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unsere Belletristik-Empfehlungen in 2007:



Vom Erwachsenwerden…

Brian Jackson ist achtzehn und hat gerade ein recht gutes Abitur gemacht – besser gesagt, das Beste, dass es seit fünfzehn Jahren an seiner Schule gab. Und nun steht ihm die Welt offen, die wichtigen Dinge des Lebens zu lernen: Er will zu klassischen Konzerten gehen können und dann an den richtigen Stellen klatschen. Er möchte komplexe ökonomische Zusammenhänge begreifen und bis in die Morgenstunden diskutieren ohne zu bemerken, wie die Zeit vergeht. Und er möchte lernen, Geschmack an guten Jahrgangsweinen und Likören zu finden, ohne sich dabei in einen kompletten Schnösel zu verwandeln. Das alles hofft er quasi nebenher zu seinem Studium der englischen Literatur zu erreichen. Doch die Mannwerdung gestaltet sich für Brian Jackson mühsamer als erhofft…
Selbstironisch, anrührend und ein Meisterstück britischen Humors: David Nicholls zweiter Roman ist nicht nur für Fans von Nick Hornby bestens geeignet!

David Nicholls: „Keine weiteren Fragen.“ Heyne Verlag, 8,95


Tief bewegend und spannend wie ein Krimi.


Anna Fitzgerald ist dreizehn und hat bereits mehrfach das Leben ihrer Schwester Kate gerettet: Kate hat seit vielen Jahren Leukämie und Anna hat ihr neben einigen Litern Blut bereits Knochenmark gespendet. Nun steht eine Nierentransplantation im Raum und für die Eltern Fitzgerald stellt sich die Frage ob Anna ihre Niere spenden will gar nicht. Doch Anna möchte – und dieser Entschluss ist ihr unglaublich schwer gefallen – darüber selbst entscheiden können und beauftragt den Rechtsanwalt Campbell Alexander einen „Antrag auf Entlassung aus der Elterlichen Gewalt in medizinischen Fragen“ zu stellen…
„Das bewegende Porträt einer zerrissenen Familie. Jede Figur ist lebendig, jede Situation wahr. Jodi Picoult gelingt es, ihre Leser bis zur letzten Seite zu fesseln – mich inbegriffen.“ Elizabeth George

Jodi Picoult: „Beim Leben meiner Schwester.“, Piper Verlag, 8,95


Schuld und Sühne.

Diese Buch-Idee hätte ausgesprochen melodramatisch und schwülstig enden können: June Parker, Mitte dreißig, fühlt sich für den Tod einer anderen verantwortlich. Diese andere, Marissa Jones, hatte unangeschnallt mit im Auto gesessen, als June herunterfallender Ladung auszuweichen versuchte, ihr Lenkrad verriss und dann gegen die Leitplanke raste.
Stattdessen hat die Autorin Jill Smolinski daraus einen anrührenden, wundervollen Roman geschrieben: June entschließt sich die verbleibenden 18 Punkte auf Marissas Liste „Dinge die ich bis zum 25. Geburtstag gemacht haben will.“ zu erledigen und dann (endlich) wieder mit sich selbst ins Lot zu kommen. Doch wie zum Beispiel verändert man das Leben eines anderen Menschen?

Jill Smolinski: „Die Wunschliste.“ , Droemer Knaur Verlag, 12,90


Vom Erwachsenwerden.

Nur noch 45 Sekunden und Daniel Price hätte den Kampf nach Punkten gewonnen – doch dann lächelt sein Gegner ihn einfach an, und Daniels Widerstand ist gebrochen. Als er, beschämt und verletzt zugleich, Zuhause ankommt und von der Niederlage berichtet, sieht Daniel genau das gleiche traurige Lächeln auf dem Gesicht seines Vaters…
Im nachfolgenden Sommer verändert sich dann alles: die Highschool ist beendet, seine Freunde verlassen die Stadt, die Ehe der Eltern bröckelt. Als Daniel dann noch die schöne und unergründliche Rachel kennen lernt, ist für ihn endgültig an der Zeit, sich auf die Suche nach einem eigenständigen Leben, einer eigenen Wahrheit zu begeben.

