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Unsere Sachbuch-Empfehlungen in 2011:



Geschichtsschreibung ganz anders.

„Faszinierend. Bryson interessiert sich für alles, und diese Neugier ist ansteckend. Sein Enthusiasmus erhellt jede dunkle Ecke." The New York Times Book Review

Eines Tages musste der Sachbuchautor Bill Bryson auf den Dachboden, um herauszufinden, warum es ins Zimmer darunter tröpfelte. Nachdem er sich mühevoll durch die kleine Luke hinaufgearbeitet hatte, entdeckte er eine Tür und dahinter eine kleine, nicht überdachte Plattform mit wunderbarem Blick in die Umgebung; der Sinn dieser Plattform ließ sich nicht finden. Aber Bryson fand durch diesen Zufall ein neues Thema: warum leben wir, wie wir leben? Auf der Suche nach Antworten entdeckte er vor allem eine Vielzahl Geschichten – und genau diese Verknüpfung von Sachthemen und lebendiger Beschreibung der Menschen und ihres Alltags macht das Buch gleichermaßen unterhaltsam und interessant. Und genau das hat ja auch der  Kritiker der New York Times auf den Punkt gebracht.

Bill Bryson: „Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge.", Goldmann Verlag, € 24,99


Unterhaltung für die ganze Familie.

Schon mit dem ersten Band, dem Wimmel-Suchbuch „Wo ist Walter?", hat Martin Handford sich einen großen Fanclub „ermalt". Und auch die fünf Folgebände sind vielfältig, unterhaltsam und wirklich knifflig, sie haben ganz unterschiedliche Themen – Walter reist rund um den Globus oder durch die Geschichte, entdeckt Zauberer und Drachen oder Kunstwerke der unterschiedlichsten Epochen. Fürs Lösen der Wimmel-Rätsel muss man sehr genau schauen können und einiges an Geduld haben: dann sind die sechs verschiedenen Bücher in der Schuber-Sonderausgabe (ein Puzzle ist zusätzlich dabei) eine köstliche Beschäftigung für Jung und Alt.

Martin Handford: „Wo ist Walter? WOW", Sauerländer Verlag, € 19,95


In freier Wildbahn ausgestorben.

Das ist eine der Meldungen, die sehr zum Nachdenken anregt – gerade wenn es sich dabei um ein Zwergkaninchen handelt und man ja eigentlich  denkt, dass diese niemals ein Problem mit der Arterhaltung haben
könnten. Tatsächlich hat man das Columbia-Plateaubasalt-Zwergkaninchen mit dem Idaho-Zwergkaninchen kreuzen müssen, um ein Überleben möglich zu  machen.
Solche A-Ha-Erlebnisse hat man bei diesem kleinen Bildband, in dem die unterschiedlichsten Tiere des gesamten Erdballs mit beeindruckenden  Fotos und kurzen Informationen vorgestellt werden, ständig. Ob Kronensafika (stark gefährdet) oder Kitfuchs (nicht gefährdet): alle TierBabys sind in Zoos und Aquarien geboren, weltweit sorgen Tierpfleger, Ärzte, Forscher damit für den  Erhalt der verschiedensten Tierarten. Und genau darauf machen die Autoren Andrew Bleiman und Chris Eastland sehr einfach und sehr deutlich aufmerksam.

Andrew Bleiman und Chris Eastland: „ZooBabys. Die niedlichsten Tierkinder der Welt.", Heyne Verlag, € 9,99


Tomi Ungerer zum Achtzigsten.

