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unsere Hörbuch-
Drei von vier.
Im März, im Zuge der Buchmesse im Ried, haben wir ja schon darauf hingewiesen: diesen Dezember jährt sich Rainer Maria Rilkes Todestag zum 85. Mal. Grund genug, auf ein schönes Projekt hinzuweisen, welches das Produzenten-
Ein gefundenes Glück.
„Die Geschichten von Cowboy Klaus – ein gefundenes Glück für alle Leseanfänger." So hat DIE ZEIT die Bücher von Eva Muszynski und Karsten Teich bewertet. Und sie hat völlig recht – reichlich Bilder und große Schrift, kurze Sätze und witzige Texte, genau das wollen Leseanfänger haben. Dabei werden sie durchaus gefordert, Hühnerdreck, Kaktuswald oder Milchbrüderschaft sind wirklich keine einfachen Worte. Aber durch ihr eingebunden sein in die köstliche Geschichte, durch ihre Verteilung im Text, fördern sie das Lesevergnügen ohne zu überfordern.
Außerdem gibt es da noch das Hörbuch zu diesem Genuss – mit dem tollen und sehr abwechslungsreich vortragenden Sprecher Volker Niederfahrenhorst, der ein bisschen abonniert ist auf fantastische Geschichten, und mit mitreißender Musik von Jürgen Treyz. So wird aus dem Lese-
Atemlos.
„Ich blicke in den Spiegel. Das Gesicht, das mich daraus ansieht ist nicht meines. Das Haar hat keine Fülle und ist viel kürzer geschnitten, als ich es trage, die Haut der Wangen und unter dem Kinn ist schlaff… und dann bemerke ich die Augen… Es sind meine." Christine leidet an einer Amnesie seit sie vor 20 Jahren einen Autounfall hatte – jeden Morgen wacht sie auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Zum Glück steht ihr Mann Ben ihr liebevoll zur Seite. Doch an diesem Morgen findet sie in ihrem Tagebuch den Eintrag „Vertraue Ben nicht!"
Sehr persönlich, sehr spannend – so ist die Geschichte, die S. J. Watson in „Ich. darf. nicht. schlafen." erzählt. Andrea Sawatzki liest sie außerordentlich abwechslungsreich und fast atemlos – und zieht uns Hörer damit direkt in die Handlung hinein.
S. J. Watson: „Ich. darf. nicht. schlafen. 6 CDs.", Argon Audio, € 19,95
Perfekte Besetzung.
An seinem hundertstem Geburtstag, direkt nachdem er seinen Unwillen vor der großen Gratulationsrunde mit dem Bürgermeister entdeckt hat, klettert Allan Karlsson aus dem Fenster des Altenwohnheimes -
Otto Sanders markante Stimme haben Sie sicher im Ohr, sobald sein Name fällt. Sehr tief, ein bisschen behäbig aber keineswegs langsam und sehr ausdrucksstark; für Jonas Jonassons fantasiereiche und fantastische Lügengeschichte wirklich perfekt geeignet.
6 CDs“, der Hörverlag, € 19,99
Ein hochinteressantes Interview.
Weit über 90 ist der streitbare Stéphane Hessel und er blickt auf ein sehr bewegtes Leben zurück – im zweiten Weltkrieg war er Teil der Resistance, später unter anderem Mitarbeiter in der Kommission, die die Erklärung der Menschenrechte ausgearbeitet hat. Sein neues Buch ist eigentlich ein Gespräch, in dem er zu wohlüberlegten Aktivitäten aufruft: „Ich habe die Überzeugung gewonnen, dass revolutionäre Gewaltakte gegen die bestehende Ordnung keinen geschichtlichen Fortschritt bringt. Fortschritt ergibt sich, davon bin ich fest überzeugt, aus der Zusammenarbeit bestehender Kräfte. Ich bin ein bedingungsloser Anhänger der UNO.“
Die Hörbuchsprecher Christoph Bantzer und Stephan Schad werden sowohl Herrn Hessel als auch dem Thema voll und ganz gerecht.
Stéphane Hessel: „Engagiert Euch.“, Verlag HörbucHHamburg, € 4,99
Zum Geburtstag.
Am 15. Mai 2011 würde Max Frisch, einer der ganz großen Schriftsteller der Schweiz, 100 Jahre alt. Mit dem Roman „Stiller“ gelang ihm 1954 der Durchbruch. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits fünf Romane und sechs Theaterstücke verfasst und zahlreiche Essays und sonstige Prosatexte veröffentlicht.
Schon der erste Satz zieht den Leser (vielmehr Hörer) mitten ins Geschehen: „Ich bin nicht Stiller!“ So spricht der Ich-
Am Anfang stand eine Frage:
„Würden Sie meine Trauerrede halten?“ Der Autor Mitch Albom war sehr überrascht – denn die Frage stellte der Rabbiner seiner Gemeinde. Nein, er würde nicht so bald sterben und ja, er wäre sicher, dass Mitch diese Aufgabe sehr gut meistern würde. Und so begleitete Mitch Albom diesen Rabbi die nächsten acht Jahre und lernte einen klugen, humorvollen Menschen kennen. In dieser Zeit begegnete der Autor auch einem Pastor mit krimineller Vergangenheit, und diese beiden Menschen veränderten Alboms Leben und Glauben nachhaltig: „Ich glaubte, ich würde um einen Gefallen gebeten – doch tatsächlich bekam ich etwas geschenkt.“.
Der Sprecher Markus Hoffmann hat für seine Lesungen „Der Wanderer“ und „Unterwegs“ von Paulo Coelho zwei goldene Schallplatten bekommen. Wer sich diese wahre Geschichte anhört, weiß warum.
Mitch Albom: „Damit ihr mich nicht vergesst.“, steinbach sprechende bücher, € 24,99