„Ein Roman voll übermütigem Witz, herzzerreißender Melancholie, Klugheit und Poesie.“ FAZ

Steve Tesich: „Ein letzter Sommer.“, List Verlag,
8,95


Ein Jahr unbezahlter Urlaub…

Eine deprimierende Arbeit beim Finanzamt, ein sarkastischer Chef und ihr Freund Thomas zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und bei ihrer Freundin Sandra gleich wieder ein – die ersten Monate des Jahres sind für Lies Odenthal ziemlich schrecklich. So folgt sie dem Rat ihrer Freundin Silke und nimmt ein Jahr unbezahlten Urlaub um in Island zur Ruhe zu kommen. Sie landet als Hilfskraft auf dem Hof Gunnarstadir, weitab der Zivilisation, bewohnt nur vom griesgrämigen Elias…
Lies Odenthal ist alles andere als eine Heldin: pragmatisch und mit viel Bodenhaftung fügt sie sich ins (ja immerhin selbst gewählte) Schicksal. Und, auch wenn die Geschichte ein paar Ungereimtheiten enthält, dieses Schicksal ist wunderbar erzählt. Außerdem zieht Island nicht nur Lies mehr und mehr in seinen Bann!

Dagmar Trodler: „Der letzte lange Sommer.“, Blanvalet Verlag, € 7,95


Zweifelhaftes Familienglück.

In einer schneereichen Nacht im März 1964 entbindet der Arzt David Henry in seiner privaten Ambulanz seine junge Ehefrau Norah von Zwillingen: einem gesunden Jungen und einem Mädchen mit Down-Syndrom, Ansicht nach herzkrank und mit einer sehr geringen Lebenserwartung. Ausgesprochen erschrocken und verwirrt darüber schickt er seine Helferin (die als einzige anwesend ist), das Mädchen in einem Heim für geistig zurückgebliebene abzugeben. Seiner Frau gegenüber behauptet er, das Kind sei tot zu Welt gekommen…
Bis ins Jahr 1989 erzählt die Autorin Kim Edwards diese Geschichte weiter. Dabei gelingt es ihr, jede der Figuren lebensecht darzustellen und gleichzeitig vermeidet sie es, ihre Personen einfach in gut und böse einzuteilen. So ist ihr ein beachtlicher Familienroman gelungen, der zwar gefühlvoll jedoch nie pathetisch ist.


Kim Edwards: „Die Tochter des Fotografen.“, Kiepenheuer & Witsch, € 19,95


Ganz unterschiedliche Reisegeschichten.

Urs Widmer zum Beispiel erzählt viele kurze Hotel-Geschichten: vom Hotel in Genua, bei dem die Fernlastzüge fast durchs Zimmer fahren. Oder von einer Nacht mit Frau und Schwiegermutter in nur einem Hotelbett - es gab schlicht nur noch ein einziges Einzelzimmer. Doris Dörrie hingegen schickt ihre Figur Charlotte, die zum letzten Mal im Leben allein Urlaub machen möchte, nach Gallup, eine trostlose Stadt inmitten des Navajo-Reservates in New Mexico. Ihre Begegnungen mit den Indianern sind dann abenteuerlicher als erwartet…
Neben diesen beiden Autoren erzählen noch viele andere ungewöhnliche, spannende aber auch hinterhältige Reisegeschichten: von Julian Barnes bis Leon de Winter, von Joachim Ringelnatz bis Arnon Grünberg – und nicht nur für den Urlaub fernab von zu Hause geeignet!

„Früher war mehr Strand.“, Diogenes Verlag, € 9,90


Ein geerbtes Fischbesteck…


Eigentlich könnte sie es sich auch zuschicken lassen: das Fischbesteck, das Zippy Silberberg von ihrer Tante Halina geerbt hat. Doch irgendwie hat Zippy sich in den Kopf gesetzt, es persönlich abzuholen – eine wahrhaft schwierige Aufgabe, wenn man süchtig nach Tiefkühl-Gemüse ist und den langen Flug von Frankfurt nach Tel Aviv ohne diesen Genuss zubringen muss. In Israel angekommen macht sie die Bekanntschaft einer älteren Dame, Frau Kugelmann, die unerwartet zu erzählen beginnt: vom Textilhändler Jacob Teitelbaum und von Dr. Goldstaub, von der kleinen Golda, dem schönen Adam und Mathematiklehrer Rado. So wird nach und nach der kleine, liebenswerte Ort Bendzin lebendig – und Zippy (und mit ihr wir Leser) erliegen immer mehr dem Charme und gleichzeitig der Tragik des jüdisch- polnischen Alltages zu Beginn des zweiten Weltkrieges.

