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Unser Newsletter im Januar 2026 - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Öffnungszeiten ab 2026: DI-FR 10:00 - 12:30 | MO-FR 14:00 - 18:30 | SA 10:00 - 13:00

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Die Eulalia-Post im Januar 2026:
Eulalia-Post 01-01-2026

Liebe Büchermenschen,

wir hoffen sehr, dass Sie das Jahr gut angefangen haben! Gemütlich oder fröhlich feiernd zum Jahreswechsel und jetzt gesund und entspannt – das wünschen wir sehr!
Gerade weil die Weltlage keine gute ist … Besonders erschüttert mich die Lage im Iran. Dort sind bei den Unruhen nach konventionellen Zählungen fast 1000 Menschen durch die Revolutionsgarden zu Tode gekommen, ich habe aber auch schon von mehr als 12.000 Menschen gelesen. Keiner weiß Genaues. Aber es ist erwartbar, dass es in den nächsten Wochen noch viele Todesurteile geben wird. Ich weiß, ehrlich gesagt, überhaupt nicht, was ich als Einzelperson da tun kann, außer mich und andere informieren sowie Beiträge in Social Media teilen. Wobei, doch, mir fällt durchaus noch etwas ein: Mit hier lebenden Iraner:innen reden, mitfühlen, das ist für sie alles unglaublich schwer auszuhalten. Vielleicht auch Politiker:innen anschreiben, denn am Umgang mit diesem entsetzlich agierenden Regime etwas zu ändern – das scheint mir notwendig. Und vor allem: Auf den Mut und das Miteinander der Menschen dort vertrauen. Selbst nicht verzagen, denn das hilft ja überhaupt keinem Menschen.

Ich habe hin und her überlegt, ob das Obenstehende bezüglich Iran nicht meinen Newsletter „sprengt“. Ob mir das zusteht, vor allem, ob ich Ihnen zu viel zumute. Dafür entschieden habe ich mich letztendlich wegen Navid Kermani, der in der SZ über die Angst sprach, die hier bei uns grasiert, und die zum Tragen kommt, wo eigentlich Mut herrschen sollte. Jetzt ist es nicht wirklich mutig, in meinem Newsletter über ein mordendes Regime zu schreiben – aber Angst davor haben, Sie damit zu konfrontieren, die sollte ich auch nicht haben. Sicher sind Sie eh‘ informiert. Und vielleicht nutzt es ja doch, wenn wir auch öffentlich reden, hinsehen, dem iranischen Regime nicht „einfach alles durchgehen lassen“ …

Der*die unbekannte Dichter:in (vielleicht tatsächlich eine Frau, denn deren Namen wurden – noch – seltener übermittelt) aus dem 13. Jahrhundert hat sich jedenfalls fürs Mutigsein entschieden.

Mein Trachten schwingt ins Weite kühn
Das wird mich, hoff‘ ich, machen froh
Ob man verübelt mein Erglühn
Kehr ich mich nicht, was einer droh.
Entzücken und Begeisterung gar,
Das gibt mir Mut in allen Sachen,
Zu übertrotzen die Gefahr.
Was heut nicht ist, kommt übers Jahr.
Wer Freunde sucht, muss es so machen.

Damit sind wir mitten in den Terminen:
Wie in jedem Jahr organisiert der Verein „Memor“ eine Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung des KZ Auschwitz. Diesmal findet diese Veranstaltung am Sonntag, 1. Februar 2026 um 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Gernsheim statt, den Pressetext mit allen Infos gibt es hier.
Ergänzend dazu möchte ich Ihnen eine Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt empfehlen: Die israelische Fotografin Ruthe Zuntz hat für „What a Family!“ 500 Jahre Familiengeschichte erforscht und daraus eine beeindruckende Ausstellung gemacht. Nur noch bis 22. Februar 2026 anzusehen – es lohnt sich sehr! LINK

