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Lieblinge

Unsere Urlaubslieblinge in 2017:





Ralf Schwobs Bücher:

 

Hier geht es um Leben und Tod. Sehr komisch.

Nies und sein älterer Bruder wachsen allein auf, weil ihre Eltern nach Kanada ausgewandert sind. Während sein Bruder ein erfolgreicher Banker wird, kann Nies seinen Eltern diesen Verrat nie wirklich verzeihen und nennt sich fortan nur noch NC für „No Canada“. Auch als 30-Jähriger schlägt er sich noch immer mit Gelegenheitsarbeiten durchs Leben und hängt tiefsinnigen Alltags- und Sprachbetrachtungen nach. Eines Tages gerät er durch Zufall in das Büro eines Beerdigungsinstituts, wo gerade ein Bestattungshelfer benötigt wird …
Key Weyand hat mit „Applaus für Bronikowski“ ein kleines Kunststück vollbracht, nämlich ein komisches und gleichzeitig respektvoll anrührendes Buch über das Leben, den Tod und das Bestattungswesen zu schreiben. Dabei sorgt der schräge und dabei immer sehr präzise Blick seiner Hauptfigur auf unser alltägliches Leben stets für überraschende Einsichten. NCs Bedürfnis, den Wünschen der Angehörigen gerecht zu werden, und der große Respekt, den er vor dem Leben der Toten hat, bringen ihn allerdings am Ende in eine schwierige Situation, die schließlich vollkommen aus dem Ruder läuft.

Kai Weyand: „Applaus für Bronikowski“, Verlag Btb,
TB € 9,99, HC € 19,90, eBook € 15,99


In der Hitze des Südens

Atlanta 1974: Ein Cop-Killer geht um. Jemand lockt Streifenpolizisten in Hinterhalte und liquidiert die Männer mit Kopfschüssen. Die Nerven im Police Department liegen blank. Gerade in dieser aufgeheizten Atmosphäre tritt Kate Murphy ihren Dienst an. Schnell bekommt sie zu spüren, dass Frauen im Streifendienst unerwünscht sind, sie werden von ihren männlichen Kollegen vollkommen offen drangsaliert und gedemütigt. Die Einzige, die Kate beisteht, ist Maggie Lawson, eine Polizistin, die schon länger im Dienst ist und dazu noch aus einer Cop-Familie stammt …
Cop Town ist ein klassischer Thriller mit hohem Spannungsgrad bis zum Ende. Zudem thematisiert er den alltäglichen Sexismus und Rassismus, der vor vierzig Jahren in einer der größten Städte der amerikanischen Südstaaten vollkommen normal und gesellschaftlich akzeptiert war. Und so verwundert es auch nicht, dass Kate und Maggie dem Cop-Killer auf die Spur kommen, weil sie einen anderen Blick auf die Tatumstände werfen. Was sie dann allerdings herausfinden, macht es ihnen nicht einfacher, vor ihren männlichen Kollegen zu bestehen.

Karin Slaughter: „Cop Town. Stadt der Angst“, Blanvalet Verlag,
TB € 9,99, PB € 14,99, eBook € 8,99, Hörbuch € 12,99



Der alles entscheidende Moment, und das Leben danach

Ein Roman übers Kunstturnen? Ja, auch, aber eigentlich geht es um die Geschichte eines jungen Mädchens, das die Chance ihres Lebens erhält. Angelika wächst in den frühen 70er Jahren bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, die wenig Geld und Zeit für ihre Tochter hat. Eine Lehrerin entdeckt Angelikas Talent fürs Turnen, und im Sportverein nimmt sich die ehemalige Kunstturnerin Margot des Mädchens an und fördert sie, bis sie den Sprung in den Bundeskader und schließlich zur Olympiade in die USA schafft. Auf der zweiten Zeitebene (über 20 Jahre später) ist Angelika eine erwachsene Frau und hält sich mit einer privaten Turnschule mehr schlecht als recht über Wasser, bis eine ganz besondere Schülerin auftaucht und Angelika daran erinnert, was damals bei ihrem alles entscheidenden Olympia-Sprung in ihr vorging …
Maria Knissel hat mit „Spring!“ einen spannenden, anrührenden und gleichzeitig sehr realistischen Roman über Leistungssport und Leistungsdruck geschrieben, aber auch über die Möglichkeit des Menschen, eigene Entscheidungen zu treffen und über sich selbst zu bestimmen.       

Maria Knissel: „Spring!“, Societäts Verlag, TB € 12,80, eBook € 9,99

Ulrike Wegerts Empfehlungen:


 
In diesem Jahr gab es am Urlaubsbuchabend eine kleine Besonderheit: Neben Lucia Bornhofen und Ralf Schwob stand Ulrike Wegert mit auf der „Bühne“. Was dann natürlich auch zu ganz anderen Büchern führte, denn jeder hat ja so seine eigenen „Lieblingsbücher“. Wir danken ganz herzlich für die freundliche Unterstützung, liebe Uli!