Minka Pradelski: „Und da kam Frau Kugelmann“, Verlag btb, € 8,50


Richtiges Lesefutter für den Urlaub.

Maeve Haran schreibt keine hohe Literatur – ihre Bücher sind aber bestens geeignet für den Tag am Strand, für den Liegestuhl im Garten oder auch für die Pause am Kaffeehaustisch.
In diesem netten Roman, gerade als preisgünstige Sonderausgabe erschienen, geht es um die leicht chaotische Molly, liebevolle Ehefrau und Mutter. Ihr Mann Joe scheint jedoch trotz der jungen Familie unglücklich zu sein: immer öfter muss er an seine eigenen Mutter denken, die ihn als ganz kleines Kind zur Adoption freigab – ein Trauma, mit dem er nicht leicht leben kann. So macht Molly sich auf die Suche nach dieser (unbekannten) Schwiegermutter. Eine sehr turbulente Zeit beginnt…

Maeve Haran: „Zwei Schwiegermütter und ein Baby.“, Blanvalet Verlag, € 7,00


Ein Schweinezüchter, ein Bestattungsunternehmer und ein Dekorateur.

Die Brüder Tor, Margido und Erlend sind so unterschiedlich wie Geschwister nur sein können: Tor lebt zusammen mit Mutter und Vater auf dem Bauernhof ihrer gemeinsamen Kindheit und züchtet dort Schweine. Margido ist bereits seit 30 Jahren Bestatter, der wegen seiner Fähigkeiten in der ganzen Gegend sehr geschätzt ist. Und Erlend, der in Dänemark mit der großen Liebe seines Lebens, dem Zeitungsredakteur Krumme, lebt, als Schaufensterdekorateur sein Geld verdient und eine große Liebe zu Swarovski-Figuren hat. Nun müssen die drei irgendwie wieder miteinander reden lernen – die Mutter liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus.
Anne B. Ragde erzählt ihre Geschichte aus mehreren Perspektiven, mit großem Gespür für die menschlichen Alltagsnöte: so entstand ein wunderbar lebensbejahender Roman über Familiensinn und Familiengeheimnisse.

Anne B. Ragde: „Das Lügenhaus.“, Verlag btb, € 17,95


Ein rührendes, außergewöhnliches Frauenporträt.

Eleni ist 42, Mutter von zwei Kindern und zufriedene Ehefrau, und es ist eigentlich nicht ihre Art, Dingen nachzutrauern, die sie nicht ändern kann. Lediglich wenn die Sprache auf Paris kommt, spürt sie einen Stich im Herzen, eine Sehnsucht, die ihr eigentlich fremd ist. Ihr Leben ändert sich unerwartet, als sie beim Reinigen des Hotelzimmers eines (ausgerechnet französischen) Paares eine Schachfigur umwirft und sie fortan der Faszination des Schachspiels unterliegt. Denn mit ihrer Leidenschaft sorgt sie nicht nur in der eigenen Familie, sondern auch in der ganzen griechischen Dorfgemeinschaft für Aufsehen…
Bertina Henrichs wurde in Frankfurt geboren, lebt aber seit achtzehn Jahren in Paris. Sie hat ihren Debütroman um das Zimmermädchen Eleni in französischer Sprache geschrieben, damit ihre Familie ihn lesen kann – dabei ist ihr ein ausgesprochen heiteres, freundliches Buch gelungen, das nun in deutscher Übersetzung als Taschenbuch vorliegt.

Bertina Henrichs: „Die Schachspielerin.“, Diana Verlag, € 7,95


Wer ein Stück vom Meer sehen kann, muss glücklich sein.

Diesen Satz bekommt die kleine Alusia oft zu hören – und so bemüht sie sich redlich, das Glück zu fühlen, wenn sie, auf der Schulter von Mutter oder Vater stehend, den kleinen Streifen Meer betrachtet, den man aus dem Badezimmerfenster sehen kann. Eigentlich fühlt sie jedoch eher Verwirrung: Wo liegt es eigentlich, dieses „gelobte Land“ in dem sie jetzt sind? Wieso vermisst die Mutter ihr geliebtes Europa, obwohl dort so schlimme Dinge passiert sind, dass man nicht darüber reden kann? Und wie lebt man mit Eltern, die eine völlig unterschiedliche Welt sehen?
Aliza Olmert, die Frau des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmet, hat in diesem Roman nicht nur die Geschichte ihrer eigenen Familie aufgezeichnet, sondern auch ein genaues Bild Israels Ende der 40er Jahre erstellt.

Aliza Olmert: „Ein Stück vom Meer.“, Aufbau Verlag, € 19,95


Eine Liebe in Birma.

Tin Win ist an einem Sonnabend im Dezember geboren, für seine astrologiegläubige Mutter ist so völlig klar, dass er das Unglück förmlich anzieht. Sie verlässt ihn einen Tag nach seinem sechsten Geburtstag: einen Tag nur nach dem tödlichen Unfall des Vaters. So zieht Tin Win sich in sich selbst zurück, auch als die Nachbarin sich liebevoll seiner annimmt. Erst die Liebe zu Mi Mi, einer außergewöhnlichen jungen Frau bringt ihn zurück ins Leben. Doch sein Vormund trennt die beiden und schickt Tin Win zur Ausbildung in die USA. Jahrzehnte später macht sich Julia Win, Tins Tochter mit einer Amerikanerin, auf den Weg ihren Vater zu suchen, der plötzlich verschwunden ist. Statt ihn zu finden lernt sie seine Lebensgeschichte kennen – und mit ihr den Zauber und die Lebensart seiner Heimat Birma.

Jan-Philipp Sendker: „Das Herzenhören.“, Goldmann Verlag, € 7,95


Die ersten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts…

Stefanie Zweig ist für ihren klaren Schreibstil bekannt und dafür, dass sie die großen Themen ganzer Jahrzehnte bildhaft darzustellen weiß. Ihr neuer Roman wirkt besonders  authentisch: sie hat die fiktive jüdische Familie Sternberg in der Frankfurter Rothschildallee angesiedelt - und dort wohnt sie selbst seit 50 Jahren.
Johann Isidor Sternberg ist zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts glücklicher Familienvater und dem Kaiser treu ergeben; es ist für ihn selbstverständlich, seine Kinder zu kaisertreuen Deutschen zu erziehen. Auch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges ist für ihn kein Grund zur Besorgnis, der Sieg ist nur eine Frage der Zeit. Dass jüdische Männer für das Vaterland kämpfen, macht ihm Hoffnung: endlich können auch seinesgleichen ihre Vaterlandstreue beweisen. Doch dann stirbt der älteste Sohn auf dem Schlachtfeld und kurze Zeit später findet die berüchtigte „Judenzählung“ in der Armee statt – Sternberg muss lernen, dass der Antisemitismus in Kriegszeiten immer stärker wird…

Stefanie Zweig: „Das Haus in der Rothschildallee.“, Verlag LangenMüller, € 19,90


Eine ganz normale Familie…

Als solche sehen sich Josie und Finn mit ihrem Sohn George. Zugegeben: Josie hat einen anstrengen Job in einer Grafikagentur, Finn ist Kardiologe, nimmt seinen Job sehr ernst und macht deshalb viele Überstunden. Und George ist nun einmal ein Problemkind; mit seinen sechs Jahren ist er eigentlich aufgeweckt und freundlich – aber er hält keine zwei Minuten still. Finn fehlt zum großen Glück nur noch ein zweites Kind, auch George wünscht sich ein Brüderchen. Doch Josie kann sich ein Leben mit einem weiteren Kind nur schwer vorstellen und ist alles andere als froh, als sie zum zweiten Mal schwanger wird. Sie findet Rat und Verständnis bei ihrem Jugendfreund Clarky…

Peterson, Alice: „Herzenssachen.“, Luebbe Verlag, € 7,95


Darmstädter Weihnachtsgeschichten.

Heinrichstraße und „Langer Lui“, Schloss mit Schlossgraben, Georg-Büchner-Schule und viele andere bekannte Darmstädter Orte und Institutionen: Sie alle sind Schauplätze der unterschiedlichsten Weihnachtsgeschichten, die in diesem sehr hübschen kleinen Buch versammelt sind. Die Darmstädter Autorin und Verlegerin Isolde Nees hat ihre eigenen Geschichten mit den Erzählungen von vier anderen Autoren ergänzt, darunter die Erstveröffentlichung „Der wandernde Weihnachtsbaum“ des bereits im Jahr 2001 verstorbenen Schriftstellers Kurt Schleucher. Sie hat eine Auswahl getroffen, die lesenswert ist – mal besinnlich, mal abenteuerlich-gefährlich, mal heiter – und eben nicht „wie immer“.

Isolde Nees (Hrsg.): „Oh Tannenbaum“, Weststadt Verlag, € 9,80


Über 75 Jahre lang…

Über 75 Jahre hat Grace Bradley das Geheimnis gehütet, dass ihr Leben so nachhaltig verändert hat. Auf eigenartige Weise fühlt sie sich noch mit den beiden längst verstorbenen Schwestern verbunden, um die sich die Geschehnisse rankten und noch immer möchte Grace die Wahrheit nicht preisgeben. Aus diesem Grund trifft sie sich auch mit der Filmemacherin Ursula Ryan; sie fürchtet, diese hat das Geheimnis gelüftet und möchte Schlimmeres verhindern. Und durch dieses Treffen steht ihr alles wieder deutlich vor Augen: ihr Leben als Dienstbotin auf dem Landgut der Hartfords, die klugen, unbeschwerten und schönen Schwestern Emmeline und Hannah, vor allem aber die Ereignisse des Abends, der aller Leben so tragisch veränderte.
Kate Morton ist ein ungewöhnliches Debüt gelungen, es ist Zeitgeschichte, Romanze und Kriminalroman in einem und dabei wunderbar süffig zu lesen.

Kate Morton: „Das geheime Spiel.“, Diana Verlag, € 9,95


Vom Leben in der rumänischen Provinz.

Milica ist die erste in der Akazienstraße, die das Haus des Obersts von innen gesehen hat. Alle anderen hängen nun an ihren Lippen, und sie muss immer neue Erinnerungen hervorzaubern, um ihre Zuhörer glücklich zu machen – bald würde der Hausherr selbst sein Anwesen nicht mehr erkennen. Mitu hingegen erzählt einfach nur, wie er immer wieder neue Gelegenheiten fand, sein Geld zu vermehren, mit Glücksspielen oder Aktien; dabei wurde sein Sparstrumpf jedes Mal dünner…
Ein Roman ist „Das Hühner-Paradies“ eigentlich nicht, der Untertitel fasst das auch in Worte („Ein falscher Roman aus Gerüchten und Geheimnissen“). Es ist vielmehr eine amüsante Abfolge von Erlebnissen und Träumen der Bewohner der Akazienstraße – liebenswerte, verschrobene Individualisten, die leidenschaftlich über Politik reden können und doch fast unkritisch gegenüber dem Regime sind. Und das ist ganz herrlich zu lesen!

Dan Lungu: „Das Hühner-Paradies.“, Residenz Verlag, € 17,90



unsere Belletristik-Empfehlungen in 2006:


Der gute Roman.


Mit der Pariser Buchhandlung „Der gute Roman"erfüllen sich die passionierte Leserin Francesca Aldo-Valbelli und der Buchhändler Ivan George einen Traum: sie statten ihre Buchhandlung nur mit besonders „nahrhaften" Romanen aus, mit „anmutsvollen Büchern; Büchern, die beweisen, dass in der Welt die Liebe wirkt, neben dem Bösen, gegen das Böse und manchmal nicht von ihm zu unterscheiden". Die Auswahl trifft, völlig anonym, ein Komitee aus acht ausgezeichneten Autoren, lediglich Francesco und Ivan wissen, um wen es sich handelt. Doch dann werden nacheinander drei der Schriftsteller bedroht, eine überlebt nur knapp einen Anschlag. Wer mag wohl etwas gegen gute Romane oder gute Buchhandlungen haben?
Die Autorin Laurence Cossé schlägt eher leise Töne an und so ist „Der Zauber der ersten Seite", trotz des spannenden Inhalts, kein Krimi geworden. Sondern ein wunderbar erzählter Roman über die Lust am Lesen – und an guten Büchern.

Laurence Cossé: „Der Zauber der ersten Seite.", Blanvalet Verlag, € 9,99





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