Seit Jahrzehnten zählt es zu den schönsten Liederbüchern auf dem deutschen Markt, wenn es nicht sogar das schönste ist: „Das große Liederbuch" aus dem Diogenes Verlag, zusammengestellt von Anne Diekmann und Willi Grohl. Großformatig  ist es und auch die Noten (Gesangsstimme und Klavierbegleitung) sind angenehm groß dargestellt, die Lieder sind themenbezogen in elf Kapitel eingeteilt und es gibt sowohl ein thematisches als auch ein alphabetisches Register.
Das alles ist schon sehr überzeugend. Doch wirklich hinreißend ist das „große Liederbuch" durch die Illustrationen von Tomi Ungerer. Und die aktuelle Sonderausgabe enthält nicht nur die 156 Bilder der Normalausgabe, sondern zusätzlich ein Essay des Künstlers zur Entstehung der Illustrationen, sowie Skizzen und Studien. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es aber doch: diese Sonderausgabe wird sicher nicht sehr lange auf dem Markt sein…

„Das große Liederbuch." Diogenes Verlag, € 19,90  


Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

(Und sorge dann dafür, es auch nachlesen zu können.) Der letzte Satz könnte die Ergänzung des Untertitels zum „10Jahresbuch" sein: seine übersichtlichen Seiten, die mit einem interessanten oder auch spannenden Motto überschrieben  sind, laden dazu ein, abends ein Tagesresümee zu festzuhalten. Kurz und knapp muss dieser Eintrag sein, immerhin steht pro Tag nur eine Zeile zur Verfügung – denn der Clou ist, dass sich in diesem Kurztagebuch zehn Jahre untereinander befinden.  So lässt sich über eine ganze Dekade hinweg sehr schön verfolgen, wie man seine Tage verbracht hat, welche Freuden und Glücksmomente aber auch welche Kümmernisse man erlebt hat. Die grafische Gestaltung und der Einband in Halbleinen sorgen  dann zusätzlich dafür, dass man dieses Eintragbuch gerne zur Hand nimmt…

„10Jahresbuch", Verlag arsEdition, € 19,95


Island II

Da gibt es ein Rockfestival in einer 4000-Seelen-Gemeinde bei dem jede Band und jeder Künstler exakt 20 Minuten Zeit für die Show hat. Die Besucher, in 2010 waren es rund 4000 Menschen, wissen vorher nicht wer spielt und die Musiker verzichten auf  einen Soundcheck, denn alles soll spontan sein. Da gibt es das „ìslendigabòk", in dem die Stammbäume aller Isländer stehen - auch wenn die Familienkonstellationen traditionell ungewöhnlich sind. Und es gibt eine Kommission, die darüber  befindet, welchen Namen ein Kind haben darf. Da gibt es einen Cola-Automaten mitten in der Wildnis, leuchtend türkis und von weitem zu erkennen. Und dessen Besitzer, der außerdem auch noch eine Videothek betreibt, Särge baut und als DJ Platten  auflegt.

Natürlich könnte man auch einen Reiseführer lesen. Aber Alva Gehrmanns Buch über Island ist sehr viel mehr – es ist eine Liebeserklärung an einen ganz besonderen, unkonventionellen Lebensstil. Und eine wunderbare Reisevorbereitung.

Alva Gehrmann: „Alles ganz Isi. Isländische Lebenskunst für Anfänger und Fortgeschrittene.", dtv, € 14,90


Ernst gemeint.

Titel und Umschlaggestaltung des Buches „Frauen & Kinder zuerst“ verstecken ganz gut, dass es von einem schwierigen Thema handelt: der amerikanische Reisejournalist und Buchautor Carl Hoffman unternahm eine Reise um den Globus, 159 Tage war er konsequent mit den anfälligsten Fahrzeugen auf den gefährlichsten Routen der Welt unterwegs. Das erste Mal kam ihm diese Idee beim Flug über den Kongo, mit einer heillos überfüllten 30 Jahre alten Maschine, in der er der einzige Weiße war, und auch der einzige Passagier, der nicht aus irgendeinem Grund gezwungen war, diesen Flug zu nehmen. Langsam entwickelte sich aus dieser Erfahrung seine ungewöhnliche Reise-Idee – er wollte die Umstände kennenlernen, unter denen die meisten Menschen leben, er wollte die Reisenden selbst kennenlernen und ihre Gründe, sich solch extremen Gefahren auszusetzen. Das daraus entstandene Buch ist hochinteressant zu lesen!

Carl Hoffman: „Frauen & Kinder zuerst! Die gefährlichsten Reisen der Welt.“,
btb, € 14,99


Unvergessliche Erinnerungen.