Knapp zwei Wochen vorher, also schon am kommenden Montag (19. Januar 2026) um 19 Uhr haben wir hier eine sehr besondere Veranstaltung: Gabriela Enderich vom Hospizverein Wegwarte und ich widmen uns dem Thema „Abschied und Trauer“. Wir haben vor allem im Blick, wie schwierig der Umgang für Menschen ist, die dicht dran aber eben nicht so dicht dran sind – oft fällt man in eine Sprachlosigkeit, die sich aus Unsicherheit speist. Dieser Sprachlosigkeit wollen wir, mit vielen Infos und Buchtipps, entgegentreten. Wir zeigen auf, wie ein so schweres Thema sich, auch in Kindergarten und Schule, schon ein wenig „anbahnen“ lässt, damit, wenn es nötig ist, Hilfe möglich ist. Aber nicht nur Erzieher:innen und Lehrkräfte sind willkommen, sondern jeder Mensch, der sich interessiert. Wir haben genug Material für alle …
Es ist eine gute Stunde veranschlagt, wir stehen aber gerne auch länger zur Verfügung. Und der Rahmen ist, mit Tee und Gebäck, ein geschützter und heimeliger. Die Veranstaltung kostet keinen Eintritt, um Anmeldung wird gebeten.

Am Dienstag, 3. Februar 2026, lädt der Behindertenbeirat Gernsheim gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner (uns eingeschlossen) zum „Dialog mit der Dunkelheit – Lesung mit dem erblindeten Marcel Heim“ ein. Die Veranstaltung findet im Schöfferhaus statt und beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Am Mittwoch (25.02.2026) holen wir die Lesung mit Birgit Herold nach, die im November ausfallen musste. Ihr Roman „Die Schreiberin“ ist sehr interessant und toll geschrieben, die Lesung nicht „nur zum Zuhören“, sondern Sie haben die Gelegenheit, auch eine mittelalterliche Fertigkeit auszuprobieren. Beginn ist um 19 Uhr, die Veranstaltung findet in der Buchhandlung statt und kostet 10 € Eintritt.
Alle Termine ab März stehen schon fest, aber ich hab‘ leider noch keine Übersicht zusammenstellen können. (Immer glaub‘ ich, ich wäre schneller als ich dann wirklich bin. Hmpf.) Die kommt bei der nächsten Eulalia als Anhang – und liegt dann auch ausgedruckt in der Buchhandlung bereit. Wir haben wieder ein schönes, sehr vielfältiges Programm für alle Altersstufen zusammengestellt.

Wichtig, weil das ein wenig Vorlauf hat, ist noch „Gernsheim liest“, die Veranstaltung in der Stadtwabe, die ich vor etwas mehr als zwei Jahren mit Birgit Weinmann ins Leben gerufen habe. Beim letzten Treffen wurde gewünscht, dass sich alle gemeinsam demselben Buch widmen, wir also zu einem klassischen „Lesekreis“ werden. Das erste Treffen wird es am Donnerstag (26. März 2026) um 19 Uhr in der Stadtwabe geben. Birgit Weinmann und ich haben, weil wir das gerade sehr passend finden, „Vom Trost der Schönheit“ von Gabriele von Arnim ausgewählt.

Im Januar gibt es wieder den normalen Rhythmus bei den Buchbesprechungen. Heißt – ein Bilderbuch, ein Kinder- oder Jugendbuch, drei Romane verschiedener Genres und ein Sachbuch. Für die Eulalia habe ich Bücher ausgewählt, die sich mit dem kulturübergreifenden Miteinander beschäftigen, es sind die beiden Titel für junge Menschen. Ich möchte sie aber jedem ans Herz legen.

