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unsere Regionalen-
2012
Mehr als Lokalkolorit.
Endlich Sommerferien. Doch so erholsam wie sie sein sollten sind sie leider nicht, denn im Goddelauer Schwimmbad haben Unbekannte das Wasser rot eingefärbt und dank des Zitates „Friede den Hütten, Krieg den Palästen" fällt der Verdacht auf die Büchner AG des Gernsheimer Gymnasiums. Alle werden verhört: Lehrer Ulli Ruhland, der auch vierzig Jahre nach Dutschke noch revolutionäre Ideen hat, und die Schüler Leon Scheuermann und Nina Oberberg, beide eher ruhig und vielleicht ein Paar, sowie Ninas Zwillingsbruder Malte, der gerne bis zum Filmriss abfeiert. Kurze Zeit später gibt es ein Geständnis – und einen weiteren Fall von Vandalismus…
Es sind die völlig unterschiedlichen Charaktere, die diesen kleinen Roman so reizvoll machen – der Autor Ralf Schwob versteht sich bestens darauf, ihnen eine eigene Stimme zu verleihen und sie dadurch lebendig werden zu lassen.
Ralf Schwob: „Büchners letzter Sommer. Ein Ried-
Endlich.
„Kennen Sie das Ried und die Gegend am Altrhein?": so fragt der gerade erschienene Regionalführer aus dem Weststadt Verlag in Darmstadt. Statt einer Antwort (die er natürlich nicht geben kann…) stellt er unseren Landstrich vor, von Rüsselsheim und Mörfelden-
2010
Neuer-
Eine Amsel sitzt auf dem Wassereimer am Brentanobrunnen. Von dem ist nicht mehr zu sehen, als der Rand und eben der Kübel. Dieses Bild ist ein Hinweis darauf, dass Frank Andres und Lucia Bornhofen bei ihrem Bildband »Gernsheimer Ansichten« die Schwerpunkte ein wenig anders setzen als Autoren, die sich bisher mit der Geschichte und dem Gesicht der Stadt auseinandergesetzt haben.
Schon der Umschlag zeigt, woher der Wind weht: der Zwiebelturm der katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena in bisher kaum beachteter Vereinigung mit der alten Mühle, Natur pur mit Melibokusblick in der Gemarkung oder etwa der die Goldkugel tragende Engel, der so zum Fundament für den Stadtpatron Josef wird.
Frank Andres schaut durchaus eigen durch die Linse seiner Kamera: Am Neujahrsmorgen nimmt er einen menschenleer-

Eine Aufnahme macht die ganze Trostlosigkeit rund um den Bahnhof deutlich, während einige Seiten weiter neues Leben sprießt: Ein Spargelkopf schießt aus dem Boden. Von beeindruckender Pracht ist ein Baum am Rheinufer, während sich die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs mit Reif überzogen haben. Von einfacher Schönheit ist die Abbildung der asiatischen Körbchenmuschel, die sich im Rhein angesiedelt hat.
85 Bilder illustrieren den 100 Seiten umfassenden Band, der im Buchhandel erhältlich ist. Gerade noch lesbar »Durchfahrt verboten -
Das wohl erste Schulgebäude (Cüntzer 1695), das später als Krankenpflegestation, Kindergarten und Caritasstelle diente und heute in Privatbesitz ist, bezeichnet die Autorin als Schmuckstück in der Innenstadt. Gezeigt und beschrieben werden auch Kleinigkeiten mit großer Wirkung: Ohne die vielen Wasser-
Der Band spricht die Reformationszeit ebenso an wie die Synagoge -
»Es sind viele Aspekte, die Gernsheim sehenswert machen, und es ist nicht notwendig aber sehr reizvoll, diese in den Ablauf der Geschichte einzubetten.« Ach übrigens: Der Brentanobrunnen in voller Schönheit ist auf dem Umschlag der Gernsheimer Ansichten zu sehen.
Lucia Bornhofen, Frank G. Andres: „Gernsheimer Ansichten“, Bornhofen Verlag, € 19,80
wird fortgesetzt (bis 03/2004)