Bei mir sind es die Worte Klagalogs (für Katalog) und Prakika (für Paprika), die sofort die Erinnerungen an die Baby- und Kleinkindjahre meiner Kinder wieder aufleben lassen; sie sind ein fester Bestandteil meines Sprachgebrauchs geworden. Solche Wortkreationen, die den „Erfinder“ große Mühe gekostet haben, gibt es wohl von jedem Kind. Und damit sie nicht verloren gehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Bewahrung: die Schönste ist dieser Tage wohl das Eintragbuch „Kindermund“ aus dem Verlag arsEdition. Mit vielen leeren Seiten, einigen wenig beschriebenen, die das Eintragen ein wenig anleiten. Und mit einer Sammeltasche für Fotos, Zeichnungen und all die Kleinigkeiten, die man sonst noch so aufheben mag.
Ach ja: „Kindermund“ ist eine kleine Reihe, in der hauptsächlich Geschenkbücher mit Kindersprüchen und –bildern erschienen sind – auch sehr, sehr hübsch.

„Kindermund. Deine ersten Worte und lustigsten Sprüche.“, Verlag arsEdition, € 9,95


Am besten nach dem Essen lesen.

Von Ananas-Kraut-Salat mit Paprikastreifen (ideal zum Mitnehmen) über Knusper-Päckchen (bestens geeignet als süßes Hauptgericht) bis Zwiebeltarte mit Feigen (gut vorzubereiten): 132 fleischlose Gerichte sind in diesem Kochbuch zu finden, von A bis Z sortiert. Alle Rezepte sind so anschaulich und deutlich beschrieben, dass sie auch von wenig geübten Köchen gemeistert werden. Außerdem sind die Nährwerte sowie die Zubereitungs- und Backzeiten angeben und ein Foto - damit man auch sehen kann, was man kochen will. Das Register ganz am Schluss vereinfacht die Auswahl, mit seiner Hilfe kann man sich zum Beispiel leicht zwischen Salaten oder Gerichten aus der Pfanne entscheiden, oder etwas für Gäste auswählen.
Das Kochbuch hat jedoch (wie alle gut gemachten Kochbücher) einen Nachteil, denn man wird sogleich hungrig; darum am Besten nach dem Essen lesen!

„Vegetarisch von A – Z – über 130 Gerichte ohne Fleisch.“ Dr. Oetker Verlag, 9,95 €


Das Schlimmste ist die Gleichgültigkeit.

So überschreibt Stéphane Hessel das vierte Kapitel seiner Streitschrift „Empört Euch“. 1917 in Berlin geboren und als Siebenjähriger mit der Familie nach Paris übersiedelt, prägten ihn vor allem die Arbeit für die Résistance im Zweiten Weltkrieg und die darauf folgenden Jahre des Aufbaus eines freien Frankreichs. Außerdem war er Ende der vierziger Jahre Mitarbeiter der Kommission, die die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ausgearbeitet hat - was er heute kurz und prägnant an uns Leser weitergibt, fußt auf diesen Erfahrungen. Für Hessel sind es vor allem diese Themenkomplexe, die es die nächsten Jahre zu lösen gilt: Die weit geöffnete und sich immer weiter öffnende Schere zwischen ganz arm und ganz reich, die Menschenrechte sowie der Zustand unseres Planeten.
Die Quintessenz dieses lesenswerten Aufrufs ist: informiert Euch, werdet aktiv und lasst keinesfalls Hoffnungslosigkeit und Gleichgültigkeit von Euch Besitz ergreifen.

Stéphane Hessel: „Empört Euch!“, Ullstein Verlag, € 3,99


Im Moor versunken?

