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unsere Regionalen-Empfehlungen der letzten Jahre:


2012


Mehr als Lokalkolorit.

Endlich Sommerferien. Doch so erholsam wie sie sein sollten sind sie leider nicht, denn im Goddelauer Schwimmbad haben Unbekannte das Wasser rot eingefärbt und dank des Zitates „Friede den Hütten, Krieg den Palästen" fällt der Verdacht auf die Büchner AG des Gernsheimer Gymnasiums. Alle werden verhört: Lehrer Ulli Ruhland, der auch vierzig Jahre nach Dutschke noch revolutionäre Ideen hat, und die Schüler Leon Scheuermann und Nina Oberberg, beide eher ruhig und vielleicht ein Paar, sowie Ninas Zwillingsbruder Malte, der gerne bis zum Filmriss abfeiert. Kurze Zeit später gibt es ein Geständnis – und einen weiteren Fall von Vandalismus…
Es sind die völlig unterschiedlichen Charaktere, die diesen kleinen Roman so reizvoll machen – der Autor Ralf Schwob versteht sich bestens darauf, ihnen eine eigene Stimme zu verleihen und sie dadurch lebendig werden zu lassen.

Ralf Schwob: „Büchners letzter Sommer. Ein Ried-Roman.", Ariel-Verlag, € 12,80



Endlich.


„Kennen Sie das Ried und die Gegend am Altrhein?": so fragt der gerade erschienene Regionalführer aus dem Weststadt Verlag in Darmstadt. Statt einer Antwort (die er natürlich nicht geben kann…) stellt er unseren Landstrich vor, von Rüsselsheim und Mörfelden-Walldorf im Norden bis Viernheim im Süden, von Eich im Westen bis Pfungstadt im Osten. Reich bebildert, informativ und gut verständlich präsentiert der Regionalführer die Orte hier im Ried in alphabetischer Reihenfolge, ergänzt werden die Portraits durch Vorschläge für Fahrrad-Rundtouren und Paddeltouren. Selbstverständlich geht das sehr handliche Buch auch auf die Natur ein, immerhin ist mit dem Kühkopf das größte hessische Naturschutzgebiet eines der Herzstücke der Gegend.

„Kennen Sie das Ried und die Gegend am Altrhein?", Weststadt Verlag, € 12,80





2010


Neuer-Blick-auf-alte-Steine.

Eine Amsel sitzt auf dem Wassereimer am Brentanobrunnen. Von dem ist nicht mehr zu sehen, als der Rand und eben der Kübel. Dieses Bild ist ein Hinweis darauf, dass Frank Andres und Lucia Bornhofen bei ihrem Bildband »Gernsheimer Ansichten« die Schwerpunkte ein wenig anders setzen als Autoren, die sich bisher mit der Geschichte und dem Gesicht der Stadt auseinandergesetzt haben.

Schon der Umschlag zeigt, woher der Wind weht: der Zwiebelturm der katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena in bisher kaum beachteter Vereinigung mit der alten Mühle, Natur pur mit Melibokusblick in der Gemarkung oder etwa der die Goldkugel tragende Engel, der so zum Fundament für den Stadtpatron Josef wird.

Frank Andres schaut durchaus eigen durch die Linse seiner Kamera: Am Neujahrsmorgen nimmt er einen menschenleer-verschlafenen Stadthausplatz auf, das Schöfferdenkmal umgibt er mit rastenden Radlern, das Haus Magdalenenstraße 71 bildet er ohne die dominierende Sonnenuhr ab. Bemoost präsentiert sich der Berlin-Stein im Europagarten, grünspanig-angejahrt das Glöckchen auf dem Dorfplatz Klein-Rohrheim.

Eine Aufnahme macht die ganze Trostlosigkeit rund um den Bahnhof deutlich, während einige Seiten weiter neues Leben sprießt: Ein Spargelkopf schießt aus dem Boden. Von beeindruckender Pracht ist ein Baum am Rheinufer, während sich die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs mit Reif überzogen haben. Von einfacher Schönheit ist die Abbildung der asiatischen Körbchenmuschel, die sich im Rhein angesiedelt hat.

85 Bilder illustrieren den 100 Seiten umfassenden Band, der im Buchhandel erhältlich ist. Gerade noch lesbar »Durchfahrt verboten - Hochwasser« zeigt eines davon. »Dabei käme bei so hohem Wasserstand sicher kein Angler auf die Idee, diesen sonst sehr beliebten Standort am Hafenbecken zu nutzen«, kommentiert Lucia Bornhofen. Sie orientiert ihre Texte an den Heimatbüchern von 1981 und 2006, schafft aber Atmosphäre über das Historische hinaus. Sie zählt Fakten auf: »Das Gebiet Allmendfelds war den Gemeinden Biebesheim, Hähnlein, Crumstadt, Pfungstadt und vor allem Gernsheim abgezogen worden.« Und sie verknüpft sie mit Emotionen: »Nicht der beste Start für die neuen Siedler.«

Das wohl erste Schulgebäude (Cüntzer 1695), das später als Krankenpflegestation, Kindergarten und Caritasstelle diente und heute in Privatbesitz ist, bezeichnet die Autorin als Schmuckstück in der Innenstadt. Gezeigt und beschrieben werden auch Kleinigkeiten mit großer Wirkung: Ohne die vielen Wasser- und Stromanschlüsse wäre das Fischerfest undenkbar.

Der Band spricht die Reformationszeit ebenso an wie die Synagoge - und geht einen Schritt weiter: »Heute gibt es in Gernsheim Angehörige aller Glaubensgemeinschaften. Da es für Moslems, Hindus und Buddhisten bisher keine Versammlungsstätten gibt, sind in unserem Bildband jedoch noch keine Fotos zu finden.« In sechs Kapiteln handeln Lucia Bornhofen und Frank Andres die Stadt am Rhein ab. Neben Wissenswertem über »Eine kleine Stadtgeschichte« erfahren Leser Details über »Kirchenalltag«, »Schulzeiten« und »Arbeitsleben gestern und heute«, »Natur Pur?!« und »FeierTage«.

»Es sind viele Aspekte, die Gernsheim sehenswert machen, und es ist nicht notwendig aber sehr reizvoll, diese in den Ablauf der Geschichte einzubetten.« Ach übrigens: Der Brentanobrunnen in voller Schönheit ist auf dem Umschlag der Gernsheimer Ansichten zu sehen.


Lucia Bornhofen, Frank G. Andres: „Gernsheimer Ansichten“, Bornhofen Verlag, € 19,80



wird fortgesetzt (bis 03/2004)


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