Kein Reiseführer

Dieses Buch ist eher ein Appetithappen oder geeignet, die Vorfreude zu steigern – ein Reiseführer ist es nicht. Aber es ist kurzweilig, humoristisch und doch so wahr! Die aktualisierte Neuausgabe hat sogar Fotos, das Inhaltsverzeichnis hat sich aber nicht geändert. Gründe, Schottland zu lieben, sind zum Beispiel: Weil das Wetter die Erwartungen nie enttäuscht. Weil linksdrehende Kreisverkehre einfach Spaß machen (naja, selbst ausprobiert, die Schotten fahren auch drei- oder vierspurig, das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig …). Weil echte Highländer einfach nicht frieren. Weil hier das charmanteste English gesprochen wird (besonders am Telefon klingt es so als hätten sie den ganzen Mund voller Steine). Weil ein „Full Scottish Breakfast alles hält, was es verspricht (da ist nämlich wirklich ALLES dabei, Eier, Würstchen, Käse, alles, was das Herz begehrt, Sie brauchen danach lange nichts mehr essen). Weil schon ein Teller Haggis jedes Vorurteil negiert (der mit Innereien gefüllte Schafsmagen ist tatsächlich ein Gedicht!). Weil Autofahren in den Highlands unvergesslich ist (Sie werden sich fragen, warum das alle überleben).
Brauchen Sie mehr Gründe? Vermutlich weder für das Buch – noch für den nächsten Aufenthalt in Schottland!

Ulrike Köhler: „111 Gründe Schottland zu lieben“, Schwarzkopf & Schwarzkopf, € 12,99


Fast ein Reiseführer

„Mein Name ist Jakob Ostmann. Ich bin 36 Jahre alt und lebe seit etwa 14 Jahren auf Kreta. Inzwischen nenne ich mich Jakovos Anatolis, aber meine Freunde sagen einfach Jak zu mir. Nach jahrelangen Gelegenheitsjobs in den Gewächshäusern, bei der Trauben- oder Olivenernte, als Kellner, Fischer, Zimmermann oder Maurer arbeite ich nunmehr als freischaffender Schnüffler.“ Allerdings hat Jak nicht allzu viel zu tun, sodass er auf die Hilfsbereitschaft seines, zum Glück gut betuchten, griechischen Freundes Stelios angewiesen ist. Eines Tages bekommt Jak dann doch einen Auftrag, er soll den Mord am Schwiegervater einer Dame aus Iraklion aufklären. Die Ermittlungen bringen ihn manchmal sogar in Lebensgefahr und strapazieren die sprichwörtliche Gastfreundschaft (griechisch Philoxenia) von Stelios dann doch sehr.
Das Buch ist kein typischer Krimi, aber es ist ausgesprochen spannend und gibt darüber hinaus viele Einblicke ins Leben auf Kreta und das Verhalten der Kreter. Und dort sollte man es am besten auch lesen!

Klaus Eckhardt: „Tote trinken keinen Raki“, Verlag Dr. Thomas Balistier, € 12,80


„Der Garten der kleinen Schritte“
Das ist, frei übersetzt, der Titel dieses Buches, der deutsche Titel klingt leider sehr viel schnulziger …

Lilian ist, seit ihr Mann vor 3 Jahren bei einem Autounfall starb, alleinerziehende Mutter zweier Töchter. (Was hier wie der Anfang eines herzerweichenden Romans klingt, ist es zum Glück nicht, denn die Autorin stellt ihrer Protagonistin eine coole Schwester und eine sehr fordernde Arbeitgeberin zur Seite. So halten sich Ernsthaftigkeit und Humor die Waage.) Der Verlag, in dem Lilian arbeitet, hat gerade einen lukrativen neuen Auftrag bekommen - für eine große Saatgutfirma soll Lilian ein mehrbändiges Lexikon der Gemüsesorten illustrieren. Und ihre Chefin schickt sie, damit das auch wirklich gut wird, zu einem Gartenbaukurs. Lilian ist verblüfft, was sie da auf dem Acker alles ausgräbt: Würmer, Lebensfreude, Baumwurzeln, Plastikfeen, Unkraut, Freunde, Radieschen – und einen ziemlich großartigen Mann.
Das Buch ist übrigens mit reichlich Gartenwissen gespickt, das durchaus sinnvoll klingt. Besonders der letzte Tipp: „Ein Glas Wein in den Händen eines Gärtners verbessert übrigens in den meisten Fällen seine Stimmung. Schenken Sie oft nach, besonders bei warmem Wetter und an Freitagen.“

Abbi Waxman: „Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen“, Rowohlt Verlag,
€ 9,99, Hörbuch € 12,95, eBook € 4,99


Die Empfehlungen von Lucia Bornhofen:

 

