Empfehlungen - Buchhandlung und Verlag Bornhofen - Gernsheim

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Die Empfehlungen des Monats Februar:



Mehr als Lokalkolorit.

Endlich Sommerferien. Doch so erholsam wie sie sein sollten sind sie leider nicht, denn im Goddelauer Schwimmbad haben Unbekannte das Wasser rot eingefärbt und dank des Zitates „Friede den Hütten, Krieg den Palästen" fällt der Verdacht auf die Büchner AG des Gernsheimer Gymnasiums. Alle werden verhört: Lehrer Ulli Ruhland, der auch vierzig Jahre nach Dutschke noch revolutionäre Ideen hat, und die Schüler Leon Scheuermann und Nina Oberberg, beide eher ruhig und vielleicht ein Paar, sowie Ninas Zwillingsbruder Malte, der gerne bis zum Filmriss abfeiert. Kurze Zeit später gibt es ein Geständnis – und einen weiteren Fall von Vandalismus…
Es sind die völlig unterschiedlichen Charaktere, die diesen kleinen Roman so reizvoll machen – der Autor Ralf Schwob versteht sich bestens darauf, ihnen eine eigene Stimme zu verleihen und sie dadurch lebendig werden zu lassen.

Ralf Schwob: „Büchners letzter Sommer. Ein Ried-Roman.", Ariel-Verlag, € 12,80



 


Die Stimmen der Liebe.

„Das Pfauenauge tanzt von Blume zu Blume. Die Weinbergschnecke braucht eine Woche von der Rose zur Narzisse. Deine Liebe ist die Liebe des Pfauenauges, meine ist die Liebe der Weinbergschnecke." Aus China: `Vier Liebesvariationen´
Man sagt, die Sprache der Liebe werde überall verstanden. Wenn man sich die von Erich Renner gesammelten Gedichte und Geschichten aus aller Welt durchliest, kann man dem nur zustimmen. Und zugleich will man es vehement verneinen: denn die Bilder, die die unterschiedlichen Kulturen für Liebe und Sehnsucht finden, sind sehr ähnlich, doch wie die Menschen der verschiedenen Erdteile damit umgehen, ist überall anders. Das zu lesen ist hochinteressant.

Erich Renner: „Liebesleute.", Peter Hammer Verlag, € 19,90



 


Ein langer Brief.

„Man kann immer was machen," hat Mim gesagt. „Fragst du dich nicht manchmal, ob er uns wieder verarscht? Ob nicht alles wieder von vorne anfängt, wenn er aus der Klinik raus ist?", habe ich Mim geantwortet.

Und dann macht Nico doch etwas - er schreibt seinem Vater, der seit einigen Monaten in der Entzugsklinik ist und den er nicht besuchen möchte, einen Brief. Darin beschreibt er die letzten zwei Jahre: vom ersten Mal, an dem sie den Vater betrunken erlebt haben, das war nachdem er arbeitslos geworden war. Von den Mittagessen, bei denen sie sich nichts zu sagen trauten aus Angst, Vater könnte ausrasten. Von den schrecklichen Minuten, als Nicos Fast-Freundin Nele, bei ihrem ersten und einzigen Besuch, vom Vater mit offenem Bademantel angesprochen wird. Natürlich auch vom Besuch im Disneyland, der eigentlich eine Versöhnungsgeste sein sollte – und bei dem der Vater einfach verschwunden ist.

Regina Düring lässt Nico ausgiebig zu Wort kommen: ihr Buch, geschrieben für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen, hat keinen einzigen falschen Ton!

Regina Düring: „Katertag. Oder: Was sagt der Knopf bei Nacht?", Verlag Chicken House, € 9,95




 
 
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