Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - BUCHHANDLUNG

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Lieblinge
Lieblinge des Monats April.
Turbulent und unterhaltsam

Ben Popp ist schmal und nicht sehr groß und damit ein „gefundenes Fressen“ für den Schulfiesling Monty Grabbe und seine Bande. Am zweitletzten Schultag vor den Ferien gelingt es Ben nicht wie sonst, sich fast unsichtbar zu machen – mit fatalen Folgen: Monty klaut ihm ein vermeintliches Toffee und beißt sich daran einen Zahn aus. In den folgenden Turbulenzen kann Ben fliehen, er gerät in einen der unterirdischen Tunnel, die gerade überall in der Stadt auftauchen, und durch diesen Tunnel in einen geheimnisvollen Wald. Und dort lernt er König Guu kennen, ein bärtiges Mädchen, das sehr erfindungsreich und wehrhaft ihren Wald zu verteidigen weiß. Bald sind die beiden gemeinsam dabei, Guus Wald gegen Monty und seine Bande zu verteidigen.

Unterhaltsam und reich bebildert ist Adam Stowers Buch über den klugen, durchaus mutigen Ben und das Mädel König Guu, eine wirkliche Erfinderin und pfiffige Planerin. Stower spielt mit Sprache und Klischees, dass es eine Freude ist – absolute Leseempfehlung für Jungs und Mädels ab 8 Jahren.

Adam Stower: „König Guu“, 978-3-8489-2100-3, Verlag Aladin, € 11,95 €    
Wahre Freundschaft?

Als es an der Tür klingelt und Raffael davorsteht, ist alles wieder da: Die erste Begegnung, die gemeinsame Kindergarten- und Schulzeit. Die Freundschaft mit Johanna, Moritzs Johanna, die Raffael irgendwie auch als seine Johanna empfand. Sofort sind sie wieder Mo und Raf, auch wenn sie über 16 Jahre kein Wort miteinander gewechselt haben. Aus alter Verbundenheit überlässt Moritz Raffael die Couch – doch aus der versprochenen einen Nacht wird eine so lange Zeit, dass es schon fast Raffaels Wohnung ist. Und das gerade jetzt, wo Moritz und Kristin Eltern werden …

Mareike Fallwickl erzählt in faszinierender Sprache von Mos und Rafs Kindheit sowohl in der Gegenwart als auch im Rückblick, sie erzählt von den verschiedenen Wahrheiten, die vom anderen jeweils nicht fassbar sind. Wir Leser schauen hinter die Fassade und ahnen, was sie beieinander hält und später auseinanderbringt. Ein beeindruckender Debutroman.

Mareike Fallwickl: „Dunkelgrün fast schwarz“, 978-3-627-00248-0, Frankfurter Verlagsanstalt, € 24,00 eBook € 15,99

Voller Schönheit

Und das gleich im doppelten Sinne: Zum einen sind die Tapetenmuster aus dem 19. Jahrhundert, die sich in diesem Buch finden, wirkliche Schönheiten. Und zum anderen ist das Buch selbst eine gestalterische Schönheit – sowohl der Einband mit seinen Prägungen, als auch der Wechsel von Musterblättern und Information ist rundum gelungen.

Dabei geht es um ein schwieriges Thema, das besonders in England das Leben vieler Menschen beeinflusste: Um Tapetenfarbe besonders leuchtend zu machen und auch haltbar wurde ihr Arsen beigemischt (Arsen galt als ungefährlich, es gab sogar Krankheiten, die mit Arsen in geringen Dosen geheilt werden sollten). Und im Gegensatz zum europäischen Kontinent wurden die Tapeten über einen langen Zeitraum in dieser Technik hergestellt, trotz dass es schon ab den 1850er Jahren ärztliche Untersuchungsberichte gab, die ihnen krankmachende Wirkung zuschrieb. All dies und noch viel mehr steht, sehr edel strukturiert, auf den etwas schmaleren Informationsseiten. Die breiten „Musterblätter“ hingegen erfreuen ohne Einschränkung – denn dieses Buch ist wirklich voller Schönheit …

Lucinda Hawksley: „Gefährlich schön“, 978-3-8369-2138-1, Gerstenberg Verlag, € 45,00


Was hat sie wirklich gesehen?

Die Ausgangssituation erinnert stark an einen Hitchcock-Film: Eine Frau, die wegen einer Angsterkrankung ihr Haus nicht verlassen kann, beobachtet vom Fenster aus die Nachbarn und sieht eines Abends, wie die Frau gegenüber erstochen wird. Am nächsten Morgen jedoch will niemand, auch der Ehemann und der Sohn des Opfers nicht, etwas bemerkt haben. Auch die Frau taucht wieder auf, allerdings hat sie nicht die geringste Ähnlichkeit mit der Frau, welche die Ich-Erzählerin am Fenster gesehen und die sie auch schon zuvor in ihrer Wohnung besucht hat …

Wir Leser zweifeln immer wieder an der Zuverlässigkeit der verstörten, alkohol- und tablettenabhängigen Anna Fox, so wie sie selbst auch an sich zweifelt. Hat sie wirklich etwas gesehen? War es wirklich ein Mord, den niemand außer ihr bemerkt hat? Aber wenn alles nur Einbildung war: Warum ist der Sohn der Familie so voller Angst und warum verhält sich ihr Untermieter auf einmal so merkwürdig?

A.J. Finn hat einen gut konstruierten und hintergründigen Psychothriller ohne übermäßige Gewaltszenen geschrieben; allerdings entwickelt sich das Plot am Anfang nur langsam. Trotzdem ist „The woman in the window“ nie langweilig, weil einem auch Annas zunächst undurchsichtige Vergangenheit Rätsel aufgibt. Klare Leseempfehlung für Fans der unblutigen Psychospannung!

A.J. Finn: “The woman in the window”, 978-3-7645-0641-4, Blanvalet Verlag, € 15,00 eBook € 11,99  

Soziale Gerechtigkeit und Pressefreiheit

Auch wenn er hier in unserer „Stadt mit Herz“ geboren wurde – Friedrich Lehne ist für sehr viele Gernsheimer eine Art „blinder Fleck“ in der Stadtgeschichte. Den Frühdrucker Peter Schöffer, den kennt man, den Komponisten Joseph Schmitt mittlerweile auch, Friedrich Lehne hingegen kennen nur wenige. Dabei war er zu seiner Zeit nicht nur eine bekannte Persönlichkeit, sondern sein Wirken für Demokratie und Pressefreiheit ist auch für die heutige Zeit vorbildlich und wichtig.

Genau auf dieses politische Wirken geht der Autor Jörg Schweigard im gerade erschienen Buch „Friedrich Lehne – Revolutionspoet, Frühdemokrat, Journalist“ ein. Dabei gewährt Schweigard einen guten Überblick über die Zeit von der französischen Revolution, die maßgeblich zum Entstehen der Mainzer Republik war, bis hin zur Märzrevolution im Jahr 1848, auch wenn Lehne bereits 1836 verstarb.

Besonders interessant sind übrigens die Originalbeiträge von Lehne selbst, die ein gutes Drittel des Buches einnehmen: Spottgedichte, Briefe, Vorträge in Auszügen und anderes Material, das alles zeigt sein großes sprachliches Können. Die Texte sind geistreich und ironisch, manchmal aufrührerisch, immer wahrhaftig – sie sind auch heute von hoher Relevanz.

Jörg Schweigard: „Friedrich Lehne – Revolutionspoet, Frühdemokrat, Journalist“, Logo Verlag, ISBN 978-3-939462-32-3, € 14,00

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