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Lieblinge
Lieblinge des Monats April.

Mini-Drachen eignen sich nicht als Haustiere

Eric findet wenige Tage vor seinem neunten Geburtstag in einer Schachtel Sojasprossen einen Mini-Drachen. Das ist nicht einfach ein kleiner Drache sondern eine eigene Unterart, die extrem schnell lernt, sprechen kann und darum irgendwie zur Selbstüberschätzung neigt. Eric weiß natürlich, dass man niemandem was von einem Fabeltier sagen darf: Irgendwann kommen dann gemeine Wissenschaftler und machen komische Versuche. Während also der Mini-Drache so einiges durcheinander bringt, ist Eric auch damit beschäftigt für sich zu klären, ob Freundschaft Geheimnisse verträgt. Oder ob er Finn, seinem besten Freund, von Ping erzählen muss.
 
Tom Nicoll erzählt höchst amüsant und abenteuerlich vom Leben mit einem fußballbegeisterten Vater, einer Mutter, die Yogalehrerin ist, und natürlich vom Chaos, das so ein Minidrachen verbreiten kann. Wunderbar in die Geschichte hineinverwoben beschreibt er aber auch, was Freundschaft ausmacht – ganz ohne Zeigefinger, sondern mit Fantasie, Klugheit und viel Humor.

Tom Nicoll: „Drachenalarm auf meinem Teller.“ Verlag arsEdition, € 9,99, eBook € 7,99


Prima!

Kennen Sie Valentina Tereschkowa oder Puabi, Lü Zhi oder Theodora, Anne Hutchinson oder Lady Mary Montagu? Nein? Dann können Sie sie / könnt Ihr sie jetzt kennenlernen. Denn die beiden Autorinnen Kerstin Lücker und Ute Daenschel haben die Weltgeschichte ergänzt um die vielen Frauen, die bekanntermaßen ihren Beitrag geleistet haben. Wohlgemerkt: ergänzt. Sie wollten nicht denselben Fehler machen, den eigentlich alle Aufzeichnungen zur Weltgeschichte machen, sie wollten nicht nur die Leistungen eines Geschlechts darstellen. Sondern zu den bekannten Fakten (oder den naheliegenden Vermutungen, da Fakten meist sowieso nicht zu bekommen sind) die Geschichten und Taten der Frauen hinzuschreiben, sodass die Weltgeschichte korrekter erzählt wird. Ihr Buch ist sehr anschaulich geschrieben, sehr klar strukturiert, wunderbar ausgestattet – und ausgesprochen wichtig und lesenswert, nicht nur für „junge Leserinnen“ sondern auch für junge Leser.
 
Ach ja: Valentina Tereschkowa war die erste Frau im All, Puabi eine Königin der Sumerer, Lü Zhi chinesische und Theodora byzantinische Kaiserin, Anne Hutchinson im frühen Amerika eine sehr diskussionsfreudige Religionskritikerin und Lady Mary Montagu hat nicht nur ein gutes Bild Konstantinopels im 18. Jahrhundert gezeichnet, sondern auch noch die Pockenimpfung in England durchgesetzt. Wie schon gesagt: Wichtige Frauen!

Kerstin Lücker / Ute Daenschel: „Weltgeschichte für junge Leserinnen“, Kein & Aber Verlag, € 25,  e-Book € 20,99

„Die Überlegung lautete …“

So beginnt jedes Kapitel des Bildbandes „Archiflops“ von Alessandro Biamonti, Architekt und Dozent in Mailand. Und das hat einen einfachen Grund – dem Team rund um Biamonti gelang keine andere, einfache Gliederung als diese, die von falschen Voraussetzungen für die Planung ausgeht. Vier Kapitel sind es geworden: „Es werden viele Tausende kommen“, „Es wird riesige Gewinne bringen“, „Sie werden es nicht merken“ und „Sie werden sich bestens amüsieren“, in jedem Kapitel sind sechs völlig unterschiedliche Bauwerke quasi exemplarisch aufgeführt. Kangbashi in China, eine Geisterstadt, für 1 Mio Einwohner gebaut und nur von 30.000 Menschen bewohnt, zum Beispiel, ist der allererste Eintrag, zugehörig zum Kapitel „Es werden viele Tausende kommen“. Die 24 Beispiele liegen in der ganzen Welt verteilt, die Bauwerke waren für die unterschiedlichsten Nutzungen erstellt worden. Biamonti und seine Mitarbeiter dokumentierten die Ruinen übrigens, um aus dem Scheitern Erkenntnisse zu gewinnen; darum schließt das Buch mit den Visionen zum „Torre Calfa“ in Mailand. Ob sie jemals umgesetzt werden, das bleibt jedoch abzuwarten.