Vom Kupfernagel umgehauen? Vor Schreck gestorben? Das sind nur drei der 43 Todesarten, die in diesem ziemlich makabren Sachbuch behandelt werden. „Sterben will gelernt sein“ heißt der Untertitel, doch tatsächlich berichten die kurzen Kapitel vom beständigen Überleben. Im Moor zum Beispiel kann man wegen der hohen Dichte gar nicht versinken, das wäre gegen alle physikalischen Gesetze. Ein bisschen Kupfer bringt einen Baum nicht um, er kapselt das Gift einfach ab – reine Biologie. Und dass ein gesunder Mensch nicht am Schreck sterben kann, beweist die Medizin. Unterhaltsam geschrieben, skurril illustriert, vielfältig und interessant beweist das Buch vor allem: Sterben ist schwieriger als allgemein angenommen.

Lena Ullrich / Giovanni Rigano: „Tausend Tode“, Oetinger Verlag, € 8,95


Gut gelaunt und ausgeschlafen

lernt der Mensch am Besten. Das liegt an den Botenstoffen im Gehirn, an den Nervenzellen und den Synapsen, also deren Verbindungen zueinander: sie alle arbeiten in entspanntem Zustand schnell und effektiv. Da wäre es sinnvoll, dieses Buch zu lesen, wenn es einem wirklich gut geht – denn die Informationen die es enthält sind sehr interessant und eigentlich wissenswert für Jedermann.
In den 14 Kapitel wird nicht nur beschrieben, wie unser „Oberstübchen“ funktioniert, sondern auch, wie die Wissenschaft dies untersucht, wie Drogen wirken, was kranke Nervenzellen bedeuten und was die Liebe mit unserem Denkvermögen macht. Dabei bedienen sich die beiden Autoren einer Sprache, die auch schon für interessierte Jugendliche gut zu lesen ist.

N. Nützel / J. Andrich: „Das Universum im Kopf“, bloomsbury Verlag, € 8,95


„Mein Leben dieses Buch verändert hat.“ – Yoda

„Rechtlicher Hinweis: Sämtliche in diesem Buch enthaltenen Ratschläge zu befolgen erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein ereignisreiches und erfülltes Leben. Autoren und Verlag übernehmen jedoch hierfür weder Gewähr, noch können sie für ein verschwendetes, vergeudetes oder ruiniertes Leben oder gar den Verlust desselben infolge des Vollzugs der hier enthaltenen Ratschläge zur Verantwortung gezogen werden.“

Nein: eine nähere Beschreibung können wir Ihnen für dieses großartige Nachschlagewerk nicht liefern, das hier (und auf der ersten Seite) zu lesende Kleingedruckte sagt gerade genug. Schauen Sie, am Besten noch recht früh im Jahr, einfach rein.

Benrik Ltd.: „Sex haben Geld machen Gott finden.“, Blanvalet Verlag, € 14,99



Unsere Sachbuch-Empfehlungen in 2010:


Großartige Fotographien.

Ein tiefer Glaube an Gott und große Handwerkskunst: gotische Dome, Kathedralen, Münster verbinden beides und ziehen noch heute viele Besucher an. Dabei sind sie weit mehr als eine Ansammlung wertvoller Gegenstände und unschätzbarer Kunstwerke – sie sind zentrale Gesamtkunstwerke des christlichen Glaubens, bei denen Baustil, Kunst, Symbolik, Ritus und Liturgie eine untrennbare Einheit bilden. Johannes Thiele arbeitet dies in seinem Bild-Sach-Buch hervorragend aus; fundiert und gut verständlich beschreibt er nicht nur die Kathedralen selbst, sondern auch das Weltbild, das sich in ihnen manifestiert. Dabei ergänzen die teilweise großformatigen Fotographien die Texte zu einem beeindruckenden, lesenswerten Ganzen.

Johannes Thiele: „Kathedralen. Die Kunst, den Himmel zu berühren.“, Pattloch Verlag, € 34,00


In der Taiga gibt es keine Zeugen.