„Urteile nie über einen anderen,
bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist“ so lautet eine alte Weisheit der Indianer. Darum nahm sich Karen Duve Ende 2009 vor, jeweils zwei Monate in den Mokassins einer Bio-
Vorher war Karen Duve überzeugte Nicht-

Es war einmal…
Als einer der besten Hörbuchsprecher Deutschlands gilt Rainer Strecker – seinem Können, völlig unterschiedliche Personen bildhaft (bzw. hörbar) zu machen, ist es zu verdanken, dass Cornelia Funkes Hörbücher genau wie die Lesefassungen zu Bestsellern geworden sind. So ist es auch mit dem im letzten September erschienenen „Reckless“, dem ersten Band einer neuen, durchaus ambivalent bewerteten Funke-
Vor zwölf Jahren hat Jacob Reckless die gefährliche Welt hinter dem Spiegel entdeckt, in der es vor Fabelwesen, Märchenfiguren und versteckten Schätzen nur so wimmelt. Immer mehr Zeit verbringt er dort, manchmal verschwindet er ganze Monate dorthin. Doch dann entdeckt sein jüngerer Bruder Will den Zugang in die Märchenwelt und schon der erste Besuch wird ihm zum Verhängnis…
€ 24,95 statt € 29,95

Ein großer Schatz.
Mehr noch als Romane und andere Prosatexte verändern sich Gedichte allein durch Vortragsstil und Betonung, insofern ist es äußerst interessant, gerade bei Poesie den Autoren selbst zuhören. „100 Jahre Lyrik im Originalton“ -

unsere Hörbuch-
„Die schönste Vater-
Was tun, wenn Weihnachten vor der Tür steht und absolut kein Groschen da ist, um einen Weihnachtsbaum, geschweige denn Geschenke zu kaufen? Wenigstens müssen Vater und Sohn nicht hungern, da Freundin Frieda von ihrem Chef genug zu Essen mitbekommt. Und gegen das Frieren hilft zuverlässig ein Besuch im Museum. Aber – ohne Baum und Geschenke? Wo man sich zu Weihnachten doch über Wochen freuen MUSS. Nach zwei fabelhaften Einfällen wird aus dem MÜSSEN zum Glück auch ein KÖNNEN…
Die Überschrift schrieb übrigens die Zeitschrift Elle über Wolfdietrich Schnurres „Die Leihgabe“ – ob das stimmt, mag jeder selbst beurteilen. Ganz sicher ist es aber ein wunderschönes und ungewöhnliches Weihnachtsbilderbuch für Menschen ab 6 Jahren, zu dessen Reiz die Illustrationen von Klaus Ensikat einen guten Teil beitragen.
Wolfdietrich Schnurre / Klaus Ensikat: „Die Leihgabe.“, Aufbau Verlag, € 16,95

