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Unsere Historien-
England im Umbruch.
Wer sich auch nur ein bisschen mit der englischen Historie beschäftigt, kennt sowohl die Namen als auch die Grundzüge dieser Geschichte: zu Beginn des 16. Jahrhunderts regiert Henry VIII – und er möchte zum wiederholten Male heiraten, obwohl die Kirche einer Scheidung nicht zustimmt. So betreibt er die Ablösung von Rom und die Gründung einer eigenständigen Kirche. Und damit kommen Thomas Cromwell und Thomas More ins Spiel, zwei brillante politische Köpfe und Gegenspieler.
Hilary Mantel hat aus den historischen Fakten einen Roman herausgearbeitet, der seinesgleichen sucht: ihre bildhaften Beschreibungen und interessanten Zusammenhänge sind sehr spannend zu lesen. Und ihr Coup, Thomas More nicht in der historisch korrekten Rolle des Märtyrers und integren Staatsmannes zu sehen, gibt ihrer Geschichte einen ganz besonderen Reiz.
Hilary Mantel: „Wölfe.", DuMont Buchverlag, € 12,00
Vielschichtig und unterhaltsam.
Veracruz, Mitte des 19. Jahrhunderts: es ist eine sehr unruhige Zeit, in der Katharina Lutenburg groß wird. Sie lebt im deutschen Viertel inmitten von Vettern und Basen, doch viel lieber als mit diesen verbringt sie ihre Zeit mit Ben, einem Mexika und Pferdeknecht ihrer Eltern. Sie erlebt hautnah mit, wie die Mexika als Menschen zweiter oder gar dritter Klasse behandelt werden, obwohl Mexiko bereits seit 1821 ein unabhängiger Staat ist. Den deutschen Familien des Viertels geht es gut, bis Mitte der 1840er Jahre der mexikanisch-
„Im Land der gefiederten Schlange" ist vieles gleichzeitig: eine wunderbare Familiensaga über dreißig Jahre hinweg, ein interessantes, nichts beschönigendes Geschichtsbuch Mexikos und ein packender, vielschichtiger Liebesroman.
Geschichtsunterricht …
… der besten Sorte bietet der Schweizer Autor Lukas Hartmann mit seinem neuen Roman „Räuberleben". Sehr gut recherchiert und ausgesprochen authentisch bringt er uns die Lebensumstände in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nahe; seine Protagonisten, die sich in ganz unterschiedlichen Kreisen bewegen, sind glaubhaft und fast „erlebbar".
Hartmanns Hauptperson ist nicht der Räuberhauptmann Hannikel, dessen Leben er beschreibt, sondern der Schreiber Wilhelm Grau. Der Sulzer Oberamtmann Jacob Schäffer, Graus Vorgesetzter, hat es sich, nach einem besonders grausamen Rache-
Nichts für zarte Gemüter.
Lübeck im März 1392. Bei Brunnenbauarbeiten finden die Brüder Allrich und Nantwig eine Leiche -
Derek Meister zeigt das Mittelalter ungeschönt, er legt seiner Hauptperson Rungholt gerne drastische Worte in den Mund und er verschont den Leser nicht mit grausigen Details. Aber zugleich bietet er eine anschauliche Darstellung der Hansestadt Lübeck und tolle Personenbeschreibungen – und damit sehr spannende Unterhaltung.