausgezahlt werden, dazu auf, beim Verfassungsschutz nachzufragen. Denn „missbräuchliche Inanspruchnahme staatlicher Leistungen durch extremistische und terroristische Organisationen, Gruppierungen und Einzelpersonen“ gelte es zu vermeiden. Dieses Verfahren ist hochkritisch, denn der Verfassungsschutz darf gar keine konkreten Infos rausgeben (es gibt ein entsprechendes Verfassungsgerichtsurteil von 2022), das BKM ist weder die Polizei noch eine andere Strafverfolgungsbehörde. Darum wissen die Buchhandlungen überhaupt nicht, was ihnen vorgeworfen wird und können keine Stellung beziehen. Sehr wahrscheinlich (hoffentlich! Weil es ja dieses Urteil gibt!) weiß auch das BKM nicht, was vorliegt. Im Verfassungsbericht der jeweiligen Bundesländer tauchen die Buchhandlungen jedenfalls nicht auf.
Alle drei Buchhandlungen sind fester Bestandteil ihres Stadtumfeldes, alle drei haben den Preis schon mindestens einmal bekommen – sie machen einfach richtig gute Kulturarbeit. Ja, sie vertreten linke Positionen. Aber sie sind weit (!) davon entfernt extremistisch oder sogar terroristisch zu sein.
Seit letztem Mittwoch ist das bekannt, die SZ hat entsprechende Informationen bekommen, woher auch immer. Seitdem kocht die Branche. Von überall her kommen Solidaritätsbekundungen und, da die Buchhandlungen klagen werden, fließt auch von überall her Geld, denn so eine Klage ist teuer.
Warum Widerstand da so wahnsinnig wichtig ist? Und zwar nicht nur für diese drei und nicht nur für die Branche, sondern auch für sämtliche anderen Empfänger:innen von Fördermitteln? Egal ob Kunst und Kultur, NGO, Jugendhilfe, politische Bildung oder was auch immer?
Die Folge einer so undurchsichtigen und willkürlichen Entscheidung ist, dass jede:r, der in irgendeiner Form auf Fördergelder angewiesen ist, sich sehr genau überlegen wird, was er:sie tut. Welche Veranstaltungen, welches Sortiment, welche Statements. Damit wären die Möglichkeiten der Meinungsbildung für Kulturliebhaber:innen, für die Kundschaft, für Jugendliche etc. massiv eingeschränkt – das ist also ein eindeutiger Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit.Und es ist ein Eingriff in die wirtschaftlichen Möglichkeiten aller genannten Wirtschaftsbetriebe und Institutionen. Also auch von Buchhandlungen und Verlagen – besonders der kleinen und engagierten. Jenseits von Fördermitteln. Denn diese Form der Diskreditierung beeinflusst ja auch Kaufentscheidungen.
Damit sind wir übrigens auch mitten beim anstehenden Termin: Dem indiebookday. Der ist morgen, also am 14.03.2026 – und das Plakat weißt auf die drei „rausgeworfenen“ Buchhandlungen hin. Rote Straße, Schwankende Weltkugel, Golden Shop, genau diese sind abgebildet. Wir feiern diesen Tag diesmal mit einer sehr besonderen Präsentation unseres Sortiments – wir haben immer ziemlich viele Bücher aus kleinen unabhängigen Verlagen – und mit sehr leckerem italienischem Zitronenkuchen. (Beim Kuchen: So lange der Vorrat reicht!). Komm‘ Se rum!
Eine unserer Buchempfehlungen für den März betraf übrigens Protestkunst. Dabei war nichts von den Vorgängen um den Buchhandlungspreis absehbar …
De Nichols: Auf die Straße! Kunst als Protest
„Leg los: 1. Erstelle eine List mit dir bekannten gesellschaftlichen Missständen. 2. Trommle Mitstreiter:innen zusammen. 3. Entwirf ein Protestschild. 4. Benutze alltägliche Dinge.“ Den Überschriften auf Seite 16 folgen jeweils zwei, drei Sätze mit konkreten Arbeitsvorschlägen. Damit endet das erste Kapitel dieses Buches, „Warum Kunst in sozialen Bewegungen wichtig ist“. Im zweiten Kapitel gibt es nicht nur Übersichten über alle Möglichkeiten des Protests und die Historie bereits gelungener Aktionen auf der ganzen Welt, sondern hier wird es auch ganz praktisch mit Erklärungen zu Symbolen, Farben, Typografie. Das dritte Kapitel widmet sich konkreten Personen, die mit ihrem Tun Geschichte geschrieben haben – das Kapitel endet mit „Leg los: 1. Organisiere einen Flashmob. 2. Überlege dir einen coolen Namen und ein Logo für deinen Protest. 3. Trage deine Forderungen zur Schau.“ Das vierte Kapitel entwirft Protestkunst von morgen; hier haben auch die sozialen Medien ihr Zuhause. Alle Kapitel verzichten weitestgehend auf durchgehenden Text, die Autorin De Nichols arbeitet mit Stichpunkten und kurzen Textsequenzen. Dadurch gelingt es ihr, viele Facetten von Protestkunst zu präsentieren.