Ein Reisebericht, bei dem man sich Geographie und Klima, Flora und Fauna bildhaft vorstellen kann. Ein Sachbuch, das die Beziehung zwischen Menschen und Raubtieren von ihren Anfängen im südafrikanischen Sterkfontein-Tal vor Jahrmillionen bis heute aufzeigt. Eine Dokumentation, die die Lebensumstände und die politische Situation der Menschen im südöstlichsten Zipfel Russlands beschreibt. Ein Thriller, der von der Jagd eines Amur-Tigers berichtet – auf einige Bewohner des dortigen Bikin-Tals.
Diese Aufzählung ist nur ein Notbehelf, es ist mir unmöglich, dieses Buch in wenigen Sätzen in der üblichen Art und Weise zu beschreiben: John Vaillants „Der Tiger“ ist eine höchst ungewöhnliche Mischung aus Sachbuch und Thriller, die noch dazu gespickt ist mit Zitaten, manchmal sogar Gedichten. Und dabei unglaublich interessant und fesselnd!

John Vaillant: „Der Tiger.“, Blessing Verlag, € 19,95


Eine ganz andere Sichtweise…

…auf unsere Erde eröffneten die Bilder, die der französische Fotograf Nadar 1858 machte: er fotografierte von einem Ballon aus, es waren die ersten Luftbildaufnahmen. Da sich bald ihre besondere Eignung für wissenschaftliche und militärische Zwecke heraus stellte, wurden die Techniken stetig verbessert, bis hin zu immer detailgenaueren Satellitenbildern.
In diesem rundum gelungenen und dabei ausgesprochen preisgünstigen Bildband ist der Verlag Meyers noch weiter gegangen – hier wurden Satellitenbilder mit digitalen Geländemodellen verbunden; die so entstandenen Darstellungen sind sehr deutlich und oft von großer Schönheit. Darüber hinaus bietet das Buch mit Hilfe der gut recherchierten Texte und der Verortung der Bilder auf den abgedruckten Landkarten einzigartiges Wissen. Nicht nur für interessierte Erwachsene, sondern schon für Jugendliche gut geeignet!

„Meyers Abenteuer Erde.“, Verlag Bibliographisches Institut, € 9,95

Unerhört wissenschaftliche Erklärungen.

Die Kapitel heißen „Die Bindungsfähigkeit der Bleistifte“, „Das Universum ist mit uns“ oder auch „Mit der Kühltasche in die Tundra“ und beschreiben den Kohlenstoffkreislauf, das Chaos und den Treibhauseffekt. Jeweils auf weniger als zwei Seiten, sehr fundiert und dabei leicht zu lesen und höchst vergnüglich – das alles trifft ebenfalls auf die restlichen 116 Kapitel zu. Denn der Autor, der Professor für Physik und Naturphilosophie Harald Lesch, weiß sehr genau worüber er schreibt. Und durch seine vielfältigen Vorträge weiß er ebenso genau, wie er das machen muss, um auch Laien am Ball beziehungsweise am Text zu halten!

Harald Lesch: „Der Außerirdische ist auch nur ein Mensch.“ Knaus Verlag, € 19,99



„Wo ist Ihr Kollege?“

Susa Bobke stammt „vom Deich“, hat einen Meisterbrief in der Tasche und ist ständig unterwegs – sie hilft seit mehr als 15 Jahren als Gelber Engel Autofahrern aus der Patsche. Schon als Kind wusste sie, dass sie etwas Handwerkliches machen wollte, sie interessierte sich brennend für kaputte Traktoren und andere Fahrzeuge auf den Bauernhöfen, zu denen ihr Vater, der Tierarzt ist, sie mitnahm. Nach dem Umweg über ein Germanistikstudium hat sie Kfz-Mechanikerin erlernt und ist nun beim ADAC als Pannenhelferin eingestellt. Sie hilft bei ganz gewöhnliche und höchst ungewöhnliche Pannen, ist freundlich Anteil nehmend oder, wenn eher erwartet, sachlich-höflich, hat mit verängstigten, ungeduldigen, neutralen oder notorisch Besser wissenden Kunden zu tun.
Zusammen mit Shirley Michaela Seul hat sie ihre Erlebnisse in Schriftform gebracht: es sind unterhaltsame und manchmal nachdenklich stimmende, schön zu lesende Geschichten aus einem etwas anderen Alltag…

Susa Bobke: „Männer sind anders. Autos auch.“, Knaur Verlag, € 8,95


Nur satt zu lesen.

