Krimi Lieblinge in 2019 - 2018 - BUCHHANDLUNG

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Unsere Krimi-Lieblinge in 2018:
Sherlock Holmes‘ Gegenspieler

Kriminalromane, die im London zur Zeit Jack-the-Rippers spielen, gibt es einige. Das viktorianische Zeitalter mit seinen Veränderungen (vor allem in der Wirtschaft und damit bei den Verdienstmöglichkeiten und Lebensbedingungen) ist eine überaus interessante Epoche! Mick Finlays Krimi ist allerdings ein bisschen ungewöhnlich – denn er bildet diese veränderten Bedingungen ungeschönt ab. Das macht einen Teil dieses Buches aus.

Vor allem aber ist die Geschichte richtig gut erzählt: William Arrowood verdient sein Geld mit Ermittlungen, seit er seinen Job als Journalist verloren hat. Ihm zur Seite steht Norman Barnett, der ein wenig der Mann fürs Grobe ist. Arrowood legt großen Wert auf die Psychologie und ist stets genervt, wenn er in der Zeitung über die (aus seiner Sicht höchst zweifelhaften) Erfolge von Sherlock Holmes liest. Die beiden haben seit fünf Wochen keinen Fall mehr gehabt und so übernehmen sie die Suche nach dem Bruder einer jungen Fotografin – auch wenn der im „Barrel of Beef“ gearbeitet hat und die beiden dort Hausverbot haben und um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie dem Wirt, Mr Cream, noch einmal in die Quere kommen. Und so nimmt ein Kriminalfall seinen Lauf, der die beiden tatsächlich mehr als einmal in Lebensgefahr bringt …

Mick Finlay: „Arrowood – In den Gassen von London“, Verlag HarperCollins, 978-3-95967-174-3, € 10,99, eBook € 8,99  

Ralf Schwob empfiehlt: Ein anderes Deutschland

Max Annas Roman Finsterwalde spielt in der Zukunft. Einer Zukunft, in der die EU zerschlagen ist und alle europäischen Länder zum Nationalismus zurückgekehrt sind. In Deutschland läuft die Rückführung aller "Nicht-Deutschen", dunkelhäutige oder arabischstämmige Deutsche bekommen im Zuge der Terrorismusbekämpfung die Staatsbürgerschaft entzogen und werden interniert, um sie ins Ausland abzuschieben. Der Fachkräftemangel wird durch gesteuerte Einwanderung aus dem europäischen Ausland behoben, die Menschen bekommen Bleiberecht auf Probe und eine Fußfessel zur Überwachung. Eine Griechin übernimmt in Berlin die Praxis der Ärztin Maria, deren Vorfahren aus Afrika kamen. Der Ehemann der Griechin findet bald kleine fotografische Botschaften der Vormieterin und macht sich auf die Suche nach der Frau und ihren Kindern ...

Das Deutschland, das Annas in seinem dystopischen Roman beschreibt, ist so nahe an den aktuellen Forderungen einiger rechter Gruppen, das es einen beim Lesen schaudert. Das völkische Prinzip herrscht und zur Terrorabwehr dürfen jederzeit Grundrechte ausgehebelt werden. Max Annas erzählt das alles aus der Sicht seiner beiden Hauptpersonen Marie und Theo, die sich, ohne es zu wissen, aufeinander zubewegen. Ein Roman, der spannend zu lesen ist und gleichzeitig nachdenklich macht.

Max Annas: „Finsterwalde“, Rowohlt Verlag, 978-3-498-07401-2, HC € 22,00, eBook € 19,99

Mit Gift zum Glück

Es war eine Liebesheirat. Auch im Rückblick sieht Irene das so – auch wenn sich das Leben miteinander dann irgendwie anders entwickelt hat. Nicht hin zum großen Glück, sondern eher hin zum regelmäßigen Unglück. Dabei ist Horst, ihr Ehemann, gar nicht übel, er findet nur einfach seine eigene Meinung und seine Bedürfnisse sehr viel wichtiger als die von Irene. Eines Abends stehen plötzlich statt ihrer geliebten Bücher (zugegeben, sie lagerten schon länger in Kisten und waren nicht wegsortiert) Zementsäcke im Keller, das ist der berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Als Irene zufällig Blei findet, wird sie zur Chemikerin: „Die Ehe ist ein Krieg. Ist es da nicht logisch, dass sie auch so endet wie alle Kriege? Einer stirbt!“