Franziska Ludwig: Kennen wir uns? Unsere geheimen Gemeinsamkeiten
Wimmelbücher gehören in jedes Kinderzimmer! Seit Ende der 60er Jahre gibt es diese besonderen Bilderbücher, die, meist ohne Worte, sehr detailreich viele verschiedene Geschichten erzählen, allesamt auf einem Bild. Mit den Wimmelbüchern von Rotraud Susanne Berner haben sie sich grundhaft weiterentwickelt, denn ihre Wimmelbilderbücher erzählen Geschichten über die Seiten und sogar die einzelnen Bücher hinweg.
Franziska Ludwigs Wimmelbuch macht, genau wie alle Wimmelbücher, sehr viel Spaß. Dabei hat es einen „Auftrag“ – es zeigt auf, wie unterschiedlich wir alle sind. Und gleichzeitig, was wir gemeinsam haben. Jede Seite, manchmal auch Doppelseite, hat eine andere Überschrift: „Alle, die etwas auf dem Kopf haben – manche immer, manche öfter, manche manchmal, manche ganz selten“ ist die erste. Zu sehen sind Dieter mit einem Papphut, Olaf mit Zylinder, Elif mit Wollmütze, Fenja mit Helm und noch viele andere Personen. „Alle, die Sachen sammeln“ machen das mit ganz unterschiedlichen Dingen: Likes, Trophäen, Infos über Haare, Müll. Und „alle, die jetzt glücklich sind“, sind das auch mit oder wegen ganz unterschiedlicher Dinge. Weil die Autorin und Illustratorin das mit sehr viel Situationskomik und Charme darstellt, kann man egal welche Seite aufschlagen und hat Grund zur Freude. Miteinander über alles reden kann man natürlich außerdem … Große Empfehlung für Menschen ab 4 Jahren!
Klett Kinderbuchverlag, 978-3-95470-314-2, € 18,00
Tara Sullivan: The Bitter Side of Sweet
Wenn sie ihr Soll voll bekämen, müssten sie nichts fürchten. Dann wäre Moussa am Abend entspannt und sie bekämen keine Schläge. Aber Seydou ist mit seinen acht Jahren nun mal zu jung für die Arbeit in der Kakaoplantage und Amadou ständig in Sorge um seinen kleinen Bruder. Und für zwei arbeiten muss Amadou auch, er will ja, dass ihnen die kleine Essensration nicht gestrichen wird. Seit zwei Jahren geht das so und nur ganz am Anfang haben sie einen Fluchtversuch unternommen. Gelungen ist die Flucht noch keinem Jungen, ihnen auch nicht.
Dann bringt der Jeep nur eine einzige Person ins Lager: ein Mädchen. Dabei arbeitet hier kein Mädchen, nie. Khadija macht gleich großen Ärger – sie überredet Seydou, ihre Fesseln zu lösen, und flieht in den Busch. Natürlich wird sie eingefangen, Amadou hilft Moussa und den anderen Wächtern dabei, vielleicht bekommt er dadurch weniger Schläge, denn natürlich muss er sich vor Seydou stellen. Ob er ihr danach aus schlechtem Gewissen beisteht? Oder, weil sie den lange vergessenen Widerstandsgeist in ihm weckt?
„The Bitter Side of Sweet“ ist ein packender Jugendroman, der von großer Gefahr handelt und von Mut und Freundschaft erzählt: Amadou, Seydou und Khadija können nur fliehen, weil sie zusammenstehen. Weil sie ihr Misstrauen zur Seite schieben und beschließen, einander zu vertrauen. Dass uns die Autorin Tara Sullivan die Realität von rund 1,5 Millionen Kindern vor Augen führt, die für „unseren“ Schokoladenhunger wie Sklaven arbeiten müssen – natürlich verstehen wir das schon gleich zu Beginn der Lektüre. Aber, wie es bei guten Büchern ist, wir werden nicht belehrt. Sondern zum Denken angeregt …
Peter Hammer Verlag, Übersetzung: Jessika Lomina und Sandra Knuffinke, 978-3-7795-0787-1, € 17,00   

Was fehlt? Der Bilderbuchpfad. Da gibt es ab dem kommenden Wochenende eine Familiengeschichte spazierenzusehen, in der auch Kleidung und Verkleiden eine Rolle spielt. Mit wenig Text und bunten, fröhlichen Bildern. Diesmal wechselt Birgit Weinmann den Inhalt und ab dem nächsten Mal ist die IG Bilderbuchpfad aktiv. Sie besteht aus Carmen Limberg, Birgit Weinmann, Ulrike Ehret vom Vermessungsbüro Ehret, Stefan Fritsch von der Caritas und mir. Das ist eine stabile Kooperation, über die ich mich sehr, sehr freue! Denn der Bilderbuchpfad war schon „angezählt“, Arbeit und Kosten sind für mich alleine nicht mehr zu stemmen.

Was fehlt noch? Die Strickwaren auf dem Mitteltisch – die sind dort wie in jedem Januar und wir verkaufen sie im Namen und zugunsten des Tierheims. Und es fehlen die Straßenfastnachts-Pins und -Anhänger, die wir gerade zugunsten des Vereins der Gernsheimer Straßenfastnacht verkaufen. Ohne sie kommen Sie am 14. Februar nicht aufs Festgeländer, vorsorgen ist also vernünftig.
Damit verabschiede ich mich und wünschen Ihnen eine gute Zeit. Und uns allen, dass der Wahnsinn ringsum weniger werde.

Und: Lesen Sie gut!


Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen

mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224

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