Alessandro Biamonti: „ArchiFlop – Gescheiterte Visionen“, DVA, € 29,95

Die Hamburger Rezession …

Carla van Velden ist Ende dreißig und gerade dabei, eine Ausstellung über die Hamburger Rezession zusammenzustellen. Ihre Arbeit ist eine ihrer beiden großen Lieben – die zweite ist ihr Mann Willem, 35 Jahre älter als sie. Bei der Hochzeit nahm er ihr das Versprechen ab, dass sie geht, wenn er nicht mehr ist, wer er war. Doch jetzt, 15 Jahre später, geht das nicht, ihre Liebe ist groß, auch wenn Willem Alzheimer hat und die guten Tage stetig weniger werden. Der Zufall spielt ihr ein Bild von Alma Reed in die Hände, einer Malerin, deren Bilder als verschollen gelten und von der nach 1939 nichts bekannt ist. Auch Carlas neu angestellte Recherchen ergeben keine Hinweise und ihr ist klar, dass sie den Besitzer überzeugen muss, komme was wolle, dem Museum dieses Bild für die Ausstellung zu überlassen. Oder gibt es noch einen anderen Grund, warum sie Jasper wiedersehen will?

Katrin Bursegs Roman ist vielschichtig: Da gibt es den Alltag des Ehepaares mit allen Komplikationen und Widrigkeiten, auch wenn diese, da viel Geld vorhanden ist, geringer scheinen als bei anderen an Alzheimer Erkrankten. Da ist die Künstlergruppe der Hamburger Rezession, deren Verfolgung im Dritten Reich, und der große und schwierig zu bewertende Komplex der Raubkunst. Und da ist eine zarte Pflanze namens Zuneigung, die vielleicht, vielleicht zur Liebe wachsen kann. Aber vor allem ist der Roman klug komponiert klug und wunderbar geschrieben …

Katrin Burseg: „Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“, List Verlag, TB € 10 €, HC € 16,99, e-Book € 8,99

Ein Reformator der anderen Art

Ludwig Meyer behandelte in seinem Klinikum Friedrichsberg in Hamburg ab 1864 erstmals auf deutschem Boden Menschen mit psychischen Störungen tatsächlich als Kranke mit Heilungschancen; er sorgte für gut ausgebildetes Personal, anständige Wohnverhältnisse und arbeitstherapeutische Maßnahmen. Bis dahin waren sie als Irre gebrandmarkt in Türmen oder Kellern eingesperrt worden und man versuchte sie mit allerlei Misshandlungen zur Vernunft zu bringen, oft den Tod des Patienten in Kauf nehmend. Nach wenigen Hamburger Jahren ging Meyer nach Göttingen und setzte dort seine Arbeit fort. Ein Institut ist noch heute nach ihm benannt.

Der Autor Andreas Kollender hat über besagten Ludwig Meyer einen großartigen Roman verfasst, der leicht lesbar jedoch keine leichte Kost ist. Er baut auf den bekannten Fakten auf und spinnt eine vielfältige, hochinteressante Rahmenhandlung herum: Sein Ludwig Meyer kommt nach 10 Jahren Göttingen zurück nach Hamburg und stellt sich notgedrungen seinen Erinnerungen. An die Mutter, die sich im Irrenkeller des Krankenhauses St. Georg umbrachte, den Vater, dem nichts wichtiger war als das eigene Ansehen bei den Leuten. Seiner großen Liebe Fanny Nielsen, seinem Mentor Reinhardt von dessen Sohn er sich verraten fühlt, den vielen Gegnern, die seine Reformen geringschätzten und ihn schließlich durch eine Finte um sein Lebenswerk brachten. Am meisten aber beschäftigen ihn immer noch die „Irren“, mit deren Hilfe er Rache nehmen könnte …

Andreas Kollender: „Von allen guten Geistern“, Pendragon Verlag, PB € 17,00; eBook € 14,99

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