Mit viel schwarzem Humor und reichlich Fatalismus lässt Sara Paborn ihre Protagonistin über die letzten Monate ihrer Ehe berichten und in Rückblicken auch über das ganze gemeinsame Leben. Das ist zutiefst unterhaltsam zu lesen, weil Irene auch sich selbst auf die Schippe nimmt und darüber hinaus viele kleine Weisheiten und Zitate eingestreut sind, nie aufdringlich, aber immer erhellend. Dieses Buch ist köstlich!

Sara Paborn: „Beim Morden bitte langsam vorgehen“, DVA, 978-3-421-04802-8, € 18,00, eBook € 13,99

Bolls siebter Fall

Am Dienstag, den 6. März 2018 ist die nächste Krimilesung „Mord in der Schöfferstadt“, seit vielen Jahren gibt es diese Reihe als Kooperation zwischen unserer Buchhandlung, der Kreisvolkshochschule und der Schöfferstadt. In diesem Frühjahr haben wir wirklich Glück: Monika Geier hat mit ihrem Krimi „Alles so hell da vorn“ gerade den zweiten Platz beim Deutschen Krimipreis gewonnen. Und zwar aus sehr gutem Grund – ihre Art zu schreiben, die Darstellung der Figuren, die unabsehbaren Wendungen und auch die verschiedenen Handlungsstränge machen das Buch sehr besonders.

Bettina Boll will die ungeliebte, nasskalte Villa verkaufen, die sie von Tante Elfriede geerbt hat. Beim letzten Rundgang vor der offiziellen Besichtigung entdeckt sie eine unbekannte Tür im Keller – doch bevor sie sich wirklich kümmern kann, wird sie zu einem Mord gerufen. Einem Mord in Frankfurt, bei dem sie eigentlich nicht zuständig ist. Allerdings ist das Opfer ihr Ludwigshafener Kollege … Und so ist Boll bald mitten in Ermittlungen über Kinderhandel und Zwangsprostitution. Sie stellt die richtigen Fragen, eckt damit mehr als einmal an, doch am Ende ist sie es, die alle Fäden zusammenführen kann.

Monika Geier: „Alles so hell da vorn“, Ariadne Verlag, € 13,00, eBook € 8,99

Ein Mops, Magie und der Weltuntergang

Lennart Malmkvist hat zwar eine Beziehungsallergie (im wahrsten Sinne des Wortes - kommt ihm jemand nahe, entwickelt er juckende Pusteln), ist aber sonst ziemlich zufrieden mit seinem Leben. Ein guter Job, nette Nachbarn, wohlschmeckendes Essen, so lässt sich das Leben genießen. Ab und zu übergibt ihm die Nachbarin Maria
ein Tablett voller Leckereien und er bringt es zu dem Zauberladen an der Ecke, in dessen Eigentümer, Buri Bolmen, Maria verliebt ist.
Eines Tages träumt Lennart von einem Leierkastenmann, er träumt so lebhaft, dass er sich dabei heftig am Bett stößt - und begegnet diesem Mann tags darauf wirklich. Richtig schrecklich wird der Tag aber, als zwei Polizisten ihn wegen des Todes von Buri Bolmen verhören. Und noch schrecklicher, als Bolmens Mops Bölthorn beginnt, mit ihm zu reden ...
"Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen" changiert sehr unterhaltsam zwischen Krimi und Fantasy, dabei ist er zügig und interessant erzählt. Wirklich überzeugend ist allerdings die Story: Sehr logisch fügt sich alles ineinander und doch bleibt das Buch bis zum Ende überraschend!

Lars Simon: "Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen", dtv, ISBN 978-3-423-21651-7, TB € 9,95, eBook € 3,99, Hörbuch € 15,00  
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