Das Bilderbuch des Monats April.
Delphine Renon
(Illustrationen): Ich entdecke große Komponistinnen
Die Einträge
sind kurz: „17. bis 18. Jahrhundert / Élisabeth Jacquet de La Guerre / Sonate
Nr. 1 in d-Moll“ so steht es auf der ersten von fünf Doppelseiten. Auf den
nächsten vier Seiten gibt es dann nacheinander die Polonaise von Clara
Schumann, ein Streichquintett von Luise Adolpha le Beau, das Trio Nr 2 in
d-Moll von Rita Strohl und Orchesterstück „Von einem Frühlingsmorgen“ von Lili
Boulanger. Mit Lili Boulanger sind wir dann im 20. Jahrhundert angekommen. Mehr
Text gibt es nicht, denn das Wichtige sind die Musikstücke: Sie sind
abspielbar, schon Kinder unter zwei Jahren wissen sehr schnell, wo der
entsprechende Punkt auf der Seite ist, den sie drücken müssen. Und dann kommt
tatsächlich eine sehr gut eingespielte Sequenz des benannten Musikstücks in
hoher Tonqualität.
Die Illustratorin hat übrigens nicht nur die jeweils passenden Instrumente
abgebildet, sondern auch die Mode entsprechend gemalt. Auch das Drumherum ist
passend zum Zeitalter abgebildet, ob das der Park rund ums Streichquintett ist,
oder die Wohnzimmerszene bei Clara Schumann – das ist alles wohldurchdacht und
gut gemacht.
Es gibt eigentlich nur ein Manko an diesem wirklich schönen Buch aus dieser
rundum gelungenen Reihe „Mein kleines Klangbuch“. Und das ist die Tatsache,
dass ich lieber für jede Komponistin ein ganzes Buch gehabt hätte. Denn Musik
gibt’s von den fünfen genug. Und die Reihe besteht bisher immerhin aus zehn
Titeln mit Komponisten …
Annette Betz
Verlag, 978-3-219-12107-0, € 14,00