Man sollte nie hungrig einkaufen gehen, sagt eine der alltäglichen Weisheiten. Angewandt auf dieses Buch heißt das: niemals hungrig durchblättern. Sonst ist man umgehend auf der Suche nach einer wirklich guten Bäckerei mit frischem Kuchen (die gibt es in Gernsheim ja zum Glück noch...), denn zum Selbstbacken hat man dann weder Zeit noch Geduld. Grießrahm-Brombeer-Kuchen, Haselnuss-Mokka-Kuchen oder Quark-Sahne-Mandarinen-Schnitten - die beschriebenen Kuchen sind mal verführerisch frisch, mal schlechtwetterlich gehaltvoll. Lecker sind die Rezepte alle und gut zu backen auch. Wie es sich für ein Koch- oder Backbuch gehört, sind Zubereitungszeiten und Energiegehalt angegeben, so weiß man genau, worauf man sich einlässt. Wenn Sie also bei dem Wort Blechkuchen bisher nur an Streuselkuchen dachten, wird sich das schon beim Durchblättern ändern. Aber, wie geschrieben, bitte nur satt ansehen.

"Kuchenbuffets. Neue Blechkuchenrezepte.", Dr. Oetker Verlag, € 14,95


Wenn aus Menschen Mörder werden.

„Ich jedenfalls habe in all den Jahren kein Mordopfer gesehen, bei dem ich den viel zitierten friedlichen Gesichtsausdruck hätte feststellen können.“ So schreibt Josef Wilfing, der ehemalige Leiter der Münchner Mordkommission. In 22 Jahren hat er in annähernd 100 Mordfällen, mit einer Aufklärungsquote von fast 100 Prozent, ermittelt, seine Erlebnisse hat er nun in einem Buch veröffentlicht. „Abgründe“, so der Titel des Buches, zeigt tatsächlich die schwärzesten Tiefen der menschlichen Seele, Wilfing orientierte sich bei der Zusammenstellung der Fälle an den Beweggründen der Mörder. Alles hat er selbst erlebt, seine Geschichten sind drastisch. Trotz der stilistischen Unebenheiten - lesenswert ist das Buch allemal, und das nicht nur für Krimifans!

Josef Wilfing: „Abgründe. Wenn aus Menschen Mörder werden.“, Heyne Verlag,  € 19,95


„Monde und Jahre vergehen…

…und sind auf immer vergangen, aber ein schöner Moment leuchtet das Leben hindurch.“
Gut siebzig Seiten hat man Zeit, diesen Ausspruch von Franz Grillparzer in die Tat umzusetzen und sich an die schönen Momente zu erinnern – und sie dann auch aufzuschreiben. Denn ums Aufschreiben geht es in dem gerade im Groh Verlag erschienenen Büchlein „Liebe Mama, liebe Tochter…“; es kommen aber auch schöne Fotos und ausgewählte Texte nicht zu kurz. Die vier Kapitel bilden einen hilfreichen Rahmen und die gezielten Fragen sorgen dann für die nötige Struktur. So ist es ein rundum schön gestaltetes Buch mit dem Mehrwert des sich-näher-Kommens.

„Liebe Mama, liebe Tochter… - Ein Erinnerungsbuch für zwei.“, Groh-Verlag, € 14,95


Über tausend Seiten Gartenwissen.

Sie suchen ein umfangreiches Nachschlagewerk? In dem nicht nur Pflanzenporträts enthalten sind, sondern auch die Arbeiten im Garten beschrieben werden? Und das durch seine alphabetische Darstellung sehr übersichtlich ist?
Der Ulmer Verlag, einer der ganz großen Verlage für Gartenthemen, hat Anfang des Jahres genau das Richtige für Sie herausgegeben: von „Abbinden“ über „Kapaster“ (ein Korbblütengewächs mit hübschen blauen Blüten) bis „Zyperngras“ enthält es mehr als 10.000 Stichworte, die durch 1500 Farbfotos und detaillierte Zeichnungen vervollständigt werden. Auf den eingefügten Praxisseiten werden zusätzlich einzelne Gartenthemen umfangreicher behandelt – egal ob Sie Ihre Rosenpflanzen vermehren wollen oder die Stauden überwintern, diese Seiten vermitteln kompakt alles Wissenswerte darüber.