Quantenphysik und Egoismus.
Ein bisschen Durchhaltevermögen brauchen Sie schon für diesen neuen Roman: zum einen ist die Hauptperson ein rundum unsympathischer Egoist. Zum anderen geht es um die globale Erwärmung und deren naturwissenschaftliche Hintergründe und so nimmt die Physik einen großen Raum ein…
Trotz (oder wegen?) dieser beiden Schwerpunkte gelingt es dem begnadeten Erzähler Ian McEwan, seine Leser zu fesseln -

Eine Tür zur Freiheit.
Der Vater der vierzehnjährigen Tilte und des zwölfjährigen Peter ist protestantischer Pfarrer, die Mutter Organistin auf der kleinen Insel Fino – und die beiden sind seit Karfreitag verschwunden. Tilte und Peter begeben sich auf die Suche nach ihren Eltern um Schlimmes zu verhindern, immerhin scheint deren Verschwinden mit dem Kongress der Weltreligionen zusammen zu hängen, und was ist schon von Vätern oder Müttern zu erwarten, die stets auf der Suche nach der Freiheit sind?!?
Matthias Köberlin liest die Geschichte von der klugen, selbstironischen Tilte und Peter, der gleichzeitig jungenhaft schelmisch und erstaunlich philosophisch ist wie einen Film zum Hören: Spannende Verfolgungsjagden und slapstickhafte Szenen wechseln mit Erkenntnissen über Gott und die Welt. Und das ist gleichzeitig unterhaltsam und tiefgründig!
Peter Hoeg: „Die Kinder der Elefantenhüter. 6 CDs.“, der Hörverlag, € 24,95

Ein bildgewaltiger Hörgenuss.
Isabel Allende gilt zu recht als eine der herausragenden Autorinnen Südamerikas, ihre Bücher haben bei unterschiedlichen Themen stets große Frauenfiguren zum Thema. So ist es auch bei ihrem neuen Buch:
In Zarités frühester Erinnerung an Glück ist sie ein dürres, verfilztes Würmchen, das zum Klang der Trommeln tanzt – „Tanz, Zarité, tanz, denn ein Sklave, der tanzt ist frei… solange er tanzt“ – und auch heute ist Tanzen ihre größte Freude. Der Tanz und die Tatsache, dass ihre Kinder und ihr Enkelkind frei sind und keine Sklaven.
In fast 560 Minuten oder in der Buchfassung auf rund 550 Seiten breitet Allende das Leben Zarités Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts aus und lässt uns am Alltag auf Haiti und in New Orleans teilhaben – auf ihre einzigartige, sehr bildhafte Weise, die ein Genuss ist zu Hören oder zu Lesen.
Isabel Allende: „Die Insel unter dem Meer. 8 CDs.“ Der Hörverlag, € 24,95

Gustav Schwab einmal anders.
In den Jahren 1838 bis 1840 hat Gustav Schwab, Pfarrer und Professor für alte Sprachen, Mitarbeiter bei den Verlagen Cotta und Brockhaus, die großen Epen des alten Griechenlands ins Deutsche übertragen. Dabei hat er die zum Teil sehr grausamen aber auch die erotischen Szenen deutlich abgemildert, da seine Fassung besonders für Jugendlich gedacht war. Bis heute zählen die von ihm übersetzten Sagen – von den Argonauten bis hin zur Erbauung und Zerstörung Trojas – zu den meistgelesenen Sammlungen von Texten des klassischen Altertums.
Der Schauspieler und Synchronsprecher Helmut Winkelmann hat Schwabs Werk nun eingelesen – die so entstandenen zwölf CDs sind auch für Erwachsene ein Hörerlebnis.
Gustav Schwab: „Die Sagenbox. 12 CDs.“, Verlag AMEhören, € 19,90