Wahr und berührend

Nachdem Carl Nixons zweiter Roman veröffentlicht worden war, erhielt er einen Telefonanruf, eine freundliche Männerstimme erbat einen Gesprächstermin: MN wollte ihm die Geschichte seiner Eltern erzählen. Das ist nichts, was Autoren mögen – allerdings gab es einen Satz, der Nixon beeindruckte: „Meine Mutter hat sich unsterblich in einen Mann ohne Gedächtnis verliebt.“ Und so ließ sich Nixon darauf ein, die Geschichte von MNs Eltern zu erzählen.
Paul Blackwell ist aus dem ersten Weltkrieg nach Hause gekommen und nichts ist mehr, wie es war – er hat keinerlei Erinnerung an sein Leben vor dem Kriegseinsatz und wird zunehmend gewalttätig. Seine Frau weiß sich bald nicht mehr zu helfen und engagiert die Krankenschwester Elizabeth Whiteman für die Pflege. Elizabeth sitzt die ersten beiden Tage nur bei Paul im Zimmer, instinktiv weiß sie, dass nichts anderes möglich ist. Am zweiten Tag, sie ist schon auf dem Heimweg und rennt zurück zu den Blackwells, stellt sie dann die entscheidende Frage: „Können Sie mir sagen, wie Sie heißen?“ „Lucky Newman“, ist seine Antwort. Damit beginnt die langsame Annäherung des Heimkehrers an ein Leben nach dem Krieg. Und die Annährung von Elizabeth und Lucky gleichermaßen.
„Lucky Newman“ ist kein leichtes Buch, die Kriegsschilderungen sind nicht drastisch, doch durchaus realistisch und anschaulich. Die subtile Weisheit und die zarte, berührende Liebesgeschichte aber, die machen es zu einem wirklich großen, lesenswerten Roman.

Carl Nixon: „Lucky Newman“, Weidle Verlag, € 23,00 €, eBook € 14,99



Endlich wieder da

Mit Dorothy Parker „bekannt“ geworden bin ich bereits vor einem knappen Jahrzehnt – Birgit Weinmann, meine langjährige, geschätzte Bühnenpartnerin, hat sie mir wärmstens empfohlen. Leider gab es während dieser ganzen Zeit kein Buch mit ihren Geschichten, lediglich eine durchaus lesenswerte Biographie. Im Herbst 2016 hatte dann der bezaubernde Kein + Aber Verlag aus Zürich ein Einsehen und hat ihre „New Yorker Geschichten“ wieder aufgelegt.
Dorothy Parker war in den Swinging Twenties Literaturkritikerin des „New Yorker“ und hatte eine sehr satirische Feder und spitze Zunge. Bei den Treffen des Literaturkreises ging man zum Beispiel gar nicht auf die Toilette – sobald man den Raum verlassen hatte, schoss Parker ihre Pfeile in Richtung des Abwesenden … Aber Dorothy Parker hatte auch stets ein großes Gespür für die Ungerechtigkeiten der Welt, sie war Berichterstatterin im spanischen Bürgerkrieg, Mitbegründerin der Anti-Nazi-League in Hollywood und sie sammelte Geld für die nach Amerika ausgewanderten Juden. Ihre Kurzgeschichten bilden genau das ab: Sie erzählen gleichermaßen von den „kleinen Leuten“ mit ihren Nöten und Alltagsroutinen und von der Upper Class und ihren meist doch sehr skurrilen Problemen. Wir Leser haben immer etwas zu lachen – und immer genug zum Nachdenken.

Dorothy Parker: „New Yorker Geschichten“, Verlag Kein + Aber, € 13,00


Köln, im Jahre 1181

Bruder Imbert kommt nach langer beschwerlicher Reise im Dom zu Köln an: Er soll um die Gebeine einer der Jungfrauen der heiligen Ursula bitten, diese Reliquie soll den Ruhm seines Klosters mehren. Erzbischof Philipp schickt ihn weiter zur Äbtissin des Ursulastifts, nicht ohne Hintergedanken – denn damit zeigt er, dass er mehr Macht hat als sie. Clementia stellt Imbert zähneknirschend den jungen Ausgräber Jaspar zur Seite, auch, damit dieser regelmäßig Bericht erstattet. Am nächsten Tag wird im Dom ein Priester ermordet aufgefunden und noch einen Tag später eine tote Jungschwester. Für Volkmar, den Hauptmann der erzbischöflichen Waffenbüttel ist schnell klar, dass nur ein Neuankömmling der Mörder sein kann …
Dennis Vlaminck hat ausgiebig recherchiert, seine Darstellung Kölns und der Lebensumstände im Mittelalter darf als sehr realistisch gewertet werden. Das ist aber nur das eine. Die Hauptsache ist, dass Vlaminck einen klassischen Kriminalroman geschrieben hat, mit einem Ermittler, dem man quasi über die Schulter schaut, mit einer spannenden Handlung und einem unerwarteten Dreh am Schluss. Dabei lässt er uns Leser ganz tief eintauchen in eine völlig fremde Welt voller Religiosität, die aus heutiger Sicht eher Aberglaube ist, und spinnt alle Fäden sehr gelungen zu einem furiosen Finale.

Dennis Vlaminck: „Reliquiem“, Emons Verlag, € 11,90, eBook € 9,49

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