„Das große Ulmer Gartenlexikon.“, Ulmer Verlag, € 19,90


Rechtzeitig vorbereiten.

Die ersten Sonnenstrahlen locken uns ins Freie – doch es wird noch ein paar Tage dauern, bis auch die Insekten „aufwachen“; wer dann gut gerüstet ist, hat viele Gelegenheiten, der Natur auf die Spur zu kommen. Der hier vorgestellte kleine Rucksack beinhaltet alles, was man brauchen kann: einen praktischen Insektenfänger und zur besseren Beobachtung die passende Becherlupe. Außerdem enthält er ein Buch mit vielen nützlichen Informationen und Experimenten zum Nachbauen, sowie zwei Tafeln zur korrekten Bestimmung von über hundert überwiegend heimischen Insekten.
In der gleichen Reihe gibt es auch eine Zusammenstellung für Vogelbeobachter und eine für Sternenkundler; alle sind bestens geeignet für Grundschulkinder.

„Naturforscher-Set: Insekten“, Verlag Dorling-Kindersley, € 9,95


Wirklich wissenswert!

Die Geschichte des Gernsheimer Gymnasiums kann mit einigen Besonderheiten aufwarten: seine Gründung zum Beispiel ist engagierten Gernsheimer Bürgern zu verdanken und nicht den Stadtvätern, die damals für die Schulen zuständig waren. Auch die Unterrichtung von Mädchen war außergewöhnlich – die Gernsheimer Schule erhielt 1903 als erste höhere Schule hessenweit die Erlaubnis, auch Mädchen auf zu nehmen. Mehr wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten, denn wir wollen Ihnen ja nicht die Neugier auf dieses gut geschriebene, reich mit Zeitungsausschnitten, Fotos und Dokumenten versehene und schön gestaltete Buch nehmen…

Joachim Wiesenbach: „Ein so wohlthätiges Institut.“ Selbstverlag des Gymnasiums Gernsheim, € 10,00


Torschutzstadt im Land der Hutleute

Was sich hier liest wie ein Rätsel sind die wahren Namen der Stadt Darmstadt (ursprünglich Darmundestat
– indoeuropäisch von dar „Durchgang, Tor“ und althochdeutsch mund „Schutz“) und des Bundeslandes Hessen (nach dem Stamm der Chatten, germanisch hattu „Hauptbinde, Hut“), zu finden sind diese Angaben im „Atlas der wahren Namen“. In diesem Atlas haben die beiden Autoren Stephan Hormes und Silke Peust Deutschland, Europa und die Welt in etymologischen Karten dargestellt und erläutert, warum Städte, Länder, Flüsse oder Gebirge ihren Namen tragen. Das ist oft spannend, immer interessant und meist gut nachvollziehbar – aber vor allem ist es enorm reizvoll…

„Atlas der wahren Namen.“ Carlsen Verlag, € 19,90


Neues Wohnen…

Sie suchen Anregungen für eine bevorstehende Renovierung? Oder planen Sie gerade einen Neubau? Vielleicht sind Sie aber auch „einfach nur so“ interessiert an schöner Wohnraumgestaltung?
Eine umfassende Zusammenstellung verschiedener Wohnstile, kombiniert mit Tipps aus der Praxis von Einrichtungsprofis bietet „Das große Wohnbuch“. Dabei legen die Autoren besonderen Wert auf die Persönlichkeit der Bewohner – schließlich sollen diese sich in den eigenen vier Wänden vor allem wohl fühlen. Ein wichtiger Teil des Buches widmet sich also unterschiedlichen Wohnbedürfnissen und deren Realisierung. Dabei muss es vielleicht gar kein großer Umbau sein, oft sind es Kleinigkeiten (wie eine neue Lampe an der richtigen Stelle) die den Alltag schöner machen.

„Das große Wohnbuch. 1000 Ideen für ein schöneres Zuhause.“, Callwey Verlag, € 29,95




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