Tor! Toooor! Toooooooor!
Ein bisschen dem Fußballfieber erliegen wir im WM-

Szenenwechsel.
Unterschiedliche Handlungsstränge stellen Hörbuchsprecher vor eine Herausforderung – nicht alle werden dieser Aufgabe so gut gerecht wie der Schauspieler Romanus Fuhrmann. Dieses Können ist bei Deon Meyers „Dreizehn Stunden“ auch wirklich Voraussetzung, einem dramatischen, hoch spannenden Kriminalroman, der in Südafrika spielt und viel über Land, Leute und die politische Situation zu erzählen weiß.
Benny Griessel, Ermittler bei der Kapstädter Polizei mit schwierigem Charakter, wird Frühmorgens zur Leiche einer jungen Amerikanerin gerufen. Bald weiß er, dass auch deren Freundin in großer Gefahr schwebt, sie wird seit Stunden gejagt wie Freiwild – da sie nicht zur Polizei geht, liegt für Griessel der schlimmen Verdacht nahe, dass es in seiner Nähe korrupte Polizisten gibt. Ein weiterer Mord geschieht, völlig ohne Zusammenhang zu den beiden Amerikanerinnen, Griessel muss auch hier ermitteln. Es werden die längsten dreizehn Stunden seines Lebens…
Deon Meyer: „Dreizehn Stunden. 5 CDs“, steinbach sprechende bücher, € 24,99

Geschichten aus Bad Dreckskaff.
Sie kennen Harry Rowohlt? Er spielt seit Jahren einen Obdachlosen in der Fernsehserie „Lindenstraße“, ist Kolumnist und Übersetzer, außerdem ist er ein begnadeter Hörbuchsprecher. Seine tiefe, ruhige und doch erstaunlich vielseitige Stimme ist jedoch nur bei ausgewählten Produktionen zu hören. Zum Beispiel bei den abstrusen, überaus witzigen, sprachlich sehr besonderen Geschichten des Briten Philip Ardagh, die Rowohlt im Übrigen selbst übersetzt hat. Und damit kommt das eigentliche Problem dieser Besprechung: die Hauptperson von Ardaghs neuestem Buch, Herr Urxl, ist nicht wirklich Erwachsenen-

Zwei Stunden und 31 Minuten.
So lange kann man den beiden CDs lauschen: Frank Goosen liest aus „Radio Heimat, Geschichten von zuhause.“ Schon in Buchform sorgen seine biographischen Erzählungen für große Heiterkeit, doch die für die Menschen aus dem Ruhrpott typische Schnoddrigkeit, mit der er seine eigenen Texte liest, gibt ihnen einen zusätzlichen Reiz – wobei der natürlich auch dadurch entstanden sein kann, dass der Mann nebenher erfolgreich Kabarett macht. Jedenfalls ist das Hörbuch ein großer Genuss, nicht nur für Leute der Jahrgänge 1965 bis 1970, die sicher viele eigene Erlebnisse hier wieder finden.
Frank Goosen: „Radio Heimat, Geschichten von zuhause.“, Verlag Tacheles, € 14,95

Streifzüge von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Eigentlich erstaunlich, dass es dieses Hörbuch erst seit Oktober 2009 gibt -

So spannend kann Geschichte sein.
Robert Harris hat in seinem Roman „Imperium“ die Lebensgeschichte Ciceros bis zur Ernennung zum römischen Konsul im Jahre 63 vor Christus erzählt. „Titan“ schließt daran an: kaum hat Cicero das höchste Amt der römischen Republik angenommen entgeht er nur knapp der Verschwörung seines Gegenspielers Catilina. Selbst nach deren Niederschlagung kommt er kaum zur Ruhe – nun sind es der immens reiche Crassus, der Heerführer Pompeius und der aufstrebende Gaius Julius Cäsar, die ihm das Leben schwer machen.
Über Cicero Leben gibt es einige Erzählungen und Romane. Doch Robert Harris gelingt es wie immer, den Leser bzw. Hörer in seinen Bann zu ziehen – und Hannes Jaenickes lakonischer Vortrag macht auch das Hörbuch zum Genuss.
Robert Harris: „Titan. 6 CDs.“, Verlag Random House Audio, € 24,95