Dieses Buch ist aufgemacht wie ein Jugend-Sachbuch – aber ich finde, dass wir den Protest gerade nicht nur der Jugend überlassen können oder dürfen. Die Themen, gegen die es aufzustehen gilt – allen voran Klimakollaps und Demokratiegefährdung durch rechtsextremistische Bestrebungen – werden Jugendliche in weit größerem Maße betreffen als uns. Es ist eine Frage der Fairness, mit ihnen gemeinsam Schlimmes zu verhindern. Und genau dabei hilft „Auf die Straße“ wirklich gut!
Gerstenberg Verlag, Übersetzung: Leena Flegler, 978-3-8369-6403-6, € 22,00
Und die zweite Empfehlung hängt mit dem Lesekreis „Gernsheim liest“ zusammen, der sich am 26.03.2026 um 19 Uhr in der Stadtwabe trifft:
Gabriele von Arnim: Der Trost der Schönheit – Eine Suche
Zwischen das Novembergrau mogelt sich ein bunter Blätterstreifen – und Gabriele von Arnim, die ihn entdeckt, freut sich. Und wundert sich über diese Freude, die so unangemessen scheint im Corona-Winter. Aber: ist es nicht genau dieses frohe Gefühl beim Anblick von Kleinigkeiten, welches uns überhaupt zu Menschen macht? Können wir leben ohne den Schal, der uns so gut gefällt? Ohne den Spaziergang am Lieblingsort? Ohne das freundliche Nicken der Person, die uns gerade entgegenkommt? Natürlich können wir das. Nur nicht so gut. Schönheit wahrzunehmen, wahrnehmen zu können, stärkt uns, und wenn es nur ein kleines -bisschen ist. Das kleine Bisschen, das uns trennt von der großen Verzweiflung, denn sind wir doch ehrlich, es gibt gerade wirklich viel Schreckliches auf der Welt.
Das Buch trägt den Untertitel „Eine Suche“ – und das scheint mir fast noch wichtiger zu sein, als der eigentliche Titel. Denn um die Wichtigkeit von guten Momenten wissen wir, aber warum wir uns oft gleichzeitig schlecht fühlen, das wissen wir nicht. Dafür braucht es einen genaueren Blick, eine große Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Gabriele von Arnim lässt uns Leser:innen an ihrer Suche teilhaben. Und ich freue mich über jede Erkenntnis und fühle mich gestärkt und getröstet, einfach „nur“ dadurch, dass ich das lesen und darüber nachdenken kann.
Rowohlt Verlag, 978-3-499-01185-6, € 14,00
Gabriele von Arnim: Der Trost der Schönheit – Eine Suche
Zwischen das Novembergrau mogelt sich ein bunter Blätterstreifen – und Gabriele von Arnim, die ihn entdeckt, freut sich. Und wundert sich über diese Freude, die so unangemessen scheint im Corona-Winter. Aber: ist es nicht genau dieses frohe Gefühl beim Anblick von Kleinigkeiten, welches uns überhaupt zu Menschen macht? Können wir leben ohne den Schal, der uns so gut gefällt? Ohne den Spaziergang am Lieblingsort? Ohne das freundliche Nicken der Person, die uns gerade entgegenkommt? Natürlich können wir das. Nur nicht so gut. Schönheit wahrzunehmen, wahrnehmen zu können, stärkt uns, und wenn es nur ein kleines -bisschen ist. Das kleine Bisschen, das uns trennt von der großen Verzweiflung, denn sind wir doch ehrlich, es gibt gerade wirklich viel Schreckliches auf der Welt.
Das Buch trägt den Untertitel „Eine Suche“ – und das scheint mir fast noch wichtiger zu sein, als der eigentliche Titel. Denn um die Wichtigkeit von guten Momenten wissen wir, aber warum wir uns oft gleichzeitig schlecht fühlen, das wissen wir nicht. Dafür braucht es einen genaueren Blick, eine große Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Gabriele von Arnim lässt uns Leser:innen an ihrer Suche teilhaben. Und ich freue mich über jede Erkenntnis und fühle mich gestärkt und getröstet, einfach „nur“ dadurch, dass ich das lesen und darüber nachdenken kann.
Rowohlt Verlag, 978-3-499-01185-6, € 14,00
Was gibt’s noch? Eine feine Veranstaltung des Vereins Städtepartnerschaften, bei der wir Kooperationspartner sein dürfen, finden Sie in der Anlage.Außerdem erarbeiten wir gerade die Termine für das zweite Quartal (und auch schon einige für den Herbst) – Sie bekommen mit der nächsten Eulalia wieder eine feine Übersicht.
Wichtig ist auch noch die Kommunalwahl am Sonntag. Ich zähle auf Sie.
Und: Lesen Sie gut!